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Rezension - 50 Jahre The Lords

Eckhard Diergarten
The Lords (Herausgeber)
50 Jahre The Lords
»Langhaarig, laut und eine Legende …« - Die Biografie

Biografie / Paperback
Pro Business, Berlin, November 2008
194 Seiten / 24,90 €
ISBN: 9783868052329

THE LORDS - die deutsche Beatlegende. 1959 in Berlin als Skiffle Lords gegründet, sind sie heute die dienstälteste aktive Rockband der Welt. Erstmals, nach 50 Jahren, öffnen die Musiker ihre privaten Archive und erzählen die wechselvolle, von riesigen Erfolgen und schmerzhaften Tiefschlägen geprägte Geschichte der 1964 mit dem Titel »Die deutschen Beatles« ausgezeichneten Band. Dabei kommen die Ex-Lords Rainer »Gandy« Petry und Peter »Max« Donath ebenso zu Wort wie ehemalige Weggefährten aus Musik und Medien. Und natürlich nimmt auch der 1999 verstorbene Lord Ulli seinen festen Platz in den Erinnerungen der Freunde ein. Leo Lietz, Bernd Zamulo, Jupp Bauer und Charly Terstappen haben kein Blatt vor den Mund genommen und die Geschichte der LORDS offen und ehrlich, spannend, kritisch und hintergründig erzählt. Und mit zahlreichen, bisher nie veröffentlichten Fotos dokumentiert.

Eigentlich war sie längst fällig: die Biografie der allerorts bekannten Rock 'n' Roll-Band. Der Autor und Journalist Eckhard Diergarten hat es mit »50 Jahre The Lords« geschafft, einen tiefen Einblick in das Lebenswerk der Band zu vermitteln. Er umreißt nicht nur die Entwicklung der Rockszene im westlichen Teil Deutschlands, sondern schaut auch Richtung Osten über den ehemaligen »Eisernen Vorhang« und beweist anhand von sehr treffenden Beispielen, dass die Beatwelle nicht vor Grenzen haltmachte.
Dem 50-jährigen Jubiläum entsprechend lässt Eckhard Diergarten im Vorwort der Biografie zwei Ikonen des Zeitgeistes, Uschi Nerke und Manfred Sexauer, zu Wort kommen.
Wer erinnert sich nicht gern daran, als am 25. September 1965 zum ersten Mal der »Beat-Club« über die Mattscheibe flimmerte und eine junge hübsche Frau mit zwei kleinen Zöpfen sowie selbst geschneiderten Kleidern als Moderatorin durch die Jugendsendung führte. Eltern waren entsetzt, weil die meisten Bands in Englisch sangen. Was für eine Provokation des Senders Radio Bremen.
Oder als am 4. Oktober 1965 Manfred Sexauer beim Saarländischen Rundfunk auf der Europawelle Saar zum ersten Mal die Sendung »Hallo Twen – Musik und Information für junge Hörer« moderierte. Der Sender spielte die Musik der jungen Leute, derjenigen, die sich lange Haare wachsen ließen oder mit Miniröckchen ihre Eltern aufregten. »The Beatles«, »The Who«, »The Rolling Stones«, »The Lords« - das war die Musik, die damals angesagt war.
Beide Ikonen verneigen sich mit ihren Vorworten vor den musikalischen Leistungen der Band.

Sehr umfangreich und detailliert lässt uns der Autor in den »Backstage-Bereich« der Rockband blicken. Sah man »The Lords« in den vergangenen 50 Jahren auf der Bühne, ließen die Jungs kaum etwas über Probleme innerhalb der Band oder Meinungsverschiedenheiten an die Öffentlichkeit. Im Vordergrund stand stets die Musik, der sie sich verschrieben haben. Und das Publikum sollte und wollte rocken.
Mit der Biografie »50 Jahre The Lords« sind dank der Recherchearbeit des Autors und der Einblick in die Privatarchive erstmals nicht nur die Höhen sondern auch einige Tiefen der Band öffentlich zugänglich. Dies zeigt in eindrucksvoller Weise, dass die Musiker keinen Hehl daraus machen, dass hin und wieder mal die Fetzen innerhalb der Band flogen. Ist es ein Beweis dafür, dass Leo, Bernd, Jupp und Charly T. sehr bodenständig geblieben sind.

Nicht nur die Lebensgeschichte der Rockband fließen in die Biografie »50 Jahre The Lords« ein, sondern auch Wegbegleiter, Musikerkollegen und Fans. Lückenfüller, um auf eine entsprechende Seitenzahl zu kommen? Mitnichten. Das Kapitel »Happy birthday & rock on«, die Pressestimmen sowie die Einträge aus dem Gästebuch der Band runden die Biografie ab und verleihen dieser einen besonderen Touch.
In die Schar der Gratulanten reihen sich solche Größen ein wie Leonhard Donald »Chip« Hawkes (The Tremeloes), Dave Dee (Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich), Bill Hurd (The Rubettes), Bernd Römer (Karat), Hugo Egon Balder (Birth Control) ... Eine nicht enden wollende Anzahl von Glückwünschen.

Fazit:
Mit »50 Jahre The Lords« werden Erinnerungen wach: das erste Date, der erste Kuss, das eigene Radio ... Eckhard Diergarten ist ein vortreffliches Werk gelungen: eine Zeitreise zusammen mit den Lords von 1959 bis heute, die seinesgleichen sucht.
Prädikat: Besonders empfehlenswert!

Bewertung:



© Wolfgang Brandt

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