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Rezensionen - Volk der Finsternis

Robert E. Howard
Volk der Finsternis
Übersetzung: Doris Hummel

Horror, Hardcover Schutzumschlag und Leseband
Festa Verlag, Taucha, Oktober 2009
344 Seiten / 28,00 €
ISBN: 9783865520623

Robert E. Howard (1906-1936) gehörte zum erlauchten Kreis von Lovecrafts Brieffreunden. Natürlich blieb dies nicht ohne Konsequenzen, da er Lovecrafts Ideen weiterentwickelte und gemeinsam mit ihm durchdiskutierte. Leser, die den Namen des Autors vielleicht nicht kennen, haben auf jeden Fall schon einmal den Namen einer seiner Figuren vernommen: Conan. Doch neben Geschichten und Romanen um diese Fantasyfigur verfasste Robert E. Howard innerhalb seines kurzen Lebens eine hohe Anzahl weiterer Romane und Kurzgeschichten, die sich in den Bereichen Horror und Fantasy bewegen oder beide Genres miteinander verbinden.

Im Festa Verlag erschien nun ein Teil von Howards Horrorgeschichten zum ersten Mal in einem Band. Dieser trägt den Titel »Volk der Finsternis« und liefert einen hervorragenden Überblick über Robert E. Howards Schaffen. So begegnen dem Leser neben den von Lovecraft inspirierten Geschichten, klassische Gruselgeschichten, unheimliche Kriminalfälle sowie Fantasy.

Gleich den Anfang macht die Conan-Kurzgeschichte »Volk der Finsternis«, welche diesen in sich zerrissenen Charakter wunderbar darstellt und dabei eine spannende Handlung liefert, die sich um ein bizarres Höhlensystem rankt. Es folgen Geschichten über unheimliche Rituale (z. B. »Schaufelt mir kein Grab«, die durch ihre sehr dichte, surreale Atmosphäre hervorsticht), Geschichten über Menschen, die von unheimlichen Träumen verfolgt werden (z.B. »Die Kobra aus dem Traum«, eine wundervolle, weil klassische Schauergeschichte) sowie Geschichten über schreckliche Tiermenschen, wie »Wolfsgesicht« oder »Die Hyäne«. Howard huldigt Lovecraft mit seinen Geschichten »Der Fluch des Meeres«, »Aus der Tiefe« sowie »Die Kreatur mit den Hufen«. »Das Grauen aus dem Hügelgrab« und »Der Mond von Zambebwei« runden den Band hochkarätig ab.

Howards Geschichten stechen durch ihre Schnelligkeit hervor. In einem extrem rasanten Tempo jagt er den Leser von einem Schrecken zum nächsten. Zudem gelingt es ihm durch seine fantasievolle Sprache, das Grauen regelrecht plastisch in Erscheinung treten zu lassen. Trotz Action gelingt es Howard, unheimliche, alptraumhafte Szenarien zu kreieren, die man nicht so schnell aus dem Gedächtnis verliert. Seine Horrorgeschichten sind somit kleine Meisterwerke, die man auch mehrmals lesen kann, ohne dass sie etwas von ihrer Faszination und ihrem Unterhaltungswert verlieren.

Copyright © 2010 by Max Pechmann

 

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