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Dirk BernemannIch hab die Unschuld kotzen sehen 1 & 2 Titelgestaltung von Yellowfarm GmbH Taschenbuch, Belletristik Das Buch beinhaltet Shorties über Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten, die aufeinander aufbauen und in faszinierender Art und Weise zusammenhängen. Als Dirk Bernemanns Debüt »Ich hab die Unschuld kotzen sehen« herauskam, waren die Kritiken sehr ambivalent und die Leserschaft wurde in zwei Lager gespalten. Die einen lobten den Stil Bernemanns und seine provokante Ader über den Klee hinaus, die anderen konnten mit den minimalistischen Texten nicht das Geringste anfangen und sprachen dem Autor jegliches Talent ab. Wie auch immer die Meinungen aussahen, Dirk Bernemanns Buch war in aller Munde und so kam nicht nur ein Folgeband heraus, sondern auch eine erfolgreiche Hörbuchadaption der beiden Bücher. Mit seinem flüssigen, prägnanten Schreibstil und seiner unnachahmlichen Art die Dinge beim Namen zu nennen, zeichnete er ein teilweise sehr beklemmendes Gesellschaftsportrait, das im Detail vielleicht zu pessimistisch anmuten mag, aber genau deshalb so eindringlich wirkt. Besonders faszinierend ist wie Bernemann seine Kurzgeschichten miteinander verwebte und eine fortlaufende Geschichte schuf, in der es keine Pro- und Antagonisten gibt, nur mehr oder weniger normale Menschen. Zartbesaitete Gemüter sollten sich die schwermütigen, drastisch formulierten Texte nur in Gegenwart von Erwachsenen durchlesen und ansonsten einen Bogen um das Buch machen, welches von Heyne sicherlich nicht umsonst unter dem Label »Heyne Hardcore« veröffentlicht wurde. Das kleine Püppchen mit den großen, unschuldigen Kulleraugen ist mindestens ebenso bekannt, wie Bernemanns provokanter Buchtitel und mittlerweile zum Synonym der gesellschaftskritischen Texte geworden. Fazit:
© Florian Hilleberg |