| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Taschenbücher anderer Autoren / Romanhelden Horror - Untot | |||||||||||||||
|
|||||||||||||||
Untot
Von Joe Schreiber Originaltitel: Chasing the Dead Übersetzung: Ulf Rittgen Taschenbuch, Horror Untot. Horror
Der Debütroman von Joe Schreiber ist ein Konglomerat vieler bekannter Zutaten eines modernen Horror-Romans, der aber dennoch mit originellen Einfällen aufwartet. Die Hand-lung des knapp 290 Seiten starken Buches spielt sich zwischen 18:18 Uhr und 8:29 Uhr ab. Die Hauptfigur Susan Young erlebt dabei einen grotesken Roadmovie, der zunächst wie ein ganz gewöhnlicher Psychothriller beginnt, der so auch von Dean Koontz hätte stammen können. Die Horror-Komponente wird nach den ersten hundert Seiten langsam eingeführt und beginnt mit dem mysteriösen Erwachen toter Hummer. Eine bizarre und beklemmende Szene, in welche die Protagonistin zunächst nur agiert, bevor sie das Geschehen reflektieren kann. Einfühlsam ist es dem Autor gelungen, die Reaktionen und Gedankengänge seiner Figur reali-tätsnah zu schildern. Da der gesamte Roman aus der Sicht von Sue Young geschildert wurde, hätte Schreiber die Geschehnisse auch aus der Ich-Perspektive erzählen können, was der Geschichte eventuell noch mehr Tiefe verliehen hätte. Dem Leser wäre es jedenfalls leichter gefallen, sich in das Gefühlsleben der terrorisierten Frau einzufinden. Doch auch so ist das Buch unheimlich intensiv geworden, vielleicht oder gerade weil es nur innerhalb einer Nacht spielt und sich die komplette Handlung im Dunkeln abspielt. Der Schriftsteller schafft es perfekt, aus einer eigentlich völlig normalen Frau eine Kämpferin zu machen, in dem er sie um das Leben ihres Kindes kämpfen lässt, die wohl höchste Motivation, die es für eine liebende Mutter gibt. Was den Leser im Laufe der letzten zwei Drittel erwartet ist Horror pur. Allerdings kommt die Story dabei nie zu kurz und wenn der Leser meint, die Zusammenhänge begriffen zu haben, überrascht ihn der Autor mit einer neuen Wendung. Gekonnt vermeidet Schreiber gängige Klischees und wer auf menschenfressende Zombies wartet, wird von diesem Buch herb enttäuscht werden. Trotzdem ist es keineswegs harmlos und sensible Ge-müter sollten es sich zweimal überlegen, ob sie die Reise der Sue Young durch die längste Nacht des Jahres bis zu ihrem Ende mitverfolgen. Die Aufmachung ist so einfach wie wirkungsvoll. Ein schwarzer Hintergrund mit dem blut-roten Schriftzug des Titels, dazu ein weit aufgerissenes, starres Auge. Fans des Genres werden sicherlich mit glänzenden Augen zugreifen und dürften von der Lektüre schlussend-lich auch nicht enttäuscht sein.
|