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Insel des Todes

Insel des Todes

von Markus K. Korb
Eloy Edictions
242 Seiten/ 13 €

Insel des TodesMit „Insel des Todes“ legt der bekannte Autor Markus K. Korb seine erste Story-Sammlung im Verlag Eloy Edictions vor. Konzentriert hat er sich hierbei auf reine Gespenstergeschichten. Ein Wagnis vielleicht. Einerseits wird dieses Subgenre des Horrors im Moment nicht gerade reichlich bedient, andererseits mag dies seinen Grund haben. In Poe’scher Manier will Korb seine Leser mit elf Geschichten das Gruseln lehren. Das Cover des Buches, welches wohl zu den Besten in diesem Sektor gehören dürfte, macht Lust auf den Inhalt. Aber wie heißt es so schön: Never judge a book by it’s cover . Am Ende sind es die Geschichten, die überzeugen müssen. Können sie es? Dies soll nachfolgende Auflistung klären.

  1. Schatten (Die Geschichte fängt gut an, erlebt aber einen Bruch, als Handy und SR-Kamera benutzt werden. Bis dahin ordnet man die Story völlig anders ein und sie hat sich von dem Bruch nicht mehr erholt. Das war schade, das Ende jedoch versöhnlich)
  2. "X" bedeutet "Schatz" (Stimmungsvoll, spannend und düster. Auch das Setting ist sehr gelungen und vermittelt Atmosphäre)
  3. Das Gesicht am Fenster (Die Zeit, in der es spielt kommt nicht gut genug heraus, das Finale ist seltsam. Der Leser begreift nicht unbedingt die Handlungen am Schluss)
  4. Schattenverwobener Pavillon ... (Sehr surreal und ebenfalls etwas undurchsichtig in der Handlung. Verwirrt mehr als es mich gruselte)
  5. Van Deres Gewächshaus (Spannend mit einem bösen Schluss.)
  6. Bungalow am Strand (Etwas überraschend, kurz und knackig mit bösem Ende.)
  7. Der verbotene Hain (Lange Vorbereitung, die am Ende etwas rasch endet. Die Figuren sind gut gewählt, aber die Story hätte mehr "Saft" vertragen. Es bleibt das Gefühl zurück, dass etwas fehlt.)
  8. Lost America (In der Aussage sehr gut. Auch die Umsetzung ist gelungen; obgleich sich diese Geschichte von ihrer Botschaft, dem Inhalt her deutlich von allen anderen abhebt,)
  9. Die Kapelle im entlegenen Teil ... (Surreal, undurchsichtig und insgesamt etwas schwach.)
  10. Die Kalte Anni (Vor allem das Ende bringt hier den Aha-Effekt. Eine Geschichte, die durchaus ihren hintergründigen Sinn offenbart)
  11. Insel des Todes (Die längste und atmosphärisch dichteste Story. Mit "Lost America" die beste Story des Bandes, was aber auch wohl an der Länge liegt da hier Platz ist, die Atmosphäre so richtig gruselig aufzubauen.)

Fazit:
Das Buch ist eine Berg-und-Talfahrt, bei der sich schwächere Geschichten mit stärkeren Storys abwechseln. Dies ist bei einer solchen Sammlung wohl unumgänglich und auch hier zählen wieder die persönlichen Vorlieben des Lesers mehr als bei einem Roman. Manche der Geschichten sind zu vorhersehbar, echte Aha-Effekte sind dünn gestreut. Ob einem reine Gespenstergeschichten liegen oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Handwerklich gut umgesetzt sind sie jedoch. Ebenso beweist der Autor in den allermeisten Fällen Stilsicherheit.
In der Gesamtschau darf ich sagen, dass sich die 13 Euro für das Buch gelohnt haben, da der gute Gesamteindruck überwiegt und nach der Lektüre des Bandes, auch aufgrund der starken Abschlussgeschichte, keinesfalls ein schaler Geschmack zurückbleibt.
Noch erwähnt werden sollen die Innen-Illustrationen, welche die Atmosphäre der Geschichten unterstützen. Da ich prinzipiell ein Freund solcher Bildchen bin, wertet dies das Buch in meinen Augen auf. Da ich jedoch weiß, dass andere Leser hier anderer Meinung sind, erwähnte ich die Illustrationen lediglich im Nachsatz.

© Gunter Arentzen

 

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