Lena Falkenhagen
Das Mädchen und der schwarze Tod
Karte: Daniel Jödemann
Historischer Roman, Taschenbuch
Wilhelm Heyne Verlag, Juli 2008
526 Seiten/ 8,95 €
ISBN: 9783453405622
Lübeck im Jahr 1465. Die Pest wütet im Land, und die Freie Hansestadt schließt ihre Tore. Doch die schwarze Pest wütet bereits in der Stadt. Niemand ist vor dem schwarzen Tod sicher.
Der junge Maler Bernt Notke erhält den für ihn gewinnbringenden Auftrag, ein Bild des Totentanzes für die Lübecker Marienkirche anzufertigen. Das Bild soll den Menschen ihre Sterblichkeit zeigen und ihnen ihre Überheblichkeit nehmen. Dabei sterben bereits Tag für Tag die Menschen an einer Krankheit, für die es keine Heilung gibt.
Mareike Pertzeval lebt in dieser Zeit als wohlbehütete Kaufmannstochter. Aber auch ihr Leben ist nicht ganz einfach. Da gibt es Catherine von Calven, ein bösartiges Mädchen, dessen spitze Zunge mit einem Messer gerundet werden sollte. Oder den Maler Bernt, zu dem sie eine gewisse Zuneigung verspürt.
Ein anhaltendes Problem ist jedoch die immer schlechter werdende Gesundheit ihres Vaters, der an der Auszehrung leidet, die neuerdings Schwindsucht genannt wird. Die junge Kaufmannstochter kommt gleichzeitig einer Verschwörung gegen ihren Vater auf die Spur. Mareike, deren Mutter früh starb, macht sich mit Bernt auf, Antworten auf Fragen zu finden. Im Mittelpunkt einer seltsamen Mordserie scheint ein geheimnisvoller Flötenspieler zu stehen. Ist er es, der für die Morde verantwortlich ist? Mit jeder beantworteten Frage ergeben sich aber neue Fragen. Hinweise zielen auf die mächtigen Familien der Stadt ab. Warum spielen die Familien mit dem Leben einfacher Bürger?
Die Fragen und die Aufklärung wird nicht einfacher, als die Pest auch Lübeck erreicht. Das Schließen der Tore bringt aber auch keinen Erfolg. Die Pest wütet in der Stadt und bringt neue Tote mit sich.
Der Roman ist angenehm flüssig geschrieben. Aber die Sprache passt nicht ganz. Auf der einen Seite gibt sich die Autorin, die mir vor allem durch Romane zum »Schwarzen Auge« bekannt ist, Mühe, die Sprache des Mittelalters zu benutzen, und dann kommt die Frage »Alles im Lot?« Das passt ganz und gar nicht. Lena Falkenhagen verstrickt ihre Helden in einen abenteuerlichen Reigen. Auf der einen Seite Bernt mit seinem Bild des Totentanzes, indem er die verstorbenen Personen verewigt. Sein Problem mit der Bruderschaft St. Blasius sorgt für weitere Verwicklungen. Auf der anderen Seite steht die Mordserie, deren Aufklärung verwässert wird, als die Pest die Stadt erreicht.
Die Autorin begann mit Romanen zum Rollenspiel »Das schwarze Auge« und legt ihren ersten historischen Roman vor. Ob die geschichtlichen Daten stimmen, hat mich nicht weiter interessiert. Der Roman war lesenswert. Spannend. Mitfühlend.
In manchen Dingen erinnerte mich der Roman an einen anderen. Da ermittelte ein Kaufmann, und die Tochter war der Dreh- und Angelpunkt. Der einzige Nachteil war der Schreibstil, der manchmal zu modern war.
© Erik Schreiber |