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marinehistorischer Roman, Taschenbuch Der Friede von Amiens lässt die Kriegsparteien Luft holen und neu aufrüsten. Vizeadmiral Richard Bolitho hat den Auftrag, in diplomatischer Mission nach Amerika zu segeln. Schnell wird ihm klar, dass dies ein Himmelfahrtskommando ist, denn politische Winkelzüge, Rebellion und Piraterie machen Bolitho deutlich, dass der Friede nicht lange dauern wird. Lediglich die Adoption seines Neffen Adam und die bevorstehende Geburt seines Kindes machen Bolitho diese Mission leichter. Doch dann lernt Adam Bolitho die amerikanische Vergangenheit seines Vaters kennen und muss sich entscheiden, ob er bei seinem Onkel bleibt oder in den Vereinigten Staaten ein neues Leben anfängt. Und zu allem Überfluss wird John Allday, Bolithos Bootssteuerer und guter Freund, schwer verletzt, und der Vizeadmiral muss um dessen Leben fürchten. Wer Verschwörungen mag, wird »Der Brander« lieben. Der Roman ist spannend, teilweise sehr einfühlsam, zum Beispiel als Adam Bolitho von seiner Adoption durch seinen Onkel erfährt. Sowieso spielt das Verhältnis zwischen Onkel und Neffe in diesem Buch eine große Rolle. Durch die Mission in Amerika erfährt Adam ein wenig mehr von seinem Vater, der von der britischen Marine desertiert ist und auf der Seite der Vereinigten Staaten um die Unabhängigkeit gekämpft hat. Die erste Liebe macht es dem jungen Offizier zudem nicht leichter, und er muss sich entscheiden, wem sein Herz und seine Treue gehören. In diesem Roman gibt es ein Wiedersehen mit einer Figur, die ich schon fast vergessen hatte: Jethro Tyrrell, der Bolithos Erster Offizier in den Romanen »Klar Schiff zum Gefecht« und »Die Entscheidung« war. Ein Amerikaner, der aufseiten der Engländer gekämpft hatte. Auch er muss sich entscheiden, ob er seinem alten Vorgesetzten die Treue hält oder ob er seinem neuen Herren dient. Es ist interessant zu lesen, wie Tyrell sein eigenes Spiel spielt, um es beiden recht zu machen. Aber letztendlich muss auch er sich für eine Seite entscheiden. Die Schrecksekunde in diesem Roman ist eindeutig die Szene, in der Allday schwer verletzt wird und um sein Leben kämpft. Die Reaktionen von Richard Bolitho, seinen Neffen Adam und seinem Flaggkapitän Valentine Keen, die alle drei Allday nahe stehen, zeigt, dass auch ein enges Freundschaftsverhältnis im starren Kasten der Dienstränge und Schichten möglich ist. Vieles hängt in »Der Brander« in der Schwebe und im Gegensatz zu vielen anderen Romanen ist man hier nicht so sicher, wie es ausgehen wird. Dieser Roman ist spannend, gefühlvoll und menschlich - ein Novum unter den Abenteuerromanen.
© Cornelia Sibilitz |
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