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Rezension - Die Blutgräfin

DIE BLUTGRÄFIN
Von Martin Barkawitz

Taschenbuch
MG-Verlag
152 Seiten/10,00 Euro
ISBN 3-031164-54-4

Gräfin Vanessa ist sexy, intelligent, charmant – und seit Jahrhunderten tot. Jede Nacht liefert sich die rumänische Vampirlady gnadenlose Schlachten mit den grausamen Rattenleuten – mutierten Halbwesen aus der Kanalisation von Bukarest.
Schließlich setzt sich die Grafin mir ihrem treuen Erdgeist Wolopec nach News York ab, wo sie sofort in einen Kampf zwischen den Blutsauger ihres ewigen Nachtlebens kennen: Vince Barrakuda!

Wie in der Mathematik möchte ich mit dem Positiven beginnen.
Martin Barkawitz weiß in diesem Roman zu unterhalten. In flottem, humorvollen Stil erzählt er die Geschichte der Blutgräfin Vanessa de Bradiscu, die von Budapest nach New York kommt und dort auf Großstadt-Vampire trifft, in einen Vampirclan-Krieg gerät und sich schließlich in einen attraktiven „jungen“ Vampir verliebt, den sie eigentlich im Auftrag der Gegenseite töten soll. Das alles ist flüssig im Heftromanniveau geschrieben und beschert einige amüsante Lesestunden.
Somit hat der Autor sein „Klassenziel“ auf jeden Fall erreicht.
Nicht aber der Verleger. Und damit komme ich zum Negativen:
Der Roman ist für stolze 10 Euro eine Beleidigung für jeden zahlenden Kunden, aber auch für jeden halbwegs bibliophilen Leser.
Das Cover paßt nicht zur Handlung, die sich hauptsächlich in New York abspielt. Das in Anlehnung an die kaum auftretenden Rattenmenschen erwählte Nagetier erinnert mehr an ein zahmes Meerschweinchen, das man auf den Schwanz getreten hat und ist künstlerisch eher kindlich naiv, was zum Genre Grusel/Horror nicht paßt.
Der Satz des Buches ist eine einzige Katastrophe. Hammellücken wohin das Auge blickt, an einer Stelle hat sich der Blocksatz völlig verflüchtigt, durch die stoisch gesetzten Einrücker wird der Text auf 152 Seiten gequält, aber auch unnötig auseinandergerissen, was den Lesefluß enorm stört.
Das Lektorat – soweit es erfolgt ist – hat auch allenfalls Heftromanniveau und ist schlicht gesagt grauenvoll.
Das Gerne Grusel trifft auf den Roman auch nicht zu,
Hier wird eine eher humoristische Vampirstory erzählt, die mehr Schmunzeln, als Grusel hervorruft. Wenn z.B. die Blutgräfin eine Betrunkene aussaugt und dadurch selbst einen gehörigen Schwips hat ...
Man hätte mit einem guten Lektorat in Zusammenarbeit mit dem Autor aus dem Plot viel mehr machen können und müssen – nämlich eine ordentliche Vampirhumoreske. So bleibt der schale Geschmack, dass man für sein gutes Geld zu wenig und schlecht verlegte Lesekost bekommt, die man in jedem günstigeren Heftroman auch erhalten hätte. Da täuschen auch die dilettantischen Innenillustrationen nicht drüber hinweg.
Diese Buch ist nicht konkurrenzfähig und ich kann nur vom Kauf abraten.
Ich wünsche dem mg-verlag mehr Sorgfalt und Selbstkritik, dann werden sich die Bücher sicher verbessern. Und ich hege die Hoffnung, da dies mein erster Titel aus dem Verlag ist, den ich rezensiere, dass dieser eine unrühmliche Ausnahme bleibt. Lasse mich daher gerne durch die nächsten Exemplare eines BESSEREN belehren.

© Alisha Bionda

 

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