| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Sonstige phantastische Literatur - GeisterStunde Band 1 | |||||||||||||||
|
|||||||||||||||
| GeisterStunde Band 1 Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe) Der Plot von „Niemand wird dich schreien hören“ ist einfach wie langweilig: Eine schöne junge Frau besucht ihre Großmutter, verliebt sich in ihren Cousin, doch da einige „mysteriöse Dinge“ passieren (der Wahnsinn… nachts hört die Protagonistin Schritte. Respekt!) und der Cousin im Verdacht steht, dahinter zu stecken, verliebt sie sich spontan in dessen Bruder. Positiv bei dem Roman fällt auf jeden Fall die Aufmachung des Heftes auf: Mit einem Hochglanz-Cover hätte wohl niemand gerechnet. Mit so einem schlechten ersten Roman wohl aber auch nicht – da hätte man meiner Meinung nach mehr Wert auf Qualität bei der Story legen sollen. Eigentlich sollte man meinen, dass in einer Nachdruck-Reihe bei der Masse an vorhandenen Romantic-Thrillern aus etlichen Reihen nur die besten der besten zum Abdruck kommen dürften. Leider ist dem nicht so – anstatt zur Sache zu kommen, erzählt Susan Grant alias Marlene Eschkötter, der man hier anmerkt, dass die meisten ihrer bislang rund 450 Romane aus dem Liebes-Bereich kommen, erst einmal eine herzzerreißende Liebesgeschichte, wie sie eintöniger und langweiliger kaum sein könnte (wie schnell sich Gordon und Stella in einander verlieben… Wahnsinn!). Die Gefühle wirken wie aus Plastik, die Figuren sind farblos, austauschbar und belanglos. Man möge mich nicht falsch verstehen: Natürlich erwartet niemand von einem Romantic Thriller eine ausgefeilte Charakterisierung der Hauptfiguren, aber wenn schon dem Liebesschmalz so viel Platz eingeräumt wird, wären hier etwas individuellere Stories wünschenswert gewesen. Das Problem des Romans ist, dass nicht wirklich viel passiert oder vielmehr, dass man ihn als Romantic THRILLER verkauft hat – mit einem Thriller hat der Roman so viel zu tun wie die meisten Politiker mit Ehrlichkeit. Es ist von Anfang an klar, dass der Cousin nicht der Mörder ist – doch dafür geht das Finale komplett baden und man ist schon fast geneigt, es als Parodie auf zweitklassige Fürstenromane zu werten. Das Motiv des Täters ist platter als eine Kreditkarte, einen gelungen Whodunit-Effekt sucht man hier ziemlich vergebens (das halbherzige „Finale“ regte mich eher zu einer Mischung aus Heul- und Lachkrampf an) und das Lesen des Romans gestaltet sich mehr wie eine Qual. Wer zum ersten Mal einen Romantic Thriller liest, wird bitter enttäuscht sein – wo dieses Genre doch eigentlich so viel mehr zu bieten hätte als nur diese üblich-langweiligen Einheitsbrei-Stories nach Schema F, die heutzutage wirklich absolut niemand mehr braucht. Die Mystery-Effekte sind auf ein absolutes Minimum beschränkt; der ‚Thrill’, die Spannung, fehlt total. Der einzige Grund dafür, den Roman, der schon vor der Hälfte begann mich zu langweilen, weiter zu lesen, bestand wohl darin, dass man es hier mit dem 1. Roman einer „neuen“ Reihe zu tun hat. So etwas gehört vielleicht zu „Silvia“ oder ähnlichem, aber sicherlich nicht in eine Romantic-Thriller-Reihe. Wenn das qualitativ so weitergeht, dürfte die Reihe eine noch geringere Lebenszeit haben als ohnehin schon. Dagegen erscheint selbst Lisa Jacksons Schlaftablette „Ewig sollst du schlafen“ in einem ganz anderen Licht… Fazit: Ein grauenhafter Liebesroman, ein noch belangloserer Mystery-Thriller – mit einem Wort: schlecht.
© Koopa |