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Rezension - Böser Engel

Timothy Carter
Böser Engel
Evil? 2009 by Flux (Llewellyn Publications)
Aus dem Amerikanischen von Nicole Friedrich
Umschlagabbildung: Ken Wong
Umschlaggestaltung: ZERO München

Mystery, Taschenbuch mit Klappenbroschur
Knaur, München, Juni 2010
272 Seiten / 8,95 €
ISBN: 9783426506981

Stuart ist ein ganz normaler Jugendlicher. Sein Pech ist, dass er in einer sehr religiösen Familie in einer sehr religiösen Kleinstadt aufwächst.
Diese toleriert zwar, dass er schwul ist. Als ihn sein kleiner Bruder aber eines Morgens unter der Dusche beim Masturbieren erwischt, ist es mit der Toleranz vorbei.
Schon in der Sonntagsschule nehmen sie das Thema Onan durch. Nicht, wie es in der Bibel steht, sondern so, wie es strenge Christen zu verstehen haben.
Anschließend erlebt Stuart die Hölle auf Erden. Man wirft seine Scheibe ein, in der Schule bekommt er Ärger. Er ist der Sünder, den es zu verdammen gilt!
Da hilft es wenig, dass er seinem Hobby frönt – dem Beschwören eines Dämonen – und ihn nach seiner Meinung fragt. Zwar erfährt er von ihm, dass es Gott wurscht ist, ob und wie oft man sich an sich rumspielt. Die Meinung in der Stadt ändert dies freilich nicht, denn keiner darf von Stuarts Hobby wissen.
Aber ist es wirklich nur die Sünde Onans, welche die Menschen auf die Palme bringt? Der ansässige Pfarrer vermutet etwas ganz anderes dahinter und plötzlich steckt Stuart in einem Abenteuer, mit dem er nie gerechnet hätte …

Mit Böser Engel gelang Carter ein Buch, das auf mehreren Ebenen funktioniert.
Zum einen ist da das Bild streng gläubiger Amerikaner, die das Wort der Bibel wörtlich auslegen und Sünder verdammen. Das typische Gut-Böse-Bild, welches den Amerikanern zu eigen ist und das Leben erleichtert, gleichzeitig aber auch Auswüchse wie Todesstrafe und Guantanamo Bay hervorbringt.
Dann ist da die Geschichte um einen Dämon und das, was vordergründig geschieht – mit all seinen Konsequenzen.
Und zum Schluss hat es Carter geschafft, diese Geschichte mit einer gehörigen Portion Humor zu würzen.
Was will man noch mehr?
Das Buch ist spannend, kurzweilig und gut geschrieben. Man verschlingt die Seiten und legt es am Ende zufrieden zur Seite.
So soll ein Roman sein.
Die Übersetzung geht ebenfalls in Ordnung, die Übersetzerin hat sich keinen Schnitzer erlaubt. Alles in allem also ein rundum gelungener Roman, den auch Jugendliche ab etwa 15 Jahren lesen können.
Mehr noch – manche Situationen werden ihnen näher sein als erwachsenen Lesern …

Fazit:
Toll geschrieben, kurzweilig, spannend und humorvoll. Zugreifen!

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

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