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Rezension - Dein Ende wird dunkel sein

Michelle Paver
Dein Ende wird dunkel sein

Mystery-Thriller, Paperback
Rowohlt Polaris, Reinbek, Februar 2012
224 Seiten/ 13,95 €
ISBN: 9783862520213

Im Jahr 1937 stößt Jack Miller, der bis dahin einsame und unglückliche Buchhalter, zu einem Expeditionsteam, das eine Forschungsreise in die Arktis vorbereitet und schließt sich ihr als Funker an. Schon vor Beginn der Reise überschlagen sich die Ereignisse, ein Teilnehmer nach dem anderen fällt aus unterschiedlichen Gründen aus. Drei Männer, einer davon Jack, erreichen am Ende ihren Forschungsort, nachdem sie den Kapitän ihres Schiffes regelrecht davon überzeugen mussten, dass er sie dorthin bringt. Allen Warnungen zum Trotz wollen sie genau an jenen Ort, der von den Einheimischen gemieden wird, weil etwas dort nicht geheuer ist. Die jungen Männer tun dies als Aberglauben ab und setzen sich durch.
Sie errichten ihr Lager in Gruhuken, um ein Jahr dort zu leben und zu forschen. Kurz vor Einbruch des arktischen Winters erkrankt einer der Männer und muss ins Krankenhaus. Der herbeigerufene Arzt besteht darauf, dass ein weiterer Mann den Kranken begleitet, und so bleibt Jack allein in der Einsamkeit zurück, in der sich bis dahin schon seltsame Vorfälle ereignet hatten, die so sonderbar waren, dass keiner es wagte, darüber zu reden.
Nun ist Jack allein und die Vorkommnisse häufen sich. Jack kämpft mit allen Mitteln dagegen an, sucht rationale Erklärungen für irrationale Erscheinungen und muss doch recht bald erkennen, dass er nicht allein ist. Irgendjemand, irgendetwas ist da und beobachtet ihn. Belauert ihn und treibt ihn an den Rand des Wahnsinns …

Was für ein Buch! An Spannung ist es kaum zu überbieten, obwohl der Leser gar nicht direkt mit dem Grauen konfrontiert wird. Es kam schleichend und unterschwellig daher und zog mich in seinen Bann. Eigentlich fängt alles ganz harmlos an, aber die Andeutungen im Prolog überschatten von Anfang an Jacks ganz normale Tagebuchaufzeichnungen. Hinzu kommt, dass eine Expedition in die Arktis natürlich auch kein alltägliches Thema und von daher schon interessant zu lesen ist.
Dann begannen auch schon die ersten Dinge, die ahnen ließen, dass die gesamte Expedition unter keinem guten Stern stand. Erst die Minimierung des Teams auf lediglich drei Männer und dann die Reaktion des Kapitäns … das ließ viel Spielraum für die Fantasie des Lesers. Michelle Paver hält aber zunächst an der alltäglichen Routine fest, lässt uns teilhaben am Leben im Eis. Dies gelingt ihr aufgrund gründlicher Recherche ganz hervorragend, als Leser bekam ich eine klare Vorstellung von der Härte dieses Lebens. Man konnte den Schnee regelrecht knirschen und das Eis knacken hören … Doch dann mehren sich die irrationalen Ereignisse, bei denen man Jacks Erklärungen zustimmen möchte und doch weiß, dass es nicht so einfach zu erklären ist. Diese Andeutungen und Gefühle sind immer präsent, beherrschen nach und nach jede noch so alltäglich erscheinende Situation. Dies in Form eines Tagebuchs aufzuschreiben, war natürlich ein geschickter Schachzug, um die Situation nicht nur von außen, sondern auch von innen zu schildern. Die Auflösung des Ganzen ist dann beinahe banal, aber deshalb umso erschütternder.
Mir hat dieser Roman insgesamt sehr gut gefallen. Die Verbindung des außergewöhnlichen Schauplatzes mit mystischen Elementen ist der Autorin für meinen Geschmack bestens gelungen. Der Spannungsbogen sorgte dafür, dass ich dieses Buch in Rekordzeit gelesen hatte und sofort an Bekannte weiterempfohlen habe.

Bewertung:


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