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Rezension - Rick Masters Band 7

Andrew Hathaway
Rick Masters Band 7
Blutwahn

Horror, Paperback
Romantruhe, Kerpen-Türnich, September 2010
150 Seiten / 7,95 €

Der Band enthält die Einzelromane Blutwahn und Das Grauen hockt in Zelle 8, die erstmals im Jahr 1975 in der Reihe GEISTER-KRIMI erschienen sind.

Blutwahn
Rick Masters macht Urlaub in dem abgelegenen, malerischen Dorf Tydfield in Wales. Dort wird der Geisterdetektiv alsbald mit sonderbaren Phänomenen konfrontiert. Erst kommt Angie, die Tochter des Gastwirtes der Pension, in der Rick wohnt, verspätet, desorientiert und in desolatem Zustand nach Hause. Wie in Trance prophezeit sie, dass ihr Eltern noch derselben Nacht sterben werden. Die Bewohner sind von Grauen erfüllt, tun die Warnung aber dennoch als Folge des Schocks ab, den sie fälschlicherweise einer Vergewaltigung zuschreiben. Doch in der Nacht wird die Ahnung zur Gewissheit. Der Gastwirt wird brutal enthauptet und auch seine Frau stirbt auf grausame Art und Weise. Für Rick Masters steht fest, dass die Morde mit übernatürlichen Phänomenen in Zusammenhang stehen. Glücklicherweise bittet die walisische Polizei Scotland Yard um Amtshilfe, sodass auch Chefinspektor Hempshaw in Tydfield ermitteln darf. Doch schon bald geraten Rick und sein alter Freund Kenneth in heftigen Streit darüber, ob die Morde natürlichen Ursprungs sind oder nicht. Rick sieht in Angie den Schlüssel zu den grauenvollen Taten. Doch was hat es mit dem Wort Blutwahn auf sich, das die Runde macht? Einige Einwohner gehen Rick Masters in auffälliger Weise aus dem Weg, wenn er die Sprache auf den Blutwahn bringt. Aber das Morden geht weiter und Rick muss erkennen, dass er gegen einen mächtigen Feind zu kämpfen hat, gegen den ihm selbst seine ganze Erfahrung nichts nützt …

Das Grauen hockt in Zelle 8
Ein heimtückischer Anschlag kostet dem ehrenwerten Richter Sir Winston Storrington das Leben. Kurz nach einer weiteren Verurteilung wird der Schädel des Richters von seiner Perücke buchstäblich zerquetscht. Rick Masters wird von den Hinterbliebenen engagiert, um schnellstmöglich zu einem Ergebnis zu kommen und den Täter dingfest zu machen. Gemeinsam mit Chefinspektor Kenneth Hempshaw versucht er zu ergründen, wer in der Lage ist eine derart perfide Rache nicht nur zu planen, sondern auch durchzuführen. Allein der Modus Operandi spricht für einen schwarzmagischen Hintergrund. Doch die Zahl der Verurteilten durch Richter Storrington geht in die Hunderte. Erst als ein Staats- und ein Rechtsanwalt ebenfalls Opfer tückischer und dämonischer Anschläge werden, engt sich der Kreis der Verdächtigen ein. Dann wird die Ahnung zur Gewissheit. Auch Chefinspektor Hempshaw steht auf der Liste des unheimlichen Mörders und Rick Masters weiß sich keinen Rat mehr, wie er seinen Freund vor einem grauenvollen Tod bewahren kann …

Der Band enthält zwei weitere Geister-Krimis, die zu den Klassikern dieser Literatur-Gattung gezählt werden dürfen. Der Name der Reihe, in der die Hefte ursprünglich erschienen sind, ist auch dieses Mal Programm, denn neben der unheimlichen, gruseligen Komponente wird viel Wert auf das Krimi-Element gelegt. In beiden Fällen muss Rick Masters seinen Grips anstrengen und erst mühsame Detektiv-Arbeit leisten, ehe er seinem Gegner von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten kann. Gewürzt werden die Romane von teilweise sehr brutal geschilderten Morden. Erst im späteren Verlauf der Serie werden die Fälle etwas harmloser, vermutlich bedingt durch den Jugendschutz, der ja auch bei anderen Serien und Reihen den Rotstift zückte.

