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Rezension - Die Feuertaufe

Alexander Kent
Romane um Richard Bolitho - Band 1
Die Feuertaufe: Richard Bolitho – Fähnrich zur See
Aus dem Englischen von Karl H. Kosmehl

marinehistorischer Roman, Taschenbuch
Ullstein-Maritim, Berlin, 1999
203 Seiten / 6,95 €
ISBN: 9783548246147

Wir schreiben das Jahr 1772, und Midshipman Richard Bolitho muss gleich vor die Küste Senegals, um dort mit dem Linienschiff »Gorgon« das Piratenunwesen zu stoppen. Aber nicht nur mit den Piraten haben er und sein Freund Midshipman Martyn Dancer einen harten Kampf zu kämpfen, denn als Midshipman auf einem britischen Kriegsschiff ist man weder Fisch noch Fleisch und muss sich seinen Platz an Bord erkämpfen. Zudem ist da noch Leutnant Tergorren, der einen persönlichen Hass gegen Bolitho und dessen Familie hegt.

Wer die Bolitho-Reihe von Alexander Kent so wie ich von hinten aufzäumt, wird schwer geschockt sein über die Kürze der ersten Bücher. Lediglich 203 Seiten umfasst das erste Abenteuer unseres See- und Kriegshelden, aber schon hier werden die ersten Charakterstärken der Hauptfigur gezeigt.

Im Gegensatz zu den späteren Büchern - besonders ab Band 8 »Bruderkampf« - wirkt der erste Band noch ein wenig hölzern, ein wenig zu erklärend. Aber genau das macht die Stärke dieses Buches aus: Das Leben eines Middys – wie die Midshipmen, die Fähnriche – genannt werden, wird so gut wie möglich beschrieben, und man merkt dem Autor an, dass er diese harte Schule selber durchgemacht hat.
Die Geschichte spielt ausnahmslos im Bereich von Richard Bolitho, andere Sichtweisen, wie sie ab Band 8, aber besonders ab Band 13 »Feind in Sicht« Gang und Gäbe sind, gibt es nicht. Auch das ist eine Umstellung, wenn man die Reihe gemischt oder von hinten nach vorne liest. Wer mit Band1 anfängt, wird sehr schön den Verlauf und die Entwicklung der Reihe mitbekommen.

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: Die beiden jungen Gentlemen Richard Bolitho und Martyn Dancer lernen sich kennen und kommen gemeinsam auf das Linienschiff »Gorgon«, das schon bald an die Küste Senegals geschickt wird, um dort dem Piratenunwesen Einhalt zu gebieten. Die Midshipmen lernen das harte Leben an Bord kennen und auch die Konkurrenz, die zwischen den Offizieren herrscht, die es außerhalb der Kriegszeiten zuhauf gibt. Besonders Leutnant Tergorren macht Richard Bolitho das Leben zur Hölle, sorgt aber so dafür, dass er bereits auf sich aufmerksam machen kann, als Tergorren auf einer Prise ausfällt.
Lässt man sich als Leser darauf ein, dann ist Band 1 mehr als nur ein Einstieg oder ein Lesen für Zwischendurch.

Bewertung:



© Cornelia Sibilitz

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