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Rezension - Black Dagger - Band 5 - Mondspur

J.R. Ward
Black Dagger - Band 5
Mondspur
Aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
Titelfoto von Dirk Schulz
Titelgestaltung von Animagic Bielefeld

Romantic-Mystery, Taschenbuch
Heyne, München, 03/2008
320 Seiten / 7,95 €
ISBN: 9783453565111

Düster, erotisch, unwiderstehlich – die letzten Vampire kämpfen um das Schicksal der Welt

Sie sind eine der geheimnisvollsten Bruderschaften, die je gegründet wurden: die Gemeinschaft der BLACK DAGGER. Und sie schweben in tödlicher Gefahr: Denn die BLACK DAGGER sind die letzten Vampire auf Erden, und nach jahrhundertelanger Jagd sind ihnen ihre Feinde gefährlich nahe gekommen. Doch Wrath, der ruhelose und maßlos attraktive Anführer der BLACK DAGGER, weiß sich mit allen Mitteln zu wehren. Die Schlacht beginnt!

Wie in jedem BD-Band beginnt auch dieser mit dem Glossar der Begriffe und Eigennamen.
Und schon taucht man erneut in die Welt der BLACK DAGGER und ihrer Feinde ein – mit einem weiteren interessanten Paar.

Bella, die schöne Vampirin und Freundin von Mary, wurde vor sechs Wochen von Lessern entführt. Zhadist (Z), der eine ungewohnte Faszination für Bella verspürt, die offenes Interesse an ihm bekundet hat und ihn dadurch in große Verwirrung stürzte, Phury, sein Zwilling, und Vishous verfolgen drei Lesser bis an den Rand von Caldwell. Z tötet sie – ohne in Erfahrung zu bringen, ob Bella noch lebt und wo sie sich befindet.
Z und Vishous fühlen sich beide auf ihre Weise zu Bella hingezogen, doch sie zeigte nur Interesse für den (vermeindlich) kalten, brutalen und von Frauenhass zerfressenen Z.

Bei den Lessern geht es auch turbulent zu. Mr. O (O), stellvertretender Befehlshaber nach dem Haupt-Lesser Mr X, hat diesem gegenüber verschwiegen, dass er Bella gefangen hält, die er als seine »Frau« ansieht und nur für sich haben will. X kommt ihm jedoch auf die Schliche und warnt O, nicht zu verweichlichen, doch dieser ist schon in kranker Leidenschaft für die schöne Vampirin entbrannt.
Bella hingegen nutzt – trotzdem er sie gefangen hält – die Macht über O und spielt mit seinen Gefühlen, weil sie ihn hasst und er sie anekelt.
Während ihrer Gefangenschaft wird sie von Erinnerungen an ihr altes Leben und ihre Familie (Mutter, Bruder) heimgesucht. Bellas Bruder Herzenge (Rehv), ein hochgradig aggressiver Vampir, fühlte sich immer für seine Schwester verantwortlich.
Doch Bella denkt auch an Z.

Ein weiterer Charakter, von dem man schnell vermutet, was »in« ihm steckt, nimmt ebenfalls immer mehr Gestalt an – John Matthew, der bei Tohrment und seiner Frau Wellsie lebt. John wird von seltsamen Träumen gequält, wird das erste Mal von Tohrment auf das Anwesen der BLACK DAGGER gebracht und begegnet dort erstmalig Wrath, dem König und seiner Frau Beth. Aber auch Wellsies Cousine Sarelle, zu der er sich hingezogen fühlt.
Dr. Havers stellt bei einer Blutuntersuchung fest, dass John ein reinrassiger Krieger ist – und dass er in Darius von Marklons Abstammungslinie steht. So nah, dass John eigentlich Darius`Sohn sein müsste (die Leser der bisherigen Bände ahnen aber längst anderes). Tohr klärt John auf, wer Darius war und dass Beth dessen Tochter und somit Johns Schwester sei.

Z zieht es immer wieder in die Nähe von Bellas Haus, das er von allen Spuren des Überfalls der Lesser reinigt. Je häufiger er dorthin geht, desto heimischer fühlt er sich. So sehr, dass er sogar mit dem Gedanken spielt, es zu kaufen – sollte Bella nicht zurückkehren. Wohl um eine Art Verbindung zu ihr zu behalten.
Die Leser erfahren in diesem Band – durch Zs Erinnerungen – wieder mehr über ihn, aus der Zeit (1802) als er als Blut- und Sexsklave seiner Herrin gequält und missbraucht wurde. Seither erträgt er es nicht mehr, berührt zu werden.
Z stellt für mich immer mehr den interessantesten Charakter der bisherigen Serienbände dar.

