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George A. Romero, Susanna SparrowDawn of the Dead Dawn of the Dead, USA 1978 Aus dem Amerikanischen von Michael Morris Horror, Taschenbuch Wenn es in der Hölle keinen Platz mehr gibt, kommen die Toten zurück auf die Erde. Tatsächlich sind die Toten zurückgekehrt und laben sich am Fleisch der Lebenden. In den gesamten USA, und vermutlich auch dem Rest der Welt, ist der Notstand ausgebrochen. Nach den Versuchen der irrwitzigen Katastrophe Herr zu werden kämpft nun jeder um sein eigenes nacktes Überleben. So auch Francine Parker, Assistant Managerin bei einem Fernsehsender, und ihr Mann Steve. Mit einem Helikopter wollen sie die Flucht ergreifen. Roger, ein befreundeter Polizist eines Sondereinsatzkommandos, soll sie begleiten. Der bringt seinen Kollegen Peter mit ins Boot, sehr zum Missfallen von Steve, für den der schwarze Hüne von Anfang an ein Störenfried ist. Gemeinsam verbarrikadieren sich die vier Menschen in einem verlassenen Einkaufszentrum. Nachdem sie unter Einsatz ihres Lebens den riesigen Komplex von den lebenden Toten gesäubert haben, richten sie sich in dem Gebäude häuslich an. Lebensmittel, Zerstreuung und Komfort gibt es mehr als genug. Nur die Einsamkeit und die Gewissheit, dass der Rest der Welt in Trümmern liegt, zerren an den Nerven der vier Überlebenden. Und dann geschieht das Unvermeidliche, Fran, Steve, Roger und Peter werden entdeckt. Leider hegen die Neuankömmlinge keine guten Absichten. Eine brutale und rücksichtslose Horde Plünderer hat das Einkaufszentrum als ihr neues Revier auserkoren. Doch Fran und die drei Männer geben sich nicht so leicht geschlagen und liefern den Eindringlingen eine blutige Schlacht, die von den Zombies eiskalt ausgenutzt wird. Eine blutige Schlacht ums nackte Überleben nimmt seinen Lauf ... Denkt man an fleisch- und hirnfressende Zombies, so denkt man auch an George A. Romero. Zumindest wenn man schon einen seiner eindringlichen, atmosphärisch dichten Zombie-Schocker gesehen hat. Mit Night of the Living Dead schrieb er Filmgeschichte und begründete eine neue Ära des Horrors. Die Fortsetzung Dawn of the Dead stand dem Erstling in Nichts nach und erlangte unter Splatterfans schnell Kultstatus, nicht zuletzt wegen der krassen Indizierung, die angesichts moderner Torture-Porns eine reine Farce ist. Aber damals ging George A. Romero einmal mehr zu weit; entsetzte, schockierte und begeisterte das Publikum. Und das mit einem vergleichsweise geringen Budget. Wie in Fortsetzungen so üblich, ging es bei Dawn noch sehr viel brutaler zur Sache. Action wurde großgeschrieben und der Schauplatz Einkaufszentrum war der perfekte Schauplatz für die beißende Sozialkritik Romeros. Auf das Filmemachen verstand sich Romero zweifellos, und tut es noch, wie seine Neuinterpretationen des Themas beweisen (Land -, Diary- und Survival of the Dead). Mit dem Roman zum Film Dawn of the Dead hat er sich auch als Schriftsteller versucht, mit tatkräftiger Unterstützung von Susanna Sparrow. Herausgekommen ist ein höchst unterhaltsamer Schocker, kurzweilig und minimalistisch geschrieben und den Film detailgetreu wiedergebend. Wer den Streifen kennt (welcher Zombie-Fan, der sich ein solches Buch zulegt, tut das nicht?), wird also mit Sicherheit nicht überrascht werden. Der Verlag Panini brachte den Roman 2004 unter dem Label Dino heraus, pünktlich zur Kinopremiere des Remakes von Zack Snyder. Angesicht der dort gebotenen Action und Fülle an Figuren bietet Romeros Original und die dazugehörige Novelle natürlich eine überschaubare Protagonistenzahl. Liebhaber des Zehn-kleine-Negerlein-Prinzips werden hier eher enttäuscht werden. Dafür konnten sich Romero und Sparrow voll und ganz der Charakterisierung von Fran, Steve, Roger und Peter widmen. Und gerade die Beziehungen und Spannungen untereinander angesichts der Extremsituation machen das Buch so lesenswert. Als sehr störend werden die häufigen und schnellen Szenenwechsel, in denen die Autoren ohne Vorwarnung von einem Hauptakteur zum nächsten springen, empfunden. Dawn of the Dead ist als Roman sicherlich kein Muss, aber ein vergnüglicher, blutiger Zeitvertreib. Das Cover zeigt eines der zahlreichen, einprägsamen Filmplakatmotive. Der blutige Schädel des Zombies sowie der blutrote Titelschriftzug fallen sofort ins Auge. Material und Verarbeitung des Taschenbuchs sind hochwertig und ihr Geld allemal wert. Fazit: Copyright © 2012 by Florian Hilleberg |