
Rezensionen - Hardcover anderer Autoren / Romanhelden - Horror

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von
Gunter Arentzen | Erik Schreiber

Owl Goingback
Crota
Hardcover
250 Seiten/ 18,95 Euro
Otherworld Verlag
ISBN 978-3950218534
Grauenvolle Morde geschehen und reißen die Menschen im Hobbs County aus ihrem sonst so beschaulichen Leben. Die Opfer werden auf brutale Art verstümmelt, Tiere gehäutet und abgeschlachtet.
Wer oder was steckt hinter diesen Taten? Sheriff William „Skip“ Harding und seine Leute stehen vor einem Rätsel. Sie denken an okkulte Sekten oder an Verbrechen, die unter Drogeneinfluss begangen wurden. Manche denken auch, dass ein Bär sein Unwesen treibt. Doch je brutaler die Morde werden, umso unwahrscheinlicher wird diese These.
Auch der Wildhüter und Medizinmann Jay Little Hawk findet abgeschlachtetes Vieh im Wald. Doch anders als die Behörden bekommt er eine Vorstellung von dem, was die Leben forderte. Eine alte Sage der Indianer, über viele Generationen weitergegeben scheint der Schlüssel zu sein. Das Problem für den Wildhüter besteht nun darin, die Behörden von seiner Theorie zu überzeugen und den Kampf gegen das aufzunehmen, was seiner Meinung nach für all die Toten verantwortlich ist – der Crota. Aber die Legenden sagen, dass man ihn nicht so einfach töten kann. Wie also soll es ihm gelingen, oder Sheriff Harding? Das Leben unzähliger Menschen steht plötzlich auf dem Spiel...
Owl Goingback, seines Zeichens selbst ein Choktaw-Cherokee, weiß wovon er schreibt. Geschickt verknüpft er in seinem Roman Indianer-Mythologie und pures Grauen. Gewürzt mit einem Schuss unaufdringlicher Kritik an seinem Volk, der Ausbeutung unseres Planeten und den Weißen schuf er so einen Roman, der mit Bram-Stoker-Award ausgezeichnet wurde.
Der Stil kann als schnörkellos bezeichnet werden. Er nimmt sich zwei Protagonisten vor und erzählt deren kurze Begegnung im Kampf gegen etwas Unfassbares. Die Story ist sehr geradlinig; so, als folge sie einer Muschelschnur. Lediglich eine kleine Wendung weist der Plot auf, die der Geschichte Würze verleiht. Dennoch wird der Roman nicht vorhersehbar, auch wenn er straight auf das Finale zuhält. Die dichte Atmosphäre und die Spannung sorgen dafür, dass es dem Leser zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Dies liegt zum einen an der guten, schlichten Erzählweise des Autors, zum anderen an dem Flair, den er zwischen den Seiten auszubreiten weiß. Dabei verzichtet der Autor überwiegend auf harte Beschreibungen, setzt sie aber dort ein, wo sie notwendig sind und nicht rein der Effekthascherei dienen.
Ein Buch ohne Fehl und Tadel?
Fast mag es so erscheinen. Doch haben sich zwei Dinge eingeschlichen, die ein wenig störend wirken. Zum einen entpuppt sich der Sheriff zu einem Viertelblut, da seine Großmutter eine Medizinfrau war. Und natürlich freundet er sich rasch mit der Indianer-Mythologie sowie mit den Riten an. Dabei bekommt er sogar Besuch von den Ahnen, die helfend eingreifen. Das hat etwas von dem bekannten Deus ex machina.
Zum anderen wird der Roman am Ende, nach dem eigentlichen Plot, leider etwas kitschig. Hier wurde von dem Autor zu viel Mystik und Magie beschworen, eine zu große Alles-wird-gut-Stimmung erzeugt. Das hätte es nicht gebraucht, um die Botschaft des Werks zu transportieren; zumal das Ende nichts mehr zum eigentlichen Geschehen beiträgt.
Absolut einwandfrei hingegen ist die Verarbeitung des Buches. Eine gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen machen den Roman auch optisch sehr ansprechend.
Fazit:
Ein hochklassiger Roman, der geschickt Indianer-Legenden und Horror verbindet und seine Leser fesselt. Trotz der kleinen Minuspunkte ein gelungenes Werk, das uneingeschränkt empfohlen werden kann.
