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Rezension - Wörter haben Seele

Markus Keimel
Wörter haben Seele

E-Book, Juni 2011
55 Seiten / 3,99 €

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Autoreninterviews

Der bis dato in erster Linie als Musiker (Lydias Gemstone) in Erscheinung getretene Österreicher Markus Keimel, veröffentlichte mit Wörter haben Seele sein literarisches Erstlingswerk, ein Buch, gefüllt mit lyrischen Texten.

In vier Kapitel hat Markus seine Gedichte zusammengefasst, die da lauten:

  • Der Abgrund
  • Weltenrausch
  • Die Erkenntnis
  • Melancholie und Seelensturm.

Der Abgrund subsumiert ein sehr vielfältiges, kritisches Themenspektrum von Umweltverschmutzung bis Bewusstmachung natürlicher Grausamkeiten in der Lebensmittelproduktion. Keimel appelliert an den eigenen Willen und wendet sich gegen stummes Mitläufertum. Trauer, Abschied und Tod kennzeichnen ebenfalls die Reime. Auffällig, die Verwendung von Gegensatzpaaren christlicher Lehre wie Himmel und Hölle, Engel und Teufel.

Das zweite Kapitel, der Weltenrausch, setzt hingegen, im direkten Anschluss, positive Akzente, nach den eher düsteren, anprangernden Texten des vorhergehenden Abschnitts. Markus Keimel vermittelt hier eine lebensbejahende Einstellung, preist die Schönheit der Natur, der Schöpfung, exemplarisch am Beispiel der vier Jahreszeiten festgemacht. Er präsentiert sich hier als guter Beobachter, mit einem Auge für`s Detail. Nur die beiden letzten Gedichte wollen nicht so recht in den Gesamttenor dieses Kapitels passen und wären eher dem Kanon der Trauer - wie sie sich auch im Abgrund widerspiegelt - zuträglich gewesen.

Im dritten Teil werden die Gedichte deutlich kürzer, gleichen mehr Aphorismen und beschränken sich meist auf wenige Zeilen. Doch zu welchen Erkenntnissen gelangt der Autor? Zu der, dass die Ehrlichkeit immer mehr aus der Welt schwindet, aus den Taten der Menschen sich entfernt. Doch die Erkenntnis führt den Literaten auch an das Wesen von Liebe und Schönheit und gar an das der Zeit heran. Erfahrene Enttäuschungen werden verarbeitet, Veränderungen festgestellt und philosophische Betrachtungen erörtert.

Melancholie und Seelensturm vereint Texte der unterschiedlichsten Intentionen, denen aber kein gemeinsamer Überbau zu eigen ist. Viele hätten wohl auch in den vorhergehenden Segmenten eine Zuordnung gefunden. Es kommt zur Verklärung von Naturerscheinungen und zweimal mag Liedgut der Band Tanzwut (Extase/ Bitte, Bitte) bewusst oder unbewusst der Inspiration dienlich gewesen sein.
Und quasi musikalisch, nämlich mit Engelsgesang, endet auch das Buch.

Mit Wörter haben Seele hat Markus Keimel ein sehr persönliches Werk geschaffen, reich an Gefühlen und stark an transportierten Gedanken.
Poesie, jenseits von Kitsch, die Atmosphäre schafft, Stimmungen Ausdruck verleiht, aber auch die Kritik nicht scheut.
Markus Keimels Gedichte bedienen sich häufig, rein phonologisch betrachtet, innerhalb ihrer Strophen, wechselnder Formen des Reims. Reine, unreine wie auch identische Reime gelangen zur Anwendung. Zudem geübt in Ausdruck und Wortwahl, gelingt es Markus Keimel, das Interesse des Lesers, über die Gesamtheit des Buches hinweg, aufrecht zu erhalten, zu weiteren Gedankengängen anzuregen, aber es ihm auch zu ermöglichen, sich einfach an den Worten zu erfreuen und zu unterhalten.

Copyright © 2011 by Stefan Bellack


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