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Martina AndréDas Rätsel der Templer History, Taschenbuch 1156 bringt der Großmeister der Templer einen geheimnisvollen Gegenstand aus Jerusalem nach Südfrankreich. Dieses Artefakt sorgt dafür, dass der Orden zu unermesslichem Reichtum gelangt - und dass für die Tempelritter die Grenzen von Raum und Zeit verschwinden. Als 150 Jahre später der Orden vom französischen König verboten und verfolgt wird, soll Gero von Breydenbach, ein Templer aus Trier, dieses sogenannte »Haupt der Weisen« retten. Nur wenn er es schafft, das Haupt unversehrt nach Deutschland zu bringen, kann der Untergang des Ordens verhindert werden. Eine gefahrvolle, wahrhaft phantastische Reise beginnt, denn plötzlich finden Gero und seine Getreuen sich in einer anderen Zeit wieder - in einem Dorf in der Eifel im Jahr 2004! Mit dem Verlust des Heiligen Landes und dem Versuch, auf Zypern einen eigenen Staat zu gründen, war der »Orden der armen Gemeinschaft Christi und des salomonischen Tempels« an zwei wichtigen Vorhaben gescheitert. Der letzte Großmeister Jacques de Molay versuchte in den folgenden Jahren noch, einen neuen Kreuzzug zu organisieren und die Insel Ruad zu erobern. Doch dies gelang ebenfalls nicht. Eine der Templersagen spricht von einem menschlichen Haupt (Caput LVIII), das von einer nekrophil geschändeten Jungfrau geboren wurde. Dieses Haupt, so vermutet man, wurde in geheimen Ritualen von Templern benutzt, um dessen Zauberkraft an die Eingeweihten des Ordens weiterzugeben. An diese Templersage setzt die Autorin Martina André den ersten Teil ihres Romans »Das Rätsel der Templer«. Gerhard von Breydenbach wird wenige Tage vor dem »schwarzen Freitag« von seinem Komtur Henri d'Our auf eine geheimnisvolle Mission geschickt, die den Orden vor der bevorstehenden Vernichtung retten soll. Für Gero und seine Begleiter beginnt eine Odyssee auf den Weg in die deutschen Landen, stets darauf bedacht, den Auftrag zu erfüllen und einer Verhaftung durch die königlichen Häscher zu entkommen. Doch bevor Gerhard und seine Mannen die heimatliche Burg erreichen, geschieht für die Zeit des beginnenden Spätmittelalters etwas Magisches, Unglaubliches. Ein grünblaues Leuchten verzauberte den Saalholzforst, und von Gero und seinen Knappen Matthäus war weit und breit nichts zu sehen - wie vom Erdboden verschluckt. Sie wurden in das Jahr 2004 transferiert. Es ist schon gewagt, die Thematik Zeitreise mit einem düsteren Kapitel der Templergeschichte zu verknüpfen. Auf der Grundlage einer gut geführten Recherche hat es die Autorin Martina André brillant verstanden, einen spannenden Roman, gespickt mit historischen und Science Fiction-Elementen, zu kreieren. Von Beginn an begibt sich der geneigte Leser auf eine Reise, die bis zum Schluss spannungsgeladen und konfliktreich ist sowie überhaupt nicht langweilig erscheint. Man gewinnt den Eindruck, sich in einem Wechselbad der Gefühle zu befinden. Man fiebert mit den Hauptprotagonisten mit, erfährt sehr viele Fakten über das Leben der Templer, man ist mittendrin in Kampfhandlungen und Intrigen. Man erlebt aber auch, wie es zu Hofe, an den Tafeln und in den Schlafgemächern seinerzeit zuging. Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind durch die Autorin gekonnt platziert, ohne dass sie dabei Logikfehler beging - die einzelnen Kapitel sind ein homogenes Ganzes. Mit Witz behaftet und wohl proportioniert sind die vielen Dialogpassagen, die die Autorin im Mittelhochdeutschen niederschrieb. Für den einen vielleicht Stolpersteine beim Lesen, für den Kenner der Mittelalterszene gehören jedoch solche Dinge dazu wie das Salz in der Suppe. Denn gerade diese Passagen sind Ausdruck einer Authentizität, mit der die Autorin zu Werke geht - keinesfalls unglaubwürdig, übertrieben oder kitschig. Fazit:
© Wolfgang Brandt |