Blutwahn ist ein klassischer Heftroman, in dem das ungeschriebene Gesetz zum Tragen kommt, welches besagt, dass kein Held ungestört Urlaub machen darf. Dabei hat Richard Andrew Hathaway Wunderer allerdings trotz aller Klischees durchaus den Mut besessen, seinen Detektiv gegen den üblichen Heftroman-Strich zu charakterisieren. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Helden wie John Sinclair, Tony Ballard oder Professor Zamorra ist Rick Masters alles andere als ein Teamplayer. Teilweise verschreckt er mit seinen gewagten Theorien auch seinen einzigen Verbündeten Chefinspektor Hempshaw, der allerdings bisweilen auch sehr verbohrt dargestellt wird. Natürlich als Gegengewicht zum Geisterdetektiv, dessen Mutmaßungen fast immer korrekt sind. Hier wünscht man sich manchmal eine etwas höhere Fehlerrate, die zeigt, dass auch ein Rick Masters nicht unfehlbar ist. Natürlich hat auch der Detektiv viel Erfolg bei den Frauen, doch glücklicherweise wird dieser Umstand in den vorliegenden Romanen nicht über Gebühr strapaziert und lediglich am Rande erwähnt. Und so, wie jeder Geisterjäger keinen Urlaub ohne Abenteuer machen kann, so wird wohl jeder Held, der einer solchen Profession nachgeht, auch irgendwann mit einem dämonischen Henker konfrontiert. Der Plot der Geschichte ist jedoch ziemlich originell. Der Stil entspricht den typischen Heftromankriterien der 70er Jahre, obwohl auf lästige Anglizismen, die damals modern waren, verzichtet wurde. Gemeint sind Synonyme wie Girl, Orangejuice, Office usw. Befremdlich wirken aber Beschreibungen wie nervige Fäuste, was wohl im Sinne von sehnig gemeint ist.
Der zweite Roman beginnt mit einem Mord, der mit dem Wort bizarr am besten beschrieben ist. Und so geht es auch munter weiter, wobei die Art und Weise, wie der Rechtsanwalt erst in den Wahnsinn und dann in den Tod getrieben wird, Arachophobikern die Haare zu Berge stehen lassen wird. Ein durch und durch fesselnder Roman, bei dem lediglich das arg konstruierte Finale sauer aufstößt. Abermals zeigt sich, dass Rick nicht nur unkonventionell in der Auswahl seiner Methoden ist. Darüber hinaus beansprucht er nicht immer das Privileg selbst derjenige zu sein, der dem dämonischen Mörder den Rest gibt. Hinzu kommt, dass der Autor durchaus auch überraschende Wendungen einzubauen versteht. Es sind viele kleine Besonderheiten, die die Romane mit Rick Masters zu echten Geheimtipps unter Sammlern machen. Und auch der siebte Band der Liebhaber-Edition von Romantruhe ist die Anschaffung wert. Sowohl für Fans der Serie, als auch für neugierige Leser, die einfach gut unterhalten werden wollen.

Pujolar heißt der Künstler des gewöhnungsbedürftigen Titelbilds dieser Ausgabe. Der Illustrator ist mit seinen Werken auch auf den Hörspielcovern der Reihe GEISTER-SCHOCKER vertreten. Das vorliegende Werk indes hat nur entfernt etwas mit dem Inhalt der Geschichten zu tun. Das Henkersbeil passt immerhin gut zum Plot des ersten Romans. Ansonsten ist das Bild eine typische Collage mit allerlei Grusel-Elementen, wie sie in den 70er Jahren modern war. Auf der Rückseite, neben den Klappentexten sind die Original-Titelbilder zu sehen, die schon besser zu den Inhalten passen.

Fazit:
Klassische, spannende und kurzweilige Geister-Krimis aus den 70er Jahren in neuem Gewand. Für wenig Geld bekommt der Leser zwei unterhaltsame, liebenswert skurrile Gruselgeschichten geboten, die nichts für schwache Nerven sind.

Copyright © 2011 by Florian Hilleberg

 

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