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Rezension - Harry Dresden - Erlkönig

Jim Butcher
Die dunklen Fälle des Harry Dresden Band 7
Erlkönig
Originaltitel: Dead Beat, Roc Hardcover, Mai 2005
Übersetzung: Dominik Heinrici
Umschlagillustration: Chris McGrath

Horror, Taschenbuch
Feder & Schwert, Februar 2011
576 Seiten / 13,99 Euro
ISBN: 9783867620970

Mavra, die Anführerin des Schwarzen Vampirhofs, eröffnet ihrem Erzfeind Harry Dresden, dass sie sich im Besitz belastenden Beweismaterials befinde, das nicht nur die Polizeikarriere seiner Freundin Karrin Murphy zerstören, sondern sie darüber hinaus auch wegen kaltblütigen Mordes lebenslang ins Gefängnis bringen wird. Der Deal ist denkbar einfach: Harry soll ihr Kemmlers Wort beschaffen, dann würde er die Beweise erhalten.
Chicagos herausragendstem Magier bleibt nichts anderes übrig, als dem Handel zuzustimmen, ohne zu wissen, was sich hinter Kemmlers Wort eigentlich verbirgt. Als er herausfindet, dass es sich dabei um das bedeutsamste machtvollste Buch der Nekromantie handelt, weiß er, dass es niemals in Mavras Hände gelangen darf. Zur selben Zeit befinden sich bereits einige Nekromanten auf Harrys Fährte, die bei ihrer Jagd nach dem Wort ihres Meisters wahrhaft über Leichen gehen. Harry erfährt, dass Kemmlers Erben mithilfe des Buches den Erlkönig selbst beschwören wollen, ein Wesen von solcher Macht, dass das Schicksal der Menschheit schon bald auf des Messers Schneide stehen könnte ...

Um es vorwegzunehmen: Ich mag Harry Dresden. Von Beginn an hat mich der Magier in seinen Bann gezogen. Denn Jim Butchers Serie Die dunklen Fälle des Harry Dresden zähle ich zu den Besten in diesem Genre.

Harry Dresden ist ein Magier, der hauptsächlich im Chicago des 21. Jahrhunderts agiert, unabhängig davon, was der Weiße Rat oder irgendjemand anderes davon hält. Unabhängig davon versucht er, seine Freunde in jeder Situation zu beschützen. In seinem neuen Fall entschließt sich der Magier, mit der Anführerin des Schwarzen Vampirhofes zu kooperieren, um die Karriere und Zukunft von Karrin Murphy nicht aufs Spiel zu setzen. Murphy ist Leiterin der Sonderermittlungsabteilung der Polizei von Chicago und arbeitet mit dem Magier zusammen. Marva will nur eine Sache von Harry Dresden - Kemmlers Wort. Doch was ist dies?
Harry, sein Hund Mouse, der sprechende Schädel Bob sowie sein Halbbruder und Mitglied des Weißen Vampirhofs Thomas stellen sich das Ziel, die Karriere von Murphy zu retten. Und nicht nur das: Die ganze Stadt Chicago und vielleicht die ganze Welt scheinen bedroht zu sein. Kreaturen von Ghouls bis Zombies sind in die Stadt eingedrungen, um das Wort Kemmlers zu finden. Harry bleibtb beim feigen Pathologen Waldo Butters und rettet ihn vor einem Angriff auf das Leichenschauhaus.

Erlkönig ist beschaulicher als die bisher erschienenen Bände der Serie. Harry Dresdens Wissen und Fähigkeiten sind im Verlaufe seiner Ermittlungen gewachsen. Die Charaktere von Butters und Mouse werden durch den Autor noch mehr als bisher herausgearbeitet. Butters ist der stereotype Streber, der sozial gesehen kaum etwas auf die Beine bringt. Mouse war mal ein kleiner Hund. Nun beschreibt ihn Jim Butcher so, als ob er die Größe eines wolligen Mammuts hat. Beide Charaktere nehmen neben Harry Dresden in Erlkönig eine zentrale und vorwärtstreibenden Rolle ein. Mit der Figur Butters bekommt der Leser eine Figur präsentiert, in der eine Lebensweisheit integriert ist, dass Angst und Feigheit neben Mut und Entschlossenheit einhergehen können und etwas ganz Normales darstellen.
Jim Butcher setzt mit Erlkönig seinen Reifeprozess als Autor fort, was nicht heißen soll, dass er davor nicht ausgezeichnet geschrieben hat. Mit einer brillanten Ausgereiftheit des Plot weiß er den Leser zu überzeugen. Ich war zu jeder Zeit bestens unterhalten und gleichsam überrascht. Besonders Harrys Assistent, der hysterisch komische und sexbesessene Geist des Intellekts Bob der Schädel, gehört zu der Serie wie das Salz in die Suppe.

Fazit:
Erlkönig ist eine spannende Fortsetzung der dunklen Fälle des Harry Dresden, welche die Fans der Serie nicht verpassen sollte. Jim Butcher stellt erneut unter Beweis, dass seine Phantasie keine Grenzen kennt und der 7. Band einige der kreativsten Szenen enthält, die ich bisher in der Art noch nicht gelesen habe.

Copyright © 2012 by Wolfgang Brandt

 

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