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Carlton Mellick IIIDie Kannibalen von Candyland Originaltitel: The Cannibals of Candyland Übersetzung: Michael Plogmann Cover Artist: Ed Mironiuk Bizarro Fiction, Bunt gebunden, Duftcover, Leseband www.carltonmellick.com »’ne Menge Leute kommen zu mir und wollen eine Waffe, um ihre Kinder vor den Zuckermenschen zu schützen. Sie behaupten, sie hätten die wirklich aus der Nähe gesehen. Ich habe ihnen in die Augen geblickt und nicht einer von denen hat mich angelogen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob sie wirklich existieren oder nicht. Aber ich habe eine Menge Leute getroffen, die davon überzeugt sind, dass es sie gibt.« Als Kind musste Franklin Pierce mit ansehen, wie seine drei Geschwister von der Zuckerfrau bestialisch getötet wurden. Seit dem hat sich Franklin geschworen, die Existenz der Zuckerwesen zu beweißen, dann könnte z.B. das Militär sie vernichten. Doch niemand in seiner Umgebung glaubt ihm, dass die Zuckerwesen tatsächlich existieren. Franklin besorgt sich eine Pistole, denn die Leiche eines Zuckerwesens sollte Beweiß genug sein. Tatsächlich gelingt es Franklin während der Verfolgung eines Zuckermanns, in das Candyland einzudringen. »Um vollkommen ihr Vertrauen zu gewinnen, muss er vollkommen einer von ihnen werden. Franklin begreift, dass er eine Menge Dinge tun muss, die ihm absolut nicht gefallen, um ihr Vertrauen zu erlangen. Er ist sich nicht sicher, ob er das alles wirklich ertragen kann.« Obwohl die Hauptfigur bereits zu Anfang als Sonderling charakterisiert wird, lässt Carlton Mellick III den Leser noch kurze Zeit im Glauben, sich in der normalen Welt zu bewegen. Doch immer wieder bricht der Autor die Realität auf, wird zunehmend surrealer und grotesker und zieht den Leser in seine fantastische und gefährliche Welt. Aus reinem Überlebenswillen ist Franklin gezwungen, sich mit der mörderischen Zuckerfrau, Jujube, zu arrangieren, um nicht von den anderen Zuckermenschen getötet zu werden. In den Gesprächen zwischen Franklin und Jujube kontert diese stets mit den pragmatischen Regeln des Candylands gegen die schwammigen und ineffizienten Gepflogenheiten der Menschen. Und so wird DIE KANNIBALEN VON CANDYLAND plötzlich zur kleinen Groteske, mit der CM3 der menschlichen Gesellschaft einen Spiegel vorhält. DIE KANNIBALEN VON CANDYLAND funktioniert also durchaus auf zwei Ebenen. Mit DIE KANNIBALEN VON CANDYLAND hat sich der Festa-Verlag eine kleine Perle geangelt, deren Brillanz man erst nach abgeschlossener Lektüre erfasst, denn der Autor lässt keine Verschnaufpause aufkommen. Noch dazu ist das Büchlein in knapp drei Stunden durchgelesen. Dennoch gelingt es CM3, seine Story in immer neue Richtungen zu peitschen, ohne dass ihm diese entgleitet. Sowohl der »Held« Franklin Pierce als auch das anfängliche Monster Jujube machen auf nur 150 Seiten grundlegende Entwicklungen durch, die es schwer machen, sich am Ende von diesen beiden Figuren zu trennen. »Es ist auch üblich, dass der Gebieter Stücke seines Gatten isst. Gebieter nehmen sich ihre Partner, weil ihnen der Geschmack gefällt, deswegen ist es natürlich, dass der Herrscher Teile seines Gatten essen will. Und den meisten Untertanen gefällt es, zuzusehen, wie ihr Gatte Stücke von ihnen isst.« Zur Einführung von CM3 bei Festa hat Verlagsleiter Frank Festa nicht gekleckert, sondern geklotzt. Das Covermotiv von Ed Mironiuk wurde von der US-Ausgabe übernommen. Das Buch kommt als Hardcover samt Lesebändchen daher, wurde auf rosa Papier gedruckt und streichelt man den Bauch der Candy-Lady auf dem Cover, duftet dieser nach dem Candyland (nach Erdbeeren). Frank Festa setzt so viel Vertrauen in CM3, dass mit ULTRA FUCKERS und DER BABY-JESUS-ANAL-PLUG bereits zwei weitere Veröffentlichungen in vergleichbarer Ausstattung geplant sind. |
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Carlton Mellick IIIDie Kannibalen von Candyland Aus dem Amerikanischen von Michael Plogmann The Cannibals of Candyland, Eraserhead Press 2009 Titelbild: Ed Mironiuk Bizarro Fiction, Bunt gebunden, Duftcover, Leseband Franklin ist ein Sonderling. Heilige Scheiße! Copyright © 2011 by Gunter Arentzen |