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David CaseTerrorinsel Grafik und Innengrafik: Mark Freier Horror, Hardcover mit Schutzumschlag »Die Insel strahlte hell wie sonnengebleichte Knochen, gegen die sich der pechschwarze Schattenfall bleischwer ausmachte. Das passte nicht so recht zueinander, denn es gab keine Graustufen zwischen Licht und Dunkelheit, als ob sich beides in unterschiedlichen Dimensionen abspielte.« Der Skandalreporter Jack Harland befindet sich auf dem Weg nach Pelican Cay, einer der Florida-Key-Inseln, um dort einen Biochemiker namens Elston zu treffen. Elston forscht dort in einem abgeriegelten Komplex auf dem Gebiet der chemischen Lobotomie. Der Wissenschaftler ist bei den Treffen merklich nervös und seine Auftraggeber unterbrechen das Treffen, bevor er zum Kern seiner Geschichte kommen kann. Ein Einheimischer erzählt Harland von einem blutigen Experiment, das er hinter den Zäunen der Sperrzone beobachtet hat. Einer der Versuchspersonen hat sich beim Versuch, einen Betonblock anzuheben, ohne sichtbare Gefühlsregung den Arm gebrochen. Als eine weitere Versuchsperson aus dem Forschungsgelände ausbricht und Menschen angreift, ist dies der Auftakt für ein apokalyptisches Schreckensszenario. Das Serum, das die Versuchs-personen erhalten, macht sie zu willenlosen und schmerzunempfindlichen Kreaturen mit hohem Aggressionspotenzial. Und sie geben diese Eigenschaften an ihre Opfer weiter. »Sie könnten sich ja ihrer menschlichen Bedürfnisse entsonnen haben und – na ja, hungrig geworden sein. Andererseits benahmen sie sich nicht so und schenkten ihrem Festmahl auch keine größere Beachtung. Stattdessen rissen sie einfach das Fleisch von den Knochen und kauten halbherzig darauf herum, als erinnerten sie sich dunkel an erst vor Kurzem aufgegebene Gepflogenheiten.« David Cases Novelle TERRORINSEL scheint der BLITZ-Beitrag zum aktuellen Zombie-Hype zu sein. Hier wurde der Verlag überraschenderweise in der mittelfernernen Vergangenheit fündig und reanimierte David Cases Novelle PELICAN CAY, die 2001 für den World Fantasy Award in der Kategorie Beste Erzählung/Novelle nominiert war. Die Story ist allerdings schon um einiges älter. Eine geplante Arkham-House-Anthologie, für die PELICAN CAY ursprünglich entstand, ist nie erschienen. Veröffentlicht wurde PELICAN CAY dann erstmals 1999 in DARK TERRORS 5, später in David Cases eigener Sammlung PELICAN CAY & OTHER DISQUIETING TALES. Man merkt allerdings, dass es sich bei David Case um einen Schreibprofi handelt, der es versteht, eine Geschichte aufs Wesentliche zu reduzieren. Einige gut verteilte Seiten mehr im Dienste der Personenzeichnung oder der Atmosphäre hätten dennoch nicht geschadet. Die Story ist zwar souverän aufgebaut, aus heutiger Sicht allerdings leicht vorhersehbar und einfach zu pragmatisch erzählt um vollständig zu überzeugen. Die Stimmung geht irgendwann in dem Zombieaufmarsch einfach verloren. Dabei sind einige Szenen grundsätzlich gut gelungen, z. B. wenn unsere Helden sich mitten durch die Zombies bewegen müssen, wie weiland Tippi Hedren und Rod Taylor in Hitchcocks DIE VÖGEL durch den dichten Vogelteppich. Auch die Schlussszenen am Leuchtturm wissen in ihrer apokalyptischen Symbolik zu gefallen. Wie alle neueren BLITZ-Veröffentlichungen erscheint TERRORINSEL als handliches Hardcover mit Schutzumschlag, das sich im Regal sehr gut macht. Für Covermotiv, -layout und Frontispiz, sowie für den sauberen Satz zeichnet wieder einmal der mehrfache Preisträger Mark Freier verantwortlich. Die Umsetzung der Novelle als eigenständiges Buch resultiert jedoch in einer auffallend großen Schriftgröße. Mit einem Preis von 15,95 schlägt TERRORINSEL dann auch recht happig zu Buche. Fazit: Copyright © 2011 by Elmar Huber |