Edward Lee
Flesh Gothic
Horrr, Taschenbuch
Leisure Horror, USA Februar 2005
404 Seiten / 5,99 Euro
ISBN: 978-0843954128
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Hildreths Herrenhaus ist ein riesiges Anwesen, in dem man sich leicht verlaufen kann. Zudem drückt jeder Raum, jede Halle Hildreths Leidenschaft für das Okkulte aus. Doch noch etwas befindet sich in dem riesigen Bau - ein Studio für Pornofilme.
Doch die 14 Personen, die an einem warmen Frühlingsabend das Anwesen betreten, sind nicht gekommen, um einen Film zu drehen. Obwohl sich das Treffen schnell zu einer Orgie auswächst, hat Hildreth andere Dinge im Sinn. Die Äxte und Messer liegen bereit, als der Morgen graut, liegen dreizehn schrecklich verstümmelte Leichen in den verschiedenen Räumen des Hauses. Dreizehn - denn eine Person bleibt verschwunden.
Wochen später treffen sich fünf Personen in dem Haus, engagiert von Hildreths Witwe. Sie will wissen, was in diesem Haus wirklich geschah. Denn vier der fünf Personen verfügen über sehr spezielle Fähigkeiten, die es ihnen erlauben, die Schwingungen des Hauses aufzunehmen, mit den Ermordeten in Kontakt zu treten und so die Wahrheit über das herauszufinden, was sich an jenem Abend wirklich abspielte.
Die teils übersinnlich begabten Experten bereiten sich darauf vor, mit dem Grauen konfrontiert zu werden, das jeder Mord mit sich bringt. Als sie jedoch ihre Arbeit aufnehmen, wird eines schnell deutlich - dieses Haus ist mehr als ein Tatort. In seinen Tiefen lauert etwas Grauenvolles und die Geister der Ermordeten haben noch lange keine Ruhe gefunden. Mehr noch - das Haus will weitere Opfer ...
Edward Lee ist bekannt für seine harten, deutlichen Darstellungen. Und so nimmt er auch in Flesh Gothic kein Blatt vor den Mund. Gewalt und Sex werden pur und ohne Scham geschildert, so dass dieses Buch in die Sparte des Hardcore-Horror eingeordnet werden kann. Leser, die keinen Gore mögen, sollten daher einen weiten Bogen um diesen Roman machen.
Wer jedoch bei Filmen wie Scream und Tanz der Teufel (uncut) noch genussvoll in seine Pizza beißt und bei Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacres erst so richtig in Fahrt kommt, findet hier die passende Lektüre.
Anzunehmen, der Plot würde einzig auf Gewalt, Ekel und Sex bauen, wäre jedoch falsch. Auf 404 Seiten breitet Lee eine geschickt gestrickte Geschichte um Dämonen und Geister vor dem Leser aus, zeichnet interessante Figuren und wartet mit überraschenden Wendungen auf. Bis zum letzten Satz bleibt das Buch spannend. Dazu passt auch das Ende, denn dies bietet einen letzten Höhepunkt.
Angereichert wird der Plot zudem mit etwas Humor, der - oftmals sarkastisch - die sonst spannende Handlung anreichert.
Leser, die sich nun die Hände reiben, sollten sich jedoch eines vor Augen halten - dieses Buch ist nicht in Deutsch erschienen, sondern kann nur im amerikanischen Original genossen werden. Edward Lee bedient sich einer einfachen, eingängigen Sprache. Dennoch sollte man mehr als nur das Schulenglisch sprechen, um die Feinheiten des Romans zu verstehen.
Fazit:
Ein sehr guter Horror-Roman für Gore-Fans, der an keiner Stelle langweilig ist und einem schlaflose Nächte bescheren kann. Ein Page-Turner, wie er sein soll. Wer diese Art des Horrors mag und des Englischen mächtig ist, sollte hier bedenkenlos zugreifen.
© Gunter Arentzen |