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Hit The Road, Jack!

Hit The Road, Jack!

Jacks Gutenachtgeschichten 3
von Torsten Sträter
Paperback 125 x 200 mm
Eldur Verlag
198 Seiten, 7,95 €

Hit The Road, Jack!Mit diesem dritten Band der Serie versucht der Autor Torsten Sträter erneut, das Übersinnliche sowie menschliche Schwächen und Triebe in einem unterhaltsamen Mix zu vereinen und dem Leser in kleinen Portionen zu servieren. Er hat dabei 13 sehr unterschiedliche Geschichten verfasst, die im Folgenden näher beleuchtet werden sollen.

  • Das Dessert (Nette Story zur Einstimmung mit einem pikanten Schluss. Der Höhepunkt kommt etwas spät, zuvor fehlt dem Gericht Pepp.)
  • Zimt (Böse Geschichte, in der das erste Mal "zur Sache" geht. Hat mir gut gefallen, vor allem die Pointe zum Schluss.)
  • Auftakt (Wieder eine etwas mäßige Geschichte. Ein seichter Plauderton, der nicht so recht die Stimmung zu vermitteln weiß. Der Schluss löst aber einen kleinen Aha-Effekt aus.)
  • Das Lächeln Asiens (Pikante, kleine Story, die erst von den alltäglichen Unzulänglichkeiten der Menschen, dann durch den eigentlichen Thrill und schließlich vom Schluss lebt. Hat mir sehr gefallen.)
  • Post It (Die beste Story bisher. Humorvoll und skurril, bis hin zu einem sehr nachdenklichen Schluss, der bewegt. Klasse!)
  • Wahrscheinlich gegen elf (Böse Story, die mich gleichfalls überzeugen konnte.)
  • Berechtigter Münzeinwurf (Ähm ... ein Comic in einem solchen Buch? Wer Comics zu schätzen weiß, findet ihn bestimmt toll. Leider gehöre ich nicht dazu. Die Idee war allerdings ungewöhnlich, die Story an sich gelungen. Der Stil des Zeichners hingegen ... Aber ich bin ja auch kein Comic-Fan. Dennoch ein Fleißpünktchen für die ungewöhnliche Idee.)
  • Unbekannter Teilnehmer (Wieder eine skurrile Story, spannend und verwirrend. Hat mir sehr gut gefallen und kam bis dahin in meiner persönlichen "Hitliste" auf Platz zwei. Post It war einfach zu genial.)
  • Von Schuld und Schneiderkreide (Ja, das hatte was. Auch wenn die Geschichte sehr behäbig ist und sich der Aha-Effekt erst zum Schluss einstellt. Sie läuft Gefahr, zu schnell überblättert zu werden.)
  • Das Haus der römischen Ziffern (Konnte mich nicht vollends überzeugen. Skurril und verstörend, aber nicht ganz so schlüssig. Die Motive des Protagonisten kommen nicht vollends raus. Schade eigentlich ...)
  • Lyi geceler, Mr. Lewis (Bis zu diesem Zeitpunkt war "Post It" mein Liebling. Dann wurde er von dieser Top-Story abgelöst. Von vorne bis hinten gelungen. Humorvoll, spannend und skurril. Nur der Schluss, den habe ich nicht ganz verstanden. Aber das konnte die Story nicht abwerten.)
  • Schnickschnack (Nach der vorangegangenen Story ein klarer Abfall. Verstörend, hat mich nicht mehr richtig angesprochen. Vielleicht weil der Vorgänger zu gut gewesen war oder weil mich die ganze Sache nicht berührt hat. Seltsame Charaktere, bizarre Szenen.)
  • Hit the Road, Jack (Namensgeber des Bandes und leider die in meinen Augen schwächste Geschichte des Bandes. Kein Schlusspunkt, kein letzter Höhepunkt sondern eine Fortsetzung des Spannungsabfalls.)

Der Band ist ein Auf und Ab. Sehr starke Geschichten wechseln sich mit schwächeren Storys ab. Schade ist, dass der Band nach Lyi geceler, Mr. Lewis nicht mehr in die Gänge kommt und zum Schluss abfällt. Als ich das Buch aus der Hand legte, blieb darum das seltsame Gefühl zurück, um den Höhepunkt gebracht worden zu sein. Eine etwas andere Anordnung hätte diesen Effekt sicherlich verhindern können. Andererseits ist dies bei Kurzgeschichten schwer zu sagen, da sie von den verschiedenen Lesern unterschiedlich bewertet werden.
Der Gesamteindruck des Bandes bleibt dennoch positiv, denn die gelungenen Geschichten versöhnen mit den anderen, so dass man in der Nachbetrachtung durchaus von einem guten Leseerlebnis sprechen kann. Da ich die ersten beiden Bände bisher nicht kenne, vermag ich nicht zu sagen, wie gut oder schlecht das Buch im Vergleich zu „Hämoglobin“ und „Postkarten aus der Dunkelheit“ ist. Darum entfällt eine solche Bewertung.

© Gunter Arentzen

 

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