Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Paperbacks anderer Autoren / Romanhelden Horror - Christoph Schwarz - Band 33


Rezension - Christoph Schwarz- Band 33

Gunter Arentzen
Christoph Schwarz - Band 33
Vampire auf der Wartburg
Titelillustration von Uwe Köhl


Mystery-Thriller, Paperback
Romantruhe, Kerpen, Februar 2008
247 Seiten / 12,95 €
ISBN: 9783940812049

www.romantruhe.de

Besucher der Wartburg werden von kleinen, blutsaugenden Fledermäusen angegriffen und verletzt. Die Polizei schaltet Christoph Schwarz ein, denn Vampir-Fledermäuse sind in Deutschland nicht heimisch. Gemeinsam mit Rafael macht sich Christoph auf den Weg zu diesem geschichtsträchtigen Bauwerk. Zu Beginn zweifelt er daran, dass überhaupt ein Fall für ihn vorliegt. Doch dann entdecken sie die Wahrheit und geraten in höchste Gefahr.

Band 33 enthält zusätzlich noch die Geschichten:
Todesfalle Loreley
Die Teufelshaut

Vampire auf der Wartburg
Christoph Schwarz und Rafael Kramer widmen sich dem nächsten Fall, in dem es um blutsaugende Fledermäuse geht, die in der Nähe der Wartburg gesichtet wurden, wo sie auch Menschen angegriffen haben.
Christoph Schwarz trifft sich mit Hauptkommissar Erich Dendrow und begegnet auch wieder Hauptkommissar Fritz Kirschner.

Ein jugendliches Liebespaar wird während einer Nachtwanderung mit der Klasse in einer Höhle in der Nähe der Wartburg von Fledermäusen angegriffen und verletzt.
Als Christoph Schwarz und seine Begleiter dort auftauchen, sehen sie auch die Fledermäuse, von denen sie ebenfalls angreifen werden. Als er mit Rafael Krämer die Höhle erneut in Augenschein nimmt, entdecken sie eine zweite direkt unter der Wartburg, in der die Fledermäuse hängen. Doch diese machen einen unwirklichen Eindruck auf sie und hinterlassen keine Spuren – kein Kot, kein Fell. Schon bald stellen die beiden Männer fest, dass die Flattertiere ferngesteuerte Roboter sind.
Roger Müller untersucht eines der »Tiere«, das sich als technische Meisterleistung entpuppt und dazu dient Menschen Blut abzuzapfen, aber auch dem Opfer etwas zu injizieren.
Christoph Schwarz vermutet, dass die SSSK (erforscht das Paranormale – teils auf unethische Weise) dahinter steckt.
Dann behauptet ein anonymer Anrufer, etwas über die Fledermäuse zu wissen. Christoph Schwarz trifft sich mit ihm und gerät in eine Falle, befreit sich aber mittels Magie.
Aber nicht nur er wird in Gefangenschaft genommen, ebenso ergeht es Roger Müller, und auch Christoph Schwarz wird mit Rafael Kramer und Fritz Kirschner im Laufe der Handlung erneut überwältigt - von SSSK-lern und einer Amazone namens Tabea ...

Diese Episode wirkt wie der Vorbereitung auf folgende, denn im Grunde passiert nicht viel, außer dem Auftauchen der sonderbaren Fledermäuse und dass die Antagonisten mehrfach übertölpelt werden. So bleibt abzuwarten, was noch folgt.

Die Zwischenspieltexte verbinden wieder die drei Kapitel. Bei dem Ersten handelt es sich um einen Kurztext, der auf dem sagenhaften »Avalon« (der Heiligen Insel) handelt. Belinda befindet sich dort und ihr erscheint die Banshee.

Todesfalle Loreley
Der Plot dieses Kapitels rankt sich um die Nixe Celestia (benutzt den Namen Nemesis), die vom Hass auf die Menschen getrieben am Rheinhafen Koblenz auf dem Frachtkahn »Rotterdam« den Kapitän, seinen Matrosen und seinen Maschinisten ermordet.
Conny ist auf einer Lesung von und mit ihrer Freundin Lea, die dort ihrer beider Beziehung bekannt gibt, die von den Medien aufgegriffen und ausgeschlachtet wird. Was Conny fortan zum »Gesprächsthema« innerhalb des Kollegenkreises werden lässt.
Conny hat jedoch noch ein anderes Problem: In einer Vision hört sie eine bösartige Stimme – Celestia ist mit ihr in Verbindung getreten und Conny wird mental von den anderen Nixen getrennt, zu denen sie in Kontakt steht. Conny »sieht« nur noch das, was Celestia ihr suggeriert – z. B. wie sie eine Familie ermordet. Von dem Zeitpunkt an nimmt Celestia immer wieder telepathisch mit Conny Kontakt auf und prophezeit ihr, die Menschheit zu vernichten – so bekommt es Conny mit der Nixe von der Loreley zu tun ... und tritt ihr am Ufer des Rheins entgegen.
Die Episode strotzt wieder vor mystischen und sagenhaften Verquickungen, was bei der Kürze solcher Texte manchmal ein wenig überfrachtet wirkt, und eher als Plot für einen komplexen Roman gedient hätte, um alle Stränge ordentlich aufzubauen und zu Ende zu führen. Denn Conny sieht sich natürlich nicht nur Celestia gegenüber, sondern auch dem »Herrn des Rheins« und den drei Rheintöchtern. Auch vor »Faust« wird zitattechnisch nicht haltgemacht.

