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Rezension - Hatz ohne Erbarmen

Alexander Kent
Die Folgeromane der Richard-Bolitho-Saga – Band 2
Hatz ohne Erbarmen - Adam Bolithos Jagd auf die Sklavenschiffer
Aus dem Englischen von Uwe D. Minge

marinehistorischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, Oktober 2008
480 Seiten / 8,95 €
ISBN: 9783548280011

Nach jahrzehntenlangem Krieg herrscht endlich Frieden im Europa des Jahres 1815. Großbritannien reduziert seine Flotte und nur wenige Schiffe bleiben im Dienst der Krone. Zu den wenigen Glücklichen gehört auch die »Unrivalled« unter Adam Bolitho. Der junge Kapitän, seine Mannen und die Fregatten werden nach Afrika geschickt, um skrupellose Sklavenjäger aufzuspüren und wenn möglich zu vernichten. Aber diese Aufgabe hört sich leichter an, als sie ist, denn nicht nur die Sklavenhändler kämpfen mit jedem Trick, von denen einer fast Bolitho das Leben kostet, auch sein neuer Vorgesetzter ist alles andere als umgänglich. Und dann kämpft Adam Bolitho noch immer mit der Vergangenheit: Noch immer traut sich der Neffe Richard Bolithos nicht, sein Erbe und seinen Platz in der Seefahrerfamilie einzunehmen. Erst ein unerwartetes Treffen mit Thomas Herrick, Richard Bolithos ältestem und besten Freund, und James Tyacke, dem letzten Flaggkapitän Richard Bolithos, sowie dem Zusammentreffen mit einer schönen, geheimnisvollen Frau sorgen dafür, dass sich Adam beruflich wie privat seinen Problemen stellt …

Mit dem Roman »Hatz ohne Erbarmen« führt Alexander Kent seine Leser gewohnt gekonnt in die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts. Der Roman ist flott geschrieben, auch wenn er mehrere Themen gleichzeitig aufgreift und an zwei Orten spielt: zum einen an der Küste Afrikas und zum anderen in Falmouth, dem Heimatort der Bolithos.

Mit Lowenna führt der Autor eine neue starke Frau ein, die sich anschickt, den Stab von Lady Catherine zu übernehmen und die vom Leser geliebt werden wird. Und auch Nancy Roxby, Sir Richards jüngste Schwester und Adams Tante, greift öfter in das Geschehen ein.

Noch immer trauert Adam um seinen Onkel und noch immer ist er sich nicht sicher, ob er in dessen Fußstapfen treten kann. Das kommt sehr schön in der Szene zum Ausdruck, wo sich Adam mit Sir Gregory Montagu, einem Maler, unterhält. Und auch die Treffen mit James Tyacke und vor allem mit Thomas Herrick zeigen deutlich, dass das Alte nicht vergessen ist. Den Fehler, der von vielen Autoren gemacht wird, mit dem Tod des Hauptprotagonisten auch die Nebenfiguren auszutauschen, macht Alexander Kent nicht. Ganz im Gegenteil, besonders Thomas Herrick wird später in den folgenden Büchern noch eine größere Rolle zuteil. Und auch die in der Richard Bolitho Reihe angefangene persönliche Fehde zwischen Thomas Herrick und Valentine Keen wird weitergeführt und sorgt dafür, dass sich Adam letztendlich entscheiden muss.

»Hatz ohne Erbarmen« zeigt den schweren Kampf gegen die Sklavenhändler auf, zeigt, wie brutal diese vorgehen, um ihre Ware zu behalten und somit Geld zu verdienen. Es zeigt auch, dass jene Männer, die jahrzehntelang im Krieg mit einem Feind waren, den sie verstanden, Probleme haben umzudenken und nicht ganz verstehen, warum sie vielleicht für etwas sterben sollen, was bis vor Kurzem noch legal war.
Interessant - und für den einen oder anderen Leser vielleicht vollkommen unerwartet - ist die Geschichte um Catherine, Lady Somerville. Neben dem üblichen Verdächtigen Paul Sillitoe, der ja schon Interesse an ihr zeigte, als Sir Richard noch lebte, kümmert sich auch Thomas Herrick um das Wohlergehen jener Frau, die er zu Lebzeiten seines Freundes nicht mochte. Ersterer tut dies in der Öffentlichkeit, der Zweite im Verborgenen. Auch dies ist spannend von Alexander Kent erzählt. Genauso wie die neue Lovestory, die hier noch in ihren Anfängen liegt. Aber um den nächsten Romanen schon einmal vorzugreifen: Die Liebesgeschichte zwischen Adam und Lowenna wird nicht die einzige bleiben. Es wird noch eine zweite dazukommen, die genauso rührig und genauso problematisch ist.

Fazit:
»Hatz ohne Erbarmen« ist ein erstklassiger Lesegenuss, mit einer supertollen Hauptstory, wundervollen Nebenstories, die zum einen noch aus der Richard Bolitho Reihe stammen und zum anderen hier neu angefangen werden.

Bewertung:



© Cornelia Sibilitz

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