© Gunter Arentzen
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CROTA
von Owl Goingback
Otherworld Verlag
231 Seiten /18,95 €
ISBN: 978-3-9502185-3-4
Buddy Jerworski hat ein Problem. Seiner 1948 Panhead Harley Davidson ist das Benzin ausgegangen. Er wollte nur mal schnell sehen, ob alles in Ordnung ist und eine kleine Probefahrt machen. Es ist nicht alles in Ordnung. Der Tank ist leer. Das Problem vergrößert sich expotential, als ihn plötzlich eine Bestie jagt. Er ist sicher, ein Bär ist hinter ihm her. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als er von einem Lastwagen angefahren wird und der Verfolger verschwindet.
Die Ruhe bleibt nicht lange erhalten, als diese gelben, bedrohlichen Augen auftauchen. Es ist eindeutig kein Bär. Aber die Überraschung, was es wirklich ist, behalten der Lastwagenfahrer Jim und Buddy für sich. Sie werden nie wieder darüber reden. Können.
Um 03:15 Uhr wirft man den Sheriff von Hobbs County aus dem Bett, als man den scheußlichen Doppelmord entdeckt. William „Skip“ Harding ist mit seinen Kollegen der Meinung, es sei ein Bär. Allerdings gibt es jemanden, der da ganz anderer Ansicht ist. Jay Little Hawk erkennt in der Art und Weise, wie die Menschen starben, einen Anhaltspunkt auf den Crota. Die folgenden Morde, mit denen der Sheriff sich herumschlagen muss, scheinen Little Hawk zu bestätigen.
Der Crota ist eine wilde Kreatur, die nur für die Jagd und den Kampf lebt. Der Crota fügt seinen Opfern Leid und Schmerz nur aus Spaß zu. Nach einem jahrhundertelangen Schlaf erwachte die Kreatur der Hölle und sie hat einiges nachzuholen. Auf ihre Spur setzt sich der Medizinmann und Wildhüter Jay Little Hawk. Ihm zur Seite steht, wenn auch eher widerstrebend, der Sheriff. Aber auch nur, weil er der Bestie fast selbst zum Opfer gefallen wäre. Jedoch erst als er sich mit Strong Eagle und Jay Little Hawk in einer Schwitzhütte trifft, scheint es einen Weg zu geben, denn der Sheriff hat eine Vision.
Owl Goingback ist Choctaw-Cherokee-Indianer und gehört damit zu der amerikanischen Minderheit, die unter den eingesiedelten Neu-Amerikanern am meisten zu leiden haben. Owl Goingback schrieb bereits erfolgreich Romane und Kinderbücher. Er wurde Preisträger des Bram Stoker Awards und anderer. Mit seinen Romanen greift er aber nicht nur das Thema Unterhaltung auf. Er schafft es, dem Leser unterschwellig Probleme unterzuschieben, die in der Jetztzeit ungelöst von Politikern hin und her geschoben werden. Damit will er sicherlich erreichen, dass der Leser sich ein paar Gedanken um seine Umwelt macht und sich aktiv für eine Verbesserung einsetzt.
Andererseits ist er mit seiner Handlung auch nicht neu. Schon Stephen King hat sich eine Kleinstadt vorgenommen und mit dem großen Bösen konfrontiert. Damit ist der Ansatz der Erzählung nicht ungewöhnlich. Was mir an diesem Autor imponiert ist jedoch, dass er es nicht beim Horror und der Bekämpfung des selbigen lässt. Der Roman ist eine gute und spannende Mischung. Schamanistische Weisheiten finden sich hier genauso wie politische Anspielungen und reiner Horror. Wirft man einen genaueren Blick auf seine Handlungsträger, sehen wir hier Menschen wie du und ich. Menschen, die noch etwas erledigen wollen, bis das Grauen zuschlägt. Überraschend, aggressiv, unvorhersehbar. Die Mischung aus „vielleicht doch noch gerettet“ und „Pech gehabt“ ist es, die das Buch lesenswert macht.
Das Buch hat einen gut gemachten Schutzumschlag, der mir gar nicht so gefällt. Ohne
Umschlag ist das Buch viel ansprechender. Ein rotbrauner Einband, der an getrocknetes Blut erinnert mit einer Goldprägeschrift ist schon etwas Gutes.
© Erik Schreiber
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