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Rezension - Bruderschaft der See

Alexander Kent
Romane um Richard Bolitho - Band 3
Bruderschaft der See: Richard Bolitho in schweren Wassern
Aus dem Englischen von Uwe D. Minge

marinehistorischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, Dezember 2005
157 Seiten / 7,95 €
ISBN: 9783548264066

Dieser in der Handlungsabfolge dritte Band der Reihe wurde vom Autor erst nachträglich im Jahr 2005 zur inhaltlichen Ergänzung der Reihe verfasst!

Das Jahr 1774 beginnt für die beiden Freunde Richard Bolitho und Martyn Dancer mit der Leutnantsprüfung, die von den beiden auch mit Bravour bestanden wird.
Aber die beiden kommen nicht recht zum Feiern und zum Ausruhen schon gar nicht: Denn schon sehr bald werden Bolitho und Dancer Mitglieder einer Überführungscrew, die den Marssegelschoner »Hotspur« zu den Kanalinseln bringen soll. Doch schon bald begegnen sie Schmugglern, die Waffen für die Rebellen in den amerikanischen Kolonien an Bord hat. Und im Kampf mit dem Gegner wird Richard Bolitho zum ersten Mal mit einem persönlichen Leid konfrontiert.

»Bruderschaft zur See« ist der Kürzeste aller Richard Bolitho Romane, ist aber wichtig für all jene, die wie ich, Reihenleser sind und nicht gerne Lücken haben. Denn zwischen »Strandwölfe« und dem bis 2005 dritten Band »Kanonenfutter« gibt es durchaus eine inhaltliche Lücke, die nicht gerade klein ist. »Bruderschaft zur See« füllt diese mit einem spannenden Roman, dessen Ende allerdings ein klein wenig hingeklatscht wirkt.

Aber das rasche Ende sollte einem nicht den Genuss dieses Romans verhageln. »Bruderschaft zur See« ist spannend geschrieben, vom Schreibstil her irgendwo zwischen den Anfängen und den neuen Romanen. Und trotz der Kürze des Buches kein Buch für einfach so zwischendurch.
Denn wie schon in den Romanen zuvor, wird hier das Leben eines Midshipman wunderbar beschrieben, besonders die Art und Weise der Prüfung, die denen von uns, die bereits Prüfungen hinter sich haben, so einige Erinnerungen wecken.
Und auch mit dem Irrglauben, dass man sofort nach Bestehen der Leutnantsprüfung in die Offiziersmesse aufsteigen würde, wird hier aufgeräumt. Solange es keinen Grund oder keine Versetzung auf ein anderes Schiff gibt, bleibt alles beim alten.

Aber Richard Bolitho und Martyn Dancer haben Glück. Beide werden Mitglieder der Überführungscrew unter dem Ersten Leutnant der »Gorgon«. Wer noch das Leben an Bord eines Linienschiffes von Band 1 »Die Feuertaufe« im Kopf hat, hat hier die erstklassige Möglichkeit eines Vergleiches zwischen Linienschiff und Marssegler, zwischen Stammbesatzung und Übergangsmannschaft. Die Kürze der ersten Romane der Bolitho-Reihe erlaubt es dem Leser, diese Vergleiche anzustellen, und als angehende Historikerin kann ich nur empfehlen, dies zu nutzen. Denn spannender wird man so etwas nicht machen können!

Bewertung:



© Cornelia Sibilitz

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