Auch Butch, der Ex-Cop, der jetzt als einziger Mensch in der Bruderschaft der BLACK DAGGER lebt, hat dankenswerterweise wieder einen Auftritt. Er vermisst nach wie vor die schöne Vampirin Marissa, die er liebt, die aber nichts von ihm wissen will. Den Grund verwehrt die Autorin den Lesern aber bisher leider. Hoffentlich nur um die Spannung zu halten bzw. zu forcieren – denn es wäre schade, wenn dieser Strang ungeklärt im Sande verlaufen würde.

O beschafft für Bella einen Vampir, der ihr als Nahrungsquelle dienen soll. Doch dieser kann entfliehen und Butch, Phury und Vishous erfahren von dem Entflohenen, dass Bella noch lebt. Daraufhin ist Z natürlich nicht mehr zu halten, und er und seine dunklen BD-Brüder machen sich auf in das Lesserzentrum um Bella zu befreien. Danach legen sie das Zentrum in Schutt und Asche. Z kümmert sich rührend um die verletzte und entkräftete Vampirin und zwischen ihm und seinem Zwillingsbruder entwickelt sich eine immer stärkere Rivalität um Bellas Gunst. Und während Z an Bellas Bett wacht, wird er erneut von Erinnerungen an seine Sklavenzeit heimgesucht – und er erhält für den Leser immer mehr »Tiefe«.
Als es Bella wieder besser geht, sucht sie nach wie vor Zs Nähe, findet seinen asketischen, aber vernarbten Körper wunderschön, sie nährt sich von ihm, denn für sie ist Z der Einzige, doch er stößt sie immer wieder schroff von sich, weil er sich aufgrund seiner Vergangenheit für unrein hält, dabei verzehrt er sich nach ihr.
Der Leser erfährt in dem Zusammenhang auch Rückblicke auf die Zeit, in der Phury seinen Zwillingsbruder Z suchte, dessen Herrin Catronia den Hof machte und wie er Z schließlich befreite und dabei sein eigenes Bein opferte.
Als Z, Butch und Phury Bella auf ihren Wunsch nachts zu ihrem Haus bringen, sieht sie Z im Kampf mit einem Lesser, und wie brutal er dabei vorgeht – und steht unter Schock (was für eine Vampirin recht menschlich wirkt).

O verfolgt derweil bei den Lessern eigene Pläne, um an die Macht zu kommen und X seiner Position zu berauben. Als ihm das gelungen ist, kennt er nur noch ein Ziel: Er will Bella zurück in seine Gewalt bekommen und Z, der sie befreit hat, töten.

Bellas Bruder jedoch wartet ungeduldig auf Bellas Rückkehr in ihrem Haus. Er ist nicht gut auf die BLACK DAGGER zu sprechen, die er für rücksichtslos Frauen gegenüber hält. Rehvenge will Bella fortan durch eine »Bannung« schützen ... wird Z sie jemals wiedersehen ... oder sie durch die Bannung auf ewig verlieren?

Nun könnte man meinen, bei BLACK DAGGER liefe alles nach Schema F ab und es ginge nur um die einzelnen Liebesgeschichten. Flüchtig betrachtet ist das vielleicht so, aber im Gesamten ist die Serie erheblich mehr. Denn da ist ja neben dem BLACK DAGGER-Strang noch die Handlungsebene der Lesser, die ebenfalls immer mehr an »Gestalt« animmt. Aber auch innerhalb der Bruderschaft der BLACK DAGGER brilliert jeder Charakter durch eine eigene, starke und teils sehr eigenwillige Persönlichkeit – und das Vampir-Universum, das die Autorin schafft, wird immer komplexer und dichter und das auf eine leicht erzählte Weise. Somit ist BLACK DAGGER flotte vampirische Unterhaltung, in der auch die Action und Erotik nicht zu kurz kommt, aber dennoch auf einem guten Niveau und in einer guten Ausgewogenheit.

Die Aufmachung ist wie immer ansprechend, die Covermotive verströmen alle die gleiche Atmosphäre und somit sollte diese Serie bei keinem Vampirliteraturliebhaber fehlen.

Fazit:
Immer dichteres Vampirserien-Netz rund um die Black Dagger-Bruderschaft und ihre Pro- und Antagonisten. Wer sich flott und spannend – mit einer Prise Erotik – unterhalten lassen will, ist hier an der richtigen Adresse.

© Alisha Bionda

 

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