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Dacre Stoker/ Ian HoltDracula - Die Wiederkehr Originaltitel: Dracula: The Un-Dead Ins Deutsche übertragen von Hannes Riffel Horror, Hardcover mit Schutzumschlag 592 Seiten / 19,95 € Genau 112 Jahre nach dem erstmaligen Erscheinen von Bram Stokers Klassiker unter den Vampir-Romanen »Dracula«, schaffen es zwei Autoren, eine hochoffizielle Fortsetzung unter Schirmherrschaft der Stoker-Familie erscheinen zu lassen, welche nun endgültig klären soll, was mit dem berühmten Transylvanier geschehen ist. Kein einfaches Unterfangen, handelt es sich immerhin nicht um die erste Fortführung der Handlung um den literarischen Vater der Vampire. Doch beteiligt daran ist niemand geringerer als der Autorendebütant und Urgroßneffe des irischen Dracula-Schöpfers Dacre Stoker. Fünfundzwanzig Jahre nach den schrecklichen Geschehnissen in London, Whitby und Transsylvanien befindet sich der beruflich und privat gescheiterte Dr. Seward auf der Spur eines gewissenlosen Mörders. Seine Mitstreiter um die Seele Wilhelmina Harkers und das Ende von Graf Dracula haben jedweden Kontakt zu ihm verloren oder meiden ihn absichtlich. Schließlich kommt der Verdacht auf, dass die Vernichtung des Vampirs nicht gründlich genug begangen wurde und in London mehren sich geheimnisvolle Ereignisse, die auf die Rückkehr Draculas hindeuten: Prostituierte werden ermordet, geheimnisvolle Dokumente tauchen auf und schon bald befinden sich besonders der inzwischen dem Alkohol verfallene Jonathan Harker und seine Frau Mina in größter Gefahr. Zunächst sei gesagt, dass » Dracula – Die Wiederkehr« - natürlich – seinem klassischen Original nicht auch nur im entferntesten das Wasser reichen kann. Allerdings hat das sicherlich auch niemand erwartet. Auf die von Stoker so grandios funktionierende Erzählform von Tagebucheintragungen und Briefen wird in der Wiederkehr zugunsten einer direkten Erzählweise verzichtet. Dies ist auch nicht der einzige Bruch mit Traditionen aus dem Original, welche Dacre Stoker und der meist als Drehbuchautor arbeitende Ian Holt vornehmen. Zu guter Letzt hat man die gesamte Originalgeschichte und die prägenden Eigenschaften der damaligen und auch heutigen Hauptfiguren entmystifiziert und durch den Fleischwolf der Geschichte gedreht, sodass beinahe nichts mehr der Phantasie des Lesers überlassen bleibt. Die Helden des » Dracula« von 1897 bekommen ihren Charme genommen und zugunsten einer zeitgenössischen Menschlichkeit allerlei Probleme angedichtet wie Alkoholismus, Ehebruch, Rachsucht, die Angst vor dem Tod und Gedankenübertragung durch Blut(!). Nach dem Roman haben Dacre Stoker und Ian Holt noch eine Erklärung angehängt, welche ihre Gründe für eine Fortsetzung darlegt. Diese liest sich eher wie eine Entschuldigung. Nämlich dafür, dass sie Jahreszahlen des Originals an ihre Fortsetzung angepasst haben, dass viele Autoren und Filmproduzenten sich über Jahre hinweg an der Originalgeschichte vergangen haben, weil Stokers Witwe und damit all seine Erben wegen eines juristischen Faux-pas keine Erträge über die Grenzen des Vereinigten Königreiches hinaus erhalten konnten. Fazit:
© Mirko Röhm |