Christiane Gref
Im Bann der Engel
Umschalggestaltung: Mark Freier
Steampunk, Taschenbuch
Elysion Books, Gelsenkirchen, März 2011
224 Seiten / 12,90 €
ISBN: 9783942602082
In der abgelegenen Kleinstadt Cravesbury arbeitet die Wissenschaftlerin Elena Winterstone an einem geheimen Forschungsprojekt. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Bis Elena hinter das Geheimnis ihrer reichen Auftraggeberin Madame Hazard kommt. Erst dann gelingt es ihr schließlich, mechanische Engel zu erschaffen.
Schon bald muss Elena erkennen, dass ihre Schöpfungen zu einer Gefahr für Cravenbury werden. Trotzdem ist Madame Hazard nicht gewillt, ihre Experimente aufzugeben. Im Gegenteil. Verletzt und beunruhigt durch das offene Misstrauen der Stadtbewohner, zwingt sie Elena dazu, Todesengel als ihre persönliche Schutzlegion zu erschaffen.
Ausgerechnet in einem dieser tödlichen Engel, dem anziehenden Amenatos, findet Elena einen Verbündeten. Gemeinsam mit ihm setzt die Wissenschaftlerin nun alles daran, ihre eigene Schöpfung unschädlich zu machen.
Nach Zombies, Werwölfen und Vampiren ist für einige Verlage die Thematik Engel auf die Tagesordnung getreten. Ein Versuch, sich von den weichgespülten und ausgelutschten Vampirgeschichten wie zum Beispiel Twilight abzugrenzen.
Mit Im Bann der Engel offeriert die Autorin Christiane Gref einen durchaus interessanten Lesestoff, der den Leser bereits von der ersten Seite an in den Bann zieht. Steampunk ist angesagt, ein Mix aus dampfenden Kesseln, rauchenden Schornsteinen, wissenschaftlichen Versuchen, Okkultismus und Sex. Obwohl Christiane Gref recht sparsam mit Beschreibungen und Erläuterungen zur Thematik Steampunk umgeht und hin und wieder dampfbetriebene Vehikel oder Maschinen im Roman vorkommen, konnte ich mich gedanklich sehr gut in die Stadt Cravesbury hineingesetzt fühlen. Dabei war es aus meiner Sicht egal, in welcher Epoche der Roman spielt. Es sei dem Leser überlassen, wie er Im Bann der Engel auf sich wirken lässt und welche Bilder vor seinem geistigen Auge dabei ablaufen.
Vielmehr ging es mir beim Lesen um den Aufbau des Plots: das Vorantreiben der Storyline, die Entwicklung der Hauptcharaktere und das Final End. Gerade Letzteres gipfelt in Dramatik pur, in welcher die Charaktere durch die Autorin äußerst gelungen eingearbeitet wurden.
Im Bann der Engel ist ein Spiel zwischen Gut und Böse, welches nicht klischeehaft daherkommt. Vielmehr sind es die Erkenntnisse und Entscheidungen der Wissenschaftlerin Elena Winterstone, einerseits einen interessanten Job gefunden zu haben, andereseits sich nach und nach für die aus ihrer Sicht bessere Seite entschieden zu haben, tragende Elemente, welche die Handlungsstränge vorantreiben.
Hin und wieder habe ich mich gefragt, warum Christiane Gref der Madame Hazard keine Vornamen gegeben hat. Sie ist in ihrem Haus und in der Fabrik umringt von Untergebenen und Kreaturen. Da liegt es auf der Hand, dass es unglaubwürdig erscheinen würde, dass diese ihre Herrin und Despotin mit Vornamen ansprechen.
Bei Betrachten des Covers von Marc Freier erinnert man sich an eine düstere Stimmung wie in Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen oder 12 Monkeys. Es symbolisiert den komplexen Plot, in welchem es nicht nur um Elemente einer viktorianischen Ära geht, sondern auch um Zuneigung, Liebe und sexueller Vereinigung. Es stimmt auf das zu Erwartende ein.
Fazit:
Der Autorin Christiane Gref ist es gelungen, ihren Plot Im Bann der Engel glaubhaft und nicht aufgesetzt wirkend erscheinen zu lassen. Obwohl die Geschichte um Elena Winterstone im Vordergrund steht, hat sie geschickt prickelnde Erotikszenen eingewoben, die zur Erzählung passen.
Es gilt abzuwarten, ob es eine Fortsetzungsgeschichte geben wird. Schön wäre es.
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