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Rezension - Das Erbe des Antipatros

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Anke Brandt | Erik Schreiber

Jörg Olbrich
Das Erbe des Antipatros


Abenteuer, Taschenbuch
Scratch Verlag, Hamburg, Oktober 2009
404 Seiten/ 9,95 €
ISBN: 9783940928047

Während der Klassenfahrt nach Griechenland, die ganz unter dem Zeichen der Geschichte steht, passiert es. Statt die olympischen Spiele im Fernsehen zu verfolgen, muss Ralf mit zu einer Besichtigungstour zur Akropolis. Und dort holt ihn sein Schicksal ein, denn er wurde auserkoren, eine Reise durch die Geschichte anzutreten. Nach einem mysteriösen Vorfall findet er sich beim Bau der Pyramiden im alten Ägypten wieder und erfährt bald, welche Aufgabe ihm zugedacht wurde. Der Dichter Antipatros hat ausgerechnet ihn ausgewählt, um das Wissen um die sieben Weltwunder zu erhalten. Über die Beweggründe schweigt sich der Dichter aus, aber er schickt Mara, die Ralf auf dieser Reise begleitet.

»Das Erbe des Antipatros« ist der erste Roman des Autors Jörg Olbrich. Er legt einen phantastischen Roman vor, in dem er seine Leser zu einer Zeitreise einlädt. Die Thematik ist geschickt gewählt, denn die sieben Weltwunder üben doch irgendwie auf jedermann eine gewisse Faszination aus. So erlebt der Leser verschiedene Details über die Weltwunder hautnah mit.
Zu jedem Weltwunder gibt es ein eigenes Kapitel. Da es sich um sieben Weltwunder handelt, ist es nachvollziehbar, dass die Spannung sich nur begrenzt aufbauen kann. Während der Erlebnisse an einem Ort versucht der Autor natürlich, den Protagonisten mit scheinbar unlösbaren Aufgaben zu konfrontieren, doch letztendlich war mir als Leser klar, dass Ralf seine Aufgaben meistert, um zur nächsten Station gelangen zu können. Manchmal erschien mir die Lösung der Probleme auch etwas zu einfach, besonders dann, wenn Ralf sich auf Hilfe anderer verließ. Mit übermäßiger Spannung konnte der Roman mich also nicht überzeugen, aber ich glaube, das lag auch gar nicht an vorderster Stelle. Vielmehr ging es um die Abenteuer an sich, die Ralf auf seinen Etappen der Reise zu bestehen hatte. Und die bestachen durch den manchmal naiven Stil, den Jörg Olbrich an den Tag legte. Mit einfachen Worten beschreibt er Details rund um die Weltwunder, als wären das die natürlichsten Dinge der Welt. Durch diese Detailliertheit geht sicher etwas von der Imposanz der Bauwerke verloren, doch passt das wiederum in die Zeit, in der Ralf sich bewegt.

Was mich beim Lesen störte, war das mangelnde Korrektorat. Besonders die vielen Kommafehler zwangen mich dazu, etliche Sätze mehrfach zu lesen, um wegen der falschen Zeichensetzung den richtigen Sinn zu erfassen. Auch der Ausdruck lässt oftmals zu wünschen übrig, ein paar »hatte« weniger hätten den Lesefluss deutlich steigern können.

Fazit:
Insgesamt ist »Das Erbe des Antipatros« ein unterhaltsamer Abenteuerroman, in dem man als Leser ein gutes Stück Weltgeschichte geboten bekommt.

Bewertung:



© Anke Brandt


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Jörg Olbrich
Das Erbe des Antipatros
Titelbild: Christine Schlicht
Karte und Zeichnungen: Flavio Bolla

Abenteuer, Taschenbuch
Scratch Verlag, Hamburg, Oktober 2009
404 Seiten / 9,95 €
ISBN: 9783940928047

Das Erste, was einem auffällt, nimmt man den ersten Roman von Jörg Olbrich in die Hand, ist das gelungene Titelbild von Chris Schlicht und die gute Verarbeitung für ein Taschenbuch. Nicht nur »vielleicht« etwas besser als bei mancher Produktion von Großverlagen. Das Zweite, die Karte ist hinten im Buch. Vorn wäre besser gewesen.

Ralf ist auf Klassenfahrt in Griechenland, vor allem Athen liegt der Lehrerin Hilde Kern am Herzen. Ralf hat jedoch eher Interesse an den im Fernsehen übertragenen Leichtathletikmeisterschaften der Olympischen Spiele. Vor allem wenn man im Zehnkampf bereits zweimal die Kreismeisterschaft in seiner Altersgruppe gewann. Aber in neun Monaten soll das Abi gemacht werden und Frau Kern hat liebenswürdig darauf hingewiesen, dass die Akropolis in der nächsten Klausur ein Thema sein könnte. Wie die meisten Jugendlichen hat Ralf wenig für die Antike und deren Geschichte übrig. Die geht ihm ja so etwas »am A ... vorbei«. Trotzdem macht er den Hotelfernseher aus und folgt Tim in den Speisesaal. Neben seinem besten Freund ist da noch Sandra, das hübscheste Mädchen überhaupt, wie der Ich-Erzähler Ralf beteuert, und der Streber Mike. Beide stehen bereits am Bus, sodass das Frühstück zu einer Art Mangelware wird. Ziel der Busfahrt: Akropolis. Ende der Busfahrt auch. Erst recht für Ralf, dem plötzlich schwindelig wird, vielleicht einen Sonnenstich hat und ohnmächtig wird.
Als Ralf wieder wach wird, hat er ein Problem. Wo ist er, wann ist er und was soll das alles? Eins und zwei lassen sich schnell erklären. Äqyten, Pyramidenbau. Nur das Letzte lässt sich schwer rausfinden. Vor allem weil ihm die Peitsche droht. Ralf muss bald erkennen, dass er zu einem Spielball geworden ist. Er wird von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit geschickt, die sich Jahrhunderte später als die sieben Weltwunder herausstellen sollten. Doch warum schickt ihn der Wortkarge Antipatros quer durch Zeit und Raum? Er lernt aber auch das Mädchen Mara kennen, dass ihm hilft und tatsächlich zwischen den Zeiten und Orten reist wie er. Sie ist es, die ihm immer wieder aus der Klemme hilft.

Der Roman von Jörg Olbrich hat, bis auf die Tatsache einer seltsamen Zeitreise, nichts phantastisches an sich. Es ist die abenteuerliche Geschichte eines modernen Jungen, der sich zuerst nicht für Geschichte interessiert, dann aber durch den dummen Zufall einer Zeitreise damit auseinandersetzen muss. Dieser Roman ist ein Lehrbuch über die sieben Weltwunder. Ein Weltwunder nach dem anderen zählt er auf und lässt den Leser in einer spannenden Handlung in eine ihm unbekannte Vergangenheit reisen. Durch die Ich-Erzählung der Hauptfigur wird dem Leser die Geschichte besonders nahe gebracht. Er steckt mitten drin in dem Abenteuer. Ich denke mir, wenn Jörg ein wenig durch Schulen »tingeln« würde, könnte er mehr Schüler für die Geschichte begeistern. Dieses Buch hat von der Aufmachung, vom Schreibstil, vom Thema keine Wünsche offen gelassen.

© Erik Schreiber

 

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