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Rezension - Schattenjagd

Alexander Kent
Die Folgeromane der Richard-Bolitho-Saga - Band 4
Schattenjagd - Adam Bolithos Sondermission
Aus dem Englischen von Uwe D. Minge

marinehistorischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, März 2007
386 Seiten / 8,95 €
ISBN: 9783548264653

Im Jahr 1818 kommen viele neue Dinge auf Adam Bolitho zu. Zum einen steht seine Heirat mit Lowenna kurz bevor, zum anderen bekommt er als erster Kommandant die neue Fregatte »Onward«. Beruflich wie privat hat sich für Adam einiges geändert: Neben Bryan, der langjährigen Verwalter des Gutes der Bolithos, ist auch Catherine nun tot und die Freunde trauern um diese beiden Menschen. Aber auch um seinen ehemaligen Diener und jetzigen Midshipman David Napier muss sich Adam kümmern, denn der Junge hat eine schwere Verletzung und ein leichtes Trauma zu überwinden. So ist Adam erleichtert, dass der Junge als Midshipman auf sein neues Schiff kommt, mit dem Adam Bolitho auf geheimer Mission unterwegs ist. Zusammen mit der französischen »Nautilus« ist der junge Captain auf diplomatischer Mission unterwegs und trifft auf einen alten Gegner: Mustafa Kurt.
Aber auch in Falmouth ist herrscht große Aufregung: Thomas Herrick und Nancy Roxby gestehen sich ihre Liebe und Elizabeth Bolitho gerät in tödliche Gefahr …

Wenn man diese Serie um Richard Bolitho und seinen Neffen Adam so verfolgt, kann man sehen, wie sehr sich die Serie und mit ihr der Autor entwickelt hat. Stand am Anfang eher der Krieg und die Figur des Richard Bolitho im Mittelpunkt, so sind es heute neben Richard bzw. Adam Bolitho auch die anderen Figuren aus der Bolitho-Welt und neben dem Krieg und dem Leben der Soldaten ist es auch der Alltag, die Liebe und das Leben von denen, die zurückbleiben müssen.

In »Schattenjagd« vereinigt Alexander Kent wieder all das, was wir an seinen Romanen so lieben: Abenteuer, Action, Verzweiflung, Treue, Freundschaft, Liebe. Und wie immer sind auch die Toten nicht ver-gessen, also all jene Figuren, die wir Leser lieb gewonnen haben und im Laufe der letzten knapp 30 Büchern den Serientod gestorben sind, wie zum Beispiel Martyn Dancer, der beste Freund Richard Bolithos aus Midshipmantagen und natürlich Richard Bolitho selbst sowie seine letzte große Liebe Catherine Somerville.

Einer der heimliche Hauptfiguren dieses Buches ist (mal wieder) Thomas Herrick. Geradezu ergreifend stellt Alexander Kent dessen Situation und Leben vor, wie es nach der Marine aussieht. Nun ist Herrick endgültig Rentner und weiß im Grunde gar nicht, wo er hin soll. Einerseits zieht es ihn dorthin, wo er sich wohl gefühlt hat, nach Falmouth zum Bolithostammsitz, andererseits steht ihm wie immer sein Starrsinn im Weg. Thomas Herrick ist, wie auch John Allday, einer der Vertreter, die Alexander Kent dem Leser vorstellt und an deren Figuren er dem Leser zeigt, was mit denen ist, die »vom Meer und der Marine ausgespuckt werden«. Wie kommen die Menschen zurecht, die jahrelang, ja Jahrzehnte lang im Krieg waren und nun wieder zurück in die Zivilisation sollen? Ein Thema, das auch im realen Leben gerade sehr aktuell ist.

Aber auch wie es ist, mit dem alten Erzfeind zusammenzuarbeiten, wird von Alexander Kent in »Schattenjagd« sehr gut gezeigt. Adam Bolitho und seine Mannschaft müssen mit dem französischen Kapitän Luc Marchand und dessen Mannschaft zusammenarbeiten. Beide Mannschaften haben eine Mission zu erfüllen, die sie nur gemeinsam bestehen können. Aber wie schwer es ist, vor allem für Soldaten, mit dem ehemaligen Feind plötzlich zusammenarbeiten zu müssen, welches Misstrauen herrscht, wird von dem Autor sehr gut beschrieben. Natürlich, hier kommt wieder einmal die eigene militärische Vergangenheit des Autors zum Vorschein. Am Ende des Romans heißt es: » …Der Kapitän ist mein Freund. Das war genug.«

Fazit:
»Schattenjagd« ist ein Roman, den man aufmerksam lesen sollte. Man kann viel daraus lernen …

Bewertung:



© Cornelia Sibilitz

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