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Rezension - Das geheimnisvolle Mädchen

Peter Straub
Das geheimnisvolle Mädchen
Originaltitel: Under Venus (1984)

Mystik, Taschenbuch
Heyne Verlag, München, 2005
348 Seiten / 7,95 €
ISBN: 3453877950

Dass man den Klappentexten des Heyne-Verlags nicht trauen darf, ist seit längerer Zeit kein Geheimnis mehr. In der Regel steht auf dem Buchrücken ein völlig anderer Inhalt. Ein Beispiel dafür ist der Roman »Das geheimnisvolle Mädchen« des amerikanischen Horrorautors Peter Straub. Der Verlag bewirbt den Roman wie eine weitere Horrorstory des bekannten Schriftstellers. In der Tat aber handelt es sich um eine Art mysteriöse Familiengeschichte.

Die Geschichte handelt von dem Komponisten Elliot Denmark, der nach Jahren zurück in seine Heimatstadt kommt, um dort eines seiner neuesten Stücke zu dirigieren. Die Stadt ist in großer Aufregung. Aber nicht wegen Elliot, sondern wegen ominöser Grundstückspekulationen. Der Komponist wird unfreiwillig mitten in diesen Streit hineingezogen und erfährt dabei seltsame Dinge über seine Familie sowie andere Ortsansässige.

Der Klappentext versucht dem potenziellen Leser zu verkünden, dass es um eine »grässlich verstümmelte« Frau geht, die Elliot mehr und mehr in ihren Bann zieht. Nun, zum einen ist die Frau nicht grässlich verstümmelt und zum anderen spielt diese Beziehung nur am Rande eine Rolle, obwohl sie in die Hauptstory mit eingewoben ist. Was die ganze Situation so prekär macht, ist, dass Elliot Denmark verheiratet ist, in seinem Ort aber auf seine frühere Freundin trifft. Die mysteriösen Elemente beziehen sich auf ein seltsames Grundstück am Waldrand, in dem es andeutungsweise spukt sowie auf einen Hund, der immer wieder in Erscheinung tritt, von dem aber niemand so recht weiß, zu wem er gehört.

Doch unabhängig von dem Klappentext ist Peter Straubs früher Roman (erschienen 1984) auf jeden Fall unterhaltsam. Er beschäftigt sich stark mit sozialen und familiären Konflikten. Die Figuren sind sehr lebendig und überzeugend dargestellt. Die Atmosphäre ist von Anfang an düster und geheimnisvoll. Es ist allerdings ein eher ruhiges Buch. Fast könnte man sagen, es handelt sich um einen romantischen Schauerroman. Auf jeden Fall ist es eine angenehme Herbstlektüre.

© Max Pechmann

 

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