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Rezension - Die Maurin

Lea Korte
Die Maurin


Historischer Roman, Taschenbuch
Droemer/Knaur Taschenbuch, München, Februar 2010
672 Seiten / 9,95 Euro
ISBN: 9783426502303

1478 bis 1492: Zahra as-Sulamis wächst in einem Harem in Granada während der letzten Phase der Reconquista, dem Konflikt zwischen Kastiliern und Mauren, auf. Da die Mutter Kastilierin und der Vater Maure sind, kommt es auch in der Familie zu schlimmen Zwistigkeiten. Zahra selbst ist eine energische Person, die ihr Leben selbst bestimmen will. Damit gerät sie immer wieder in Streit mit ihrem maurischen Vater, der ihr Temperament durch eine Heirat zügeln will. Ein wenig Freiheit gewinnt sie durch ihre Spionagedienste bei der gefangenen Sultanin Aischa. Aber diese Spiona-gedienste sind auch gefährlich, da Zahra in die Machtkämpfe innerhalb der Sultansfamilie hineingerät. Konflikte gibt es auch in Zahras Liebesleben: Sie liebt den kastilischen Adligen Jaime. Keiner der beiden ist aber bereit, für den anderen seine Religion aufzugeben, weshalb die beiden nicht heiraten wollen. Außerdem bringt Zahra ihr zweites Kind zur Welt, als sie gefangen genommen wird. Das gefährliche Leben, das Zahra führt, fordert aber nicht nur dieses Opfer von ihr.

Das Buch ist spannend geschrieben und der Leser immer mitten drin im Geschehen. Man fiebert mit und freut sich aufs Lesen, auch weil man durch die überraschenden Wendungen nie weiß, wie es weitergeht. Zahra wird als rebellisch, mutig und intelligent dargestellt. Auch die Sultanin ist eine starke Frau. Damit wird ein selbstbewusstes Frauenbild innerhalb einer Gesellschaft geschaffen, in der sich die Frau dem Mann zu unterwerfen hat. Zahra stellt sich ihrem Vater entgegen, lässt aber auch Gefühle wie Angst vorm Verstoßenwerden durchblicken, und sie macht auch vieles, ohne dass ihr Vater davon weiß, sodass sie nicht noch weiter in Konflikt mit ihm gerät. Das macht diese Frauenfigur menschlich. Dem strengen Vater steht als Männerbild der feinfühlige Gonzales, der Bruder Jaimes, gegenüber. Jede Person hat ihren eigenen Charakter und ist glaubhaft dargestellt. Den Roman runden ein Glossar, Stammbäume, ausgewählte Literaturangaben, eine Zeittafel und ein Nachwort der Autorin ab, in dem sie noch etwas zur historischen Situation erzählt, die sie im Buch verarbeitet hat.

Bewertung:


Copyright © 2010 by Margitha und Ulrike Dansauer

 

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