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Jeanne C. Stein
Anna Strong 1 Verführung der Nacht Taschenbuch
Jeanne C. Stein schuf mit diesem Band den ersten Teil der Serie ANNA STRONG, die zunächst als Trilogie startet. Anna Strong hebt sich auf den ersten Blick nicht sonderlich stark von ihren Kolleginnen „Anita Blake“, „Rachel Morgan“ oder wie sie alle heißen, ab. Anna ist Kopfgeldjägerin und wird zur Vampirin, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Dabei erfährt sie, dass die moderne Gesellschaft bereits seit Jahrhunderten von Vampiren unterwandert wird. Unverblümt berichtet die Autorin, beim Schreiben von den Autorinnen Anne Rice, Laurell K. Hamilton und Charlaine Harris inspiriert worden zu sein. Außerdem ist sie ein Fan der Fernsehserie „Buffy“. All diese Vorlieben lässt sie mehr oder weniger offensichtlich in ihr Buch mit einfließen. Da ich die Romane der oben genannten Autorinnen nur vom Hörensagen kenne, die Verfilmungen von Anne Rice’s Geschichten und auch die Folgen von „Buffy“ nur sporadisch gesehen habe, kann ich schlecht beurteilen, wo das Plagiat endet und die Eigenständigkeit beginnt. Sicher ist, dass die Idee nicht gerade neu ist, aber die Bedürfnisse des aktuellen Buchmarktes zu befriedigen scheint. Der Stil von Stein ist sehr erfrischend und das Buch liest sich wirklich flott durch. Dabei ist die Geschichte von Anna Strong schon sehr dramatisch und zum Teil auch bitter, so dass der Leser nicht befürchten muss, eine reine Komödie vor Augen zu haben. Die Heldin des Romans spart zwar nicht mit bissigen Kommentaren, die aber weder stören, sondern die Ereignisse im Gegenteil angenehm auflockern und dem Leser zeigen, dass er die Zeilen nicht allzu ernst nehmen muss. Was Jeanne C. Stein ihren Lesern bietet, ist rasante Unterhaltungskost, gespickt mit Sex, Blut, Gewalt und einer romantischen Liebesgeschichte. Glücklicherweise verschont uns die Autorin mit kitschigen Umschreibungen und einem allzu süßen Happy-End. Im Gegensatz zu den Figuren „Harry Dresden“ von Jim Butcher und „Rachel Morgan“ von Kim Harrison muss sich Anna Strong „nur“ mit Vampiren auseinandersetzen und wird zumindest in diesem Roman von anderen Schattengestalten, Magiern und Dämonen verschont. Sehr gut umgesetzt wurde die Verwandlung von Anna, denn anders als in den eben erwähnten Serien wird der Leser nicht in eine vorgegebene Welt hineingeschleudert, sondern wächst mit der Heldin langsam in ihre neue Existenz mit hinein und erfährt an der Seite von Anna Strong, dass hinter der sichtbaren Welt noch eine unsichtbare, eine Welt der Vampire, besteht. Für den neuesten Vampir-Thriller entschied sich der Knaur-Verlag für ein düsteres Cover voller Subtilität. Auf den ersten Blick ist das Buch nicht unbedingt als Vampirroman zu identifizieren, wenn man mal von dem Schriftzug „Ein Vampirthriller“ absieht, aber zumindest erregt das Titelbild die Neugier. Fazit:
© Florian Hilleberg |