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Rezension - Feindhafen Algier

Alexander Kent
Die Folgeromane der Richard-Bolitho-Saga – Band 1
Feindhafen Algier - Geheimauftrag für Adam Bolitho
Aus dem Englischen von Dieter Bromund

marinehistorischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, März 2006
420 Seiten / 7,95 €
ISBN: 9783548263571

1815 - An dem Tag als Napoleon Bonaparte wieder französischen Boden betritt, stirbt Sir Richard Bolitho und sein Neffe muss nicht nur mit seiner Trauer klarkommen. Mit seinem neuen Schiff - der Fregatte »Unrivalled« - führt Adam Bolitho das zu Ende, was sein Onkel Richard anfing. Aber nicht nur der Dey von Algier und ein verräterischer Spanier, auch sein neuer Vorgesetzter machen Adam Bolitho das Leben schwer. Und dann ist da noch die Sorge um Lady Catherine, die nun ebenfalls ihre letzte Schlacht gegen Belinda Bolitho und die feine Gesellschaft führen muss.

Der Roman »Feindhafen Algier« ist Band 1 der eigenständigen Adam Bolitho Reihe oder Band 27 der Saga um die Seefahrerfamilie Bolitho und sie knüpft ansatzlos an den Roman »Das letzte Gefecht« an. Man muss diesen Roman aber nicht gelesen haben, es hilft aber ungemein.

Es ist immer ein Risiko eine beliebte Figur sterben zu lassen und es ist ein besonderes Risiko, wenn es die Hauptfigur trifft. Alexander Kent macht hier nicht den Fehler, die viele andere vor und nach ihm gemacht haben. Er tauscht nicht das gesamte alte Team aus, es belässt es und lässt sie weiteragieren, wie George Avery, den letzten Flaggleutnant von Richard Bolitho, wie auch Allday, den Bootssteuerer und guten Freund Richards. Und noch etwas macht Alexander Kent, was andere nicht so gerne tun: Seine neue Hauptfigur - Adam Bolitho - trauert, ist unsicher und muss sich erst wieder fangen!

Geschickt schafft es Alexander Kent, ein spannendes historisches Seeabenteuer mit der zerbrechlichen Seele eines Trauernden zu paaren. Weder das eine noch das andere kommt zu kurz. Der neue Held zeigt Stärke, indem er Schwäche zeigt.

»Feindhafen Algier« ist der einzige Roman der gesamten Bolitho-Reihe, der mit einem Prolog anfängt. Dort wird jene Szene aus der Sicht von Adam Bolitho geschildert, wie er seinen Onkel zum ersten Mal trifft (Band 13 der Richard Bolitho Reihe: »Feind in Sicht«).

Aber nicht nur der Schmerz von Adam Bolitho wird hier sehr eindrucksvoll geschildert, auch der Schmerz von Richard Bolithos beiden Frauen - Lady Catherine und Lady Belinda, Geliebte und Ehefrau, wird hier deutlich gezeigt. Jede trauert auf ihre eigene Art und am Ende wird man sehen, dass beide ihn geliebt haben.
Auch in diesem Roman müssen wir uns von alten Weggefährten verabschieden und neue Freunde kommen hinzu, wie David Napier. Auch eine Figur, von der wir immer schon wussten, dass sie existiert, die aber nie wirklich auftauchte, wird ab »Feindhafen Algier« verstärkt auftauchen und in das Geschehen eingebunden: Elizabeth Bolitho.

»Feindhafen Algier«, so düster dieser Roman auch teilweise ist, macht Hunger nach mehr Adam Bolitho und weckt gleichzeitig die Sehnsucht nach den alten Romanen um Richard Bolitho. Ein wunderbarer Roman, viel Action, viel Gefühl und ein sehr guter Einstieg in die gesamte Serie.

Der König ist tot, es lebe der König!

Bewertung:



© Cornelia Sibilitz

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