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Rezension - Der Stolz der Flotte

Alexander Kent
Romane um Richard Bolitho - Band 14
Der Stolz der Flotte - Flaggkapitän Bolitho vor der Barbareskenküste
Aus dem Englischen von Karl H. Kosmehl

marinehistorischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, Mai 2006
496 Seiten / 8,95 €
ISBN: 978 3548264578

Im Jahre 1797 wird die britische Flotte durch die Große Meuterei gelähmt. Eine gute Gelegenheit für Frankreich, seinem Erzfeind zuzusetzen. Richard Bolitho, Kommandant der »Euryalus«, wird Flaggkapitän des Admirals Broughton, der seit der Meuterei den Matrosen mit Misstrauen und Härte begegnet. Trotz dieses gespannten Verhältnisses zwischen Offizieren und Matrosen muss Richard Bolitho der französisch-spanischen Allianz Einhalt gebieten, die in Nordafrika einfallen will. Aber auch arabische Piraten machen dem Flaggkapitän das Leben nicht leichter. Erst als sein Freund Kapitän Thomas Herrick und sein Neffe Adam Pascoe zur Flotte stoßen, hat Richard Bolitho die Kraft und den Rückhalt, seine Mission zu erfüllen und Großbritannien das Vertrauen in die Marine zurückzugeben.

Das Thema dieses Buches ist die Große Meuterei, die im Jahr 1797 fast die gesamte britische Flotte lahm legte. Der Grund für die Meuterei waren die menschenunwürdigen Bedingungen unter denen die einfachen Matrosen zu leben hatten. Dazu kamen viele herrische und sadistische Kommandanten oder Offiziere.

Die Figuren in »Der Stolz der Flotte« stehen symbolisch für die damaligen Gruppen, die sich zum Teil unversöhnlich gegenüberstanden. Richard Bolitho, der von der Meuterei nur am Rande tangiert wird, und Thomas Herrick, der mitten drin ist, stehen für all jene Offiziere, die auf der Seite der Matrosen für bessere Bedingungen kämpften. Admiral Broughton vertritt die britische Gesellschaft, die den Matrosen seit der Meuterei nur noch misstrauten und ein hartes Vorgehen bevorzugten.

Diese unterschwellige Auseinandersetzung zwischen Richard Bolitho und Admiral Broughton dominiert den gesamten Roman und dadurch macht Alexander Kent wieder einmal deutlich, dass auf einem Kriegsschiff von Seefahrerromantik nichts zu spüren war.

Der »Stolz der Flotte« ist ein sehr spannender und vor allem historisch korrekter Roman, indem das Leben an Bord, die Bedingungen der einfachen Matrosen sehr gut geschildert wird. Die obligatorische Seeschlacht am Ende ist das Sahnehäubchen und nicht minder spannend geschildert, denn hier arbeitet Alexander Kent wie so oft mit der Angst des Verlustes und zeigt, dass auch Soldaten fühlende Menschen sind.

Und wie auch die britische Gesellschaft so wird auch Admiral Broughton am Ende das Vertrauen in die Matrosen wiedererlangen und wird verstehen, dass man den Feind nur gemeinsam entgegentreten kann.

Bewertung:



© Cornelia Sibilitz

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