Alexander Kent
Romane um Richard Bolitho - Band 25
Unter dem Georgskreuz: Admiral Bolitho im Kampf um Kanada
Aus dem Englischen von Dieter Bromund
marine-historischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, Dezember 2006
382 Seiten / 7,95 €
ISBN: 9783548266657
Im Jahr 1813 befindet sich Großbritannien bereits im zweiten Jahr im Krieg mit Nordamerika.
Admiral Sir Richard Bolitho, gerade erst von einer Mission zurückgekehrt, wird erneut in den Krieg geschickt.
Zuvor jedoch muss sich sein Neffe, Adam Bolitho, einem Kriegsgericht stellen, da er einige Monate zuvor seine Fregatte Anemone verloren hatte und in Kriegsgefangenschaft kam. Nach seinem Freispruch nimmt Adam Konter-Admiral Valentine Keens Bitte an, sein Flaggkapitän zu werden. Eine schwere Prüfung für die beiden Männer, denn beide trauern - jeder auf seine Weise - um Zenoria, der Ehefrau Keens und der Geliebten von Adam Bolitho.
Sie alle treffen sich erneut in Halifax, Neuschottland und Richard Bolitho muss nicht nur einen Angriff der Amerikaner auf Kanada verhindern, sondern schlägt sich auch mit einem Mann herum, der ihm ewige Rache geschworen hat …
Unter dem Georgskreuz ist der 25. Band der Bolitho-Reihe. Diesmal steht weniger der Krieg im Vordergrund, sondern vielmehr die persönlichen Bindungen zwischen den einzelnen Personen.
Ein großes Augenmerk wird dabei auf Adam Bolitho und Valentin Keen gelegt, die beide um Keens Frau Zenoria trauern und sich unwillkürlich voneinander entfernen. Besonders als sich Valentin Keen erneut verliebt, scheint ein Bruch der beiden Freunde unausweichlich.
Schon in den Romanen zuvor und in den Romanen danach hat Alexander Kent gezeigt, dass er nicht nur Schlachten und das Leben an Bord eines Kriegsschiffes plastisch schildern kann.
Das Verhältnis der Personen zueinander wird so intensiv geschildert, dass es die Spannung noch um vieles steigert und man merkt, dass es bald zu einem emotionalen Finale kommen muss. Nun, noch ist dieses Finale nicht zu sehen, aber wenn man diesen Roman gelesen hat, dann will man nicht nur, dann muss man auch die zuvor gehenden und die folgenden Romane lesen.
Ein Thema, das auch in diesem Roman vorkommt und in den Zeiten der Seekriege sehr oft vorkam, ist die Meuterei an Bord eines Schiffes. In diesem Fall streicht ein Schiff - die Reaper - aus dem Geschwader von Richard Bolitho die Flagge und die Mannschaft meutert so gegen ihren brutalen Kapitän, der von seinen Untergebenen totgepeitscht wird. Dieses Schiff wird durch ein Psychoduell zwischen Adam Bolitho und seiner Valkyrie und der Mannschaft der Reaper zurückerobert. Dieses Duell ist so intensiv geschildert, dass es gut und gerne mit jedem Psychothriller mithalten kann.
Und die Reaper-Affäre sorgt dafür, dass noch ein alter Freund nach Halifax kommt. Konteradmiral Thomas Herrick, der älteste Freund von Richard Bolitho soll über die meuternde Mannschaft richten.
Unter dem Georgskreuz ist ein spannender, eher für die Reihe leiser, Roman, den ich nur aufs wärmste empfehlen kann. Er eignet sich gut für den Einstieg der Serie oder in die Materie überhaupt, auch wenn er einer der letzten Romane ist. Mit Unter dem Georgskreuz bin auch in die Welt des Alexander Kent und der Bolithos eingestiegen.
Einziges Manko: Für einen so großen Verlag wie Ullstein ist es bedauerlich, dass die Rechtschreibfehler teilweise enorm sind.
© Cornelia Sibilitz
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