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Rezension - Ein Vampir zum Dinner

Michele Bardsley
Ein Vampir zum Dinner
Originaltitel: Don’t Talk Back To Your Vampire, Signet Eclipse, USA, 2007
Aus dem Amerikanischen von Gisela Schmitt
Titelillustration von pecher und soiron, Köln
Titelgestaltung von pecher und soiron, Köln

Vampir-Romance, Taschenbuch
Mira-Taschenbuch, Hamburg, Januar 2009
300Seiten / 7,95 €
ISBN: 9783899415636

Blut statt Schokolade, Selbstbräuner statt Sonnenlicht: Die Welt von Single-Mom Evangeline steht Kopf, seit sie vor drei Monaten zum Vampir wurde. Da fällt ihr ausgerechnet der Mann zu Füßen, der ihr Leben auf dem Gewissen hat: Lorcan O'Halloran, Vampir und Druide - und für seine 4.000 Jahre immer noch ziemlich sexy! Gegen ihren Willen gerät Evangeline bald immer stärker in seinen Bann. Aber kann Lorcan sie auch beschützen? Vor dem unbekannten Bösen, das über ihre Heimatstadt Broken Heart hereinbricht?

Der Prolog bietet einen Rückblick auf Band 1 »Vampire zum Frühstück« und schon ist der Leser wieder mitten im Geschehen von »Broken Heart«, der Gemeinde für paranormale Wesen und der Geschichte der Vampirzwillinge Patrick und Lorcan O’Halloran.
Dieser Band behandelt im Gros die Geschichte von Lorcan. Aus der Perspektive von Evangeline Louise LeRoy (Eva) erzählt.
Lorcan, der 4000 Jahre alte Druide, der Eva zur Vampirin machte und seither ihr gegenüber mit seinen Schuldgefühlen kämpft.
Eva (Freundin von Jessica, die mit Patrick den Bund eingegangen ist) hat ständig einen Traum von einem Turm, mit einem großen Himmelbett, in dem ein mächtiger Wolf ruht, der ihr die Kehle zerbeißt – und eine goldene Rose ist der Schlüssel dazu.
Eva bleibt von Lorcans erotischer Ausstrahlung nicht unberührt, als er sie aufsucht. Doch er verhält sich ihr gegenüber zurückhaltend – schenkt ihr jedoch, bevor er sich von ihr verabschiedet eine Brosche: eine goldene Rose.
Doch Eva denkt, dank seines Verhaltens, dass er für sie unerreichbar bleiben wird.
Mit Hilfe von Jessica wandelt sie sich von einer eher unscheinbaren Vogelscheuche zu einer sexy Frau.
Immer noch geht ihr Lorcan im Kopf herum, dessen Ausstrahlung sie nicht loslässt – und als Charlie, einer ihrer (Blut)Spender, als sie von ihm trinkt, sexuell auf sie reagiert – taucht Lorcan wieder auf, verschwindet aber ebenso schnell wieder.
Als Eva aber nachts im Wald von drei Lykanern angegriffen wird, eilt Lorcan ihr erneut zu Hilfe und bringt sie aus der Gefahrenzone (er kann als Mitglied der Ruadan-Familie fliegen). Er hält deutlich Abstand zu Eva, trotzdem sie ihn herausfordert, um ihn aus der Reserve zu locken. Er fühlt sich ihr gegenüber immer noch schuldig, ist ernst und in sich gekehrt. Dennoch herrscht zwischen beiden eine starke Anziehungskraft.
Eva kann seit ihrer Wandlung mit Tieren kommunizieren. Sie bringt »Faustus«, einer der Lykanen-Mischlinge, auf die sie zuvor im Wald gestoßen war, zu Patrick und Jessica. Dort nimmt sie mit Faustus mentalen Kontakt auf – und sieht, was er früher war: ein römischer Centurio, den man gegen seinen Willen in ein Tier verwandelt hat. .

Lorcan bringt Eva nach Hause und sie kommen sich endlich etwas näher (küssen sich). Doch danach finden sie Tamara, Evas Tochter, leblos in ihrem Zimmer vor, mit einem Jungen (15 J.), der zwei Messer in Händen hält. Er ist Durriken, ein Roma-Kämpfer (Vampirjäger). Doch das Konsortium hat mit den Roma ein Abkommen, dass sie von ihnen nicht gejagt werden, daher ist sein Auftauchen für Lorcan und Eva erst schleierhaft, bis sich herausstellt, dass er auf der Jagd nach der Vampirin Nefertiti ist. Sie war es auch die Tamara angefallen hat.
Nefertiti war im Zweiten Weltkrieg verantwortlich für die Entführung, Folter und Ermordung Hunderter Roma.
Das Konsortium siedelt Eva aus ihrem Haus aus, weil es außerhalb der Sicherheitszone liegt, und schafft auch die Bibliothek, die sie geleitet hat, in ein neues Gebäude – dort soll sie mit Lorcan zusammenarbeiten.
Eva wird vom Konsortium als Tiermedium (sie ist sozusagen eine »Werwolf-Flüsterin«) gebraucht und soll darüber hinaus die neue Lehrerin von Broken Heart werden. Alles scheint sich immer mehr zu fügen, die neue Gesellschaft der Gemeinde – da wird Eva unter mentalem Zwang mit dem Kontaminus-Virus infiziert (den auch Lorcan hatte - Bd.1). Ist das ihr Todesurteil? Und wenn ja, was wird dann aus Tamara?

Die Romanhandlung ist durchwirkt von Auszügen aus »Der Prinz und die Jungfrau«, den Lorcan verfasst – natürlich mit Parallelen zur Geschichte um ihn und Eva.
Ihre Geschichte macht den Hauptplot des Bandes aus, aber auch die anderen Charaktere erhalten immer mehr Tiefe. Broken Heart wird mehr und mehr eine Gemeinde interessanter Wesen, die dem Leser immer vertrauter werden.
»Ein Vampir zum Dinner« ist so verfasst, dass man ihn unabhängig von seinem Vorgänger lesen kann, doch damit nähme man sich viel Leservergnügen, denn beide Bände unterhalten vortrefflich. Die Autorin versteht es meisterhaft eine ausgewogene Mixtur aus Romantik, Mystery und Humor zu verfassen. Ausgewogener als manch andere Romance Fantasy. Dennoch dürfte die Zielgruppe der Bücher eindeutig weiblich sein. Was kein Nachteil ist.
Wer auf leichte, aber nicht flache, auf humorige, aber nicht kalauerige, auf romantische, aber nicht schmalzige Weise unterhalten werden will, ist hier an der richtigen Adresse.

Im Anschluss an die Romanhandlung gibt es wieder ein Glossar, das einige Begrifflichkeiten für den Leser festhält und somit das »Broken Heart«-Universum verständlicher macht.
Die Aufmachung ist gut: handliches Format, gutes Papier, der Satz ist fehlerfrei, das Lektorat ist ebenfalls, bis auf kleine Schwächen, in Ordnung, das Covermotiv modern, der Preis marktüblich – das passt!

Fazit:
Humorige Romance Fantasy, die Lust auf mehr macht und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet!

© Alisha Bionda

 

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