Das nächste Zwischenspiel zur dritten Episode hin handelt von einem »Werwolf«, der in Frankfurt in einem Laufhaus (Bordell) gesichtet wurde. Conny und Linda Zimmermann gehen dem nach. – und stecken mitten im nächsten Fall.

Die Teufelshaut
Daniela Lück, Journalistin (tauchte schon in Band 30 auf), wird in ein Haus gerufen, in dem die junge Maria Lessario (16 J.) mit einem seltsam verzogenen Schädel auf ihrem Bett liegt.
Auf ihrem Körper wird seltsam borstige Haut sichtbar und das junge Mädchen spricht gotteslästerlich. Daniela Lück wohnt einer Teufelsaustreibung bei, die an Maria vorgenommen wird – von Christian Becker (ebenfalls bekannt aus Band 30, wurde die Priesterwürde entzogen). Maria gibt preis, sie sei Satan, der Herr der Unterwelt und lässt unflätige Bemerkungen gegen Becker und Daniela Lück los. Becker stellt fest, dass Maria nicht besessen ist, und lässt sie in eine psychiatrische Klinik einweisen.
Doch Daniela Lück will die Story weiterverfolgen.

Lina Zimmermann, Connys neue Kollegin (Krankheitsvertretung für die komatöse Suzanne), wird in einen Fall um einen Amokläufer involviert, zu dem auch Conny Blank gerufen wird. Auch der Amokläufer behauptet Satan zu sein, auch sein Schädel ist verformt und er hat ebenfalls borstige Haut.
Belinda kehrt von Avalon zurück – mit einer Halbmond-Tätowierung – und ist nun eine Schwester der Heiligen Insel.
Conny kontaktiert Belinda und Christoph Schwarz wegen des neuen Falls, trifft sich mit Daniela Lück und hört somit auch von Maria, die die gleichen Symptome aufweist. Von dem behandelnden Arzt des Amokläufers erfahren sie, dass es noch weitere Fälle, dieser Anomalitäten gibt. Einer von ihnen, Lukas Funke, wurde von einer Fledermaus gebissen, was in Belinda den Verdacht weckt, dass die SSSK ihren Plan, der seine Anfänge auf der Wartburg nahm, nun umsetzt. Nach einer Prüfung steht fest, dass alle »Veränderten« Bissspuren aufweisen.
Ein mysteriöser Arzt taucht mit seiner Assistentin – die sich als Tabea entpuppt - in der Klinik auf, in der alle Veränderten untergebracht wurden. Tabea tötet einen Arzt und Sicherheitsbeamten und sie und Dr. Thun (der Arzt, der sie begleitet) nehmen zwei der fünf Veränderten (Lukas Funke und Ulrike Fröhlich) mit.
Bei dem Satanisten Wagner treffen Conny und Christian Becker wieder aufeinander, dabei stellt sich heraus, dass die beiden Männer Halbbrüder sind ... im Keller des Hauses entdecken sie Schreckliches ...

Soviel zu diesem Episodenband der Serie CHRISTOPH SCHWARZ, in dem Gunter Arentzen wieder munter drauflos schreibt. Wie immer wird deutlich, dass es dem Autor nicht an Ideen mangelt, auch wenn sie teilweise nicht ernsthaft umgesetzt werden.
Aber Heftromanleser erhalten hier eine kurzweilige Unterhaltung, die keine Seite langweilt, ohne in die Tiefe zu gehen. Wer das sucht, ist bei dieser Serie an der richtigen Adresse und hat darüber hinaus ein sauber gebundenes Taschenbuch.

Die Aufmachung ist wie gewohnt: Das Covermotiv stimmig, das Papier gut, der Satz okay, nur das Lektorat, falls es erfolgt ist, lässt sehr zu wünschen übrig. Neben Fehler im gesamten Text gab es auch (was eher darauf schließen lässt, dass kein Lektorat erfolgt ist) z. B. auf S. 24 »… er lag auf dem Buch …« – statt Bauch –, S. 201 »… aus dem Koma erwarte …« – statt erwachte etc.
Dafür wird ein umfangreiches Glossar am Ende des Bandes geboten, das auch neuen Lesern einen Einstieg ermöglichen soll und wird.

GUNTER ARENTZEN ist mit komplexen Romanen besser beraten, da seine Ansätze ordentlich und ausbaufähig sind, bei den CS-Episoden kommen sie zu kurz, was vergeudetes Potenzial bedeutet. Was er ebenfalls benötigt, ist ein ordentliches und strenges Lektorat, damit er nicht immer wieder in dieselben Fehler verfällt und sich und seinen Stil entwickeln kann.
Gute Ansätze hat er – wie gesagt – es fehlt nur streckenweise am nötigen Rüstzeug. Das ist ihm künftig zu wünschen.

Fazit:
Unterhaltsamer Serienband, der jedem Heftromanfreund kurzweilige Lesestunden bescheren wird.

© Alisha Bionda

 

© by 2009
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox