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Rezension - Stadt der Untoten

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Florian Hilleberg | Mirko Röhm


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David Wellington
Stadt der Untoten
Originaltitel: Monster Island
Aus dem Amerikanischen von Andreas Decker
Titelillustration von Natale, Agentur Luserke (oben)
und pmphoto, shutterstock und Ilja Masik

Taschenbuch, Horror
Piper Verlag, München, Mai 2008
351 Seiten/ 8,95 €
ISBN: 9783492266444

Die Menschheit wurde von Untoten überrannt! Nur einige kleine Gruppen haben überlebt und leisten verzweifelt Widerstand.
UN-Waffeninspekteur Dekalb muss in das von Zombies verseuchte New York reisen, um Medikamente für eine somalische Kriegsherrin zu bergen, welche Dekalbs Tochter in ihrer Gewalt hat. Begleitet wird der ehemalige Waffenexperte von somalischen Soldatinnen, die gerade dem Kindesalter entwachsen sind. In New York angekommen machen sie eine erstaunliche Bekanntschaft: Der Medizinstudent Gary hat sich selbst das Leben genommen, es zugleich aber geschafft, durch eine weiterführende Sauerstoffversorgung des Hirns sein Denkvermögen zu erhalten. Doch auch in ihm wächst der Hunger nach lebendem Fleisch und als er sich nicht mehr zurückhalten kann, wird er von einer Soldatin erschossen. Doch Gary hat eine viel bedeutendere Mutation durchgemacht und so stehen Dekalb und seine Kämpferinnen bald vor einer Bedrohung, die das komplette Ende der Menschheit bedeuten könnte ...

Wellingtons zweiter Roman steht seinem Erstlingswerk »Der letzte Vampir« zumindest in puncto Rasanz und Action in Nichts nach. Die Handlung weist unverkennbar Parallelen zum Zombieschocker »Dawn of the Dead« auf, besitzt aber doch eine gewisse Eigenständigkeit und kann dem Thema durchaus neue Aspekte abgewinnen. Lediglich der Versuch, Garys Mutation medizinisch erklären zu wollen, scheitert kläglich und wirkt bereits im Ansatz hanebüchen, weshalb der Autor wohl auch eine tiefer gehende Begründung einfach umgeht. Die Story wird zum einen von Dekalb aus der Ich-Perspektive geschildert und zum anderen von einem auktorialen Erzähler. Ersteres erleichtert dem Leser die Identifikation mit der Hauptfigur, sodass er sich besser in die groteske Szenerie hineindenken kann. Die Motivation der Protagonisten ist auch durchaus gegeben, doch wieso sie ausgerechnet nach New York fahren müssen, bleibt dann doch eher unverständlich. Die jungen Soldatinnen bilden ein gut durchdachtes Gegengewicht zu dem zurückhaltenden, bisweilen äußerst vorsichtigen Dekalb. Wellington schafft es hervorragend, die Mentalität der somalischen Mädchen glaubhaft zu schildern. In Zeiten, wo sich die USA als Retter der westlichen Welt sehen und mit Mut und Patriotismus die Achse des Bösen bekämpfen, wirken somalische Soldatinnen, die das durch und durch amerikanische New York von Untoten säubern, wie ein Schlag in das hochmütige Gesicht der Vereinten Nationen. Auf alle Fälle ein sehr unterhaltsames Buch, wo man gespannt sein darf auf die Fortsetzung.

Das Cover zeigt das starre Antlitz eines Zombies vor der Silhouette von Manhattan. Der schon recht comichafte Stil passt perfekt zu der flotten und schnörkellosen Schreibe Wellingtons.

Fazit:
Actionreicher und blutiger Zombie-Roman aus der Feder von David Wellington. Fans von »Der letzte Vampir« werden an dem Buch ihre helle Freude haben, wem der Roman aber schon zu reißerisch war, der wird auch mit »Stadt der Untoten« nicht zufrieden sein.

Bewertung:



© Florian Hilleberg


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David Wellington
Stadt der Untoten
Originaltitel: Monster Island
Aus dem Amerikanischen von Andreas Decker

Horror, Taschenbuch
Piper Verlag, München, Mai 2008
352 Seiten/ 8,95 €
ISBN: 9783492266444

Nach seinem furiosen Vampir-Thriller »Der letzte Vampir« erschien nur ein halbes Jahr darauf David Wellingtons auf drei Bände angelegtes Opus Magnum »Stadt der Untoten« als Piper-Taschenbuch.

Der ehemalige UN-Waffeninspektor Dekalb reist unter Schutz/Bewachung einer Truppe weiblicher Soldatinnen aus Somalia nach New York, um im dortigen UN-Hauptquartier Medikamente für die Zurückgebliebenen zu beschaffen. Druckmittel ist dabei seine als Geisel in Afrika gefangen gehaltene Tochter.
Doch New York ist tot – im wahrsten Sinne des Wortes – denn die Millionenstadt ist bevölkert von Zombies, die auf der Jagd nach Menschenfleisch sind.
Bald nach ihrer Ankunft wird die kleine Truppe aufgerieben und Dekalb flüchtet in die U-Bahn-Schächte, wo sich eine Ansammlung der letzten Menschen gefunden und organisiert hat.
Doch diese sind untereinander nicht geeinigt und Spannungen innerhalb der Gruppe sorgen zusammen mit einer Zusammenrottung der Untoten dafür, dass in New York bald buchstäblich »die Hölle los« ist.

Wellingtons Schreibstil ist flüssig und das Werk schnell zu überblicken. Charakterzeichnungen gibt es sehr wenige, stattdessen dringt ein Zombiegefecht nach dem nächsten auf den Leser ein. Außer Dekalb gibt es so gut wie keine Identifikationscharaktere und selbst dieser muss nach einiger Zeit Federn lassen, sodass man hilflos im Wust der Zombies umhertaumelt.
Beginnt »Stadt der Untoten« zunächst recht spannungsgeladen und führt den Leser behutsam in die Geschichte ein, bricht die Handlung nach dem ersten großen Kampfgeschehen in sich zusammen. Ab diesem Bruch geht es unstrukturiert und klischeehaft voran und wenn man einen oder zwei x-beliebige Zombiegeschichten kennt, kann man sich das Weitere ohnehin zusammenreimen. So plätschert alles vor sich hin, bevor zum Ende eine ziemlich hilflose Überleitung auf die weiteren Bände einstimmt.

Fazit:
Da hat sich David Wellington wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert – seine banale Zombiegeschichte klappert jedes Untoten-Klischee ab und kann bis auf ein oder zwei gute Ideen nicht annähernd ein so gutes Unterhaltungsergebnis wie seine Vampirgeschichten vorweisen. Zu eng der Rahmen, zu bekannt das Geschehen und zu charakteristisch auf Fortsetzung getrimmt, dass man aufpassen muss, nicht selbst zum Untoten zu werden. Die weiteren Bände schenke ich mir!

Bewertung:



© Mirko Röhm

 

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