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Rezension - Die Rose von Asturien

Iny Lorentz
Die Rose von Asturien

Historischer Roman, Hardcover
Knaur Verlag, August 2009
800 Seiten / 19,95 €
ISBN: 9783426662434

Im anbrechenden Mittelalter leben die Stämme der Waskonen ganz in der Nähe von Asturien und leben mehr oder weniger vom Raub der Schafe aus asturischen Herden. Doch es gibt einen Verräter unter den Waskonen, weshalb Graf Roderich einen Raubzug der Waskonen vereiteln kann und dabei den Häuptling Iker tötet und seine Tochter Maite gefangen nimmt. Womit keiner rechnet, dem Mädchen gelingt die Flucht. Doch ihr Hass auf die Asturier kennt keine Grenzen und Jahre später ergibt sich eine Gelegenheit für sie Rache zu üben. Maite nimmt ihrerseits Graf Roderichs Tochter Ermengilda gefangen. Jedoch merkt sie bald, dass ihre Rache sie nicht glücklicher macht.
Währenddessen ruft König Karl zum Feldzug nach Spanien. Mit dabei ist auch Konrad von Birkenhof, fast noch ein Kind, der seinen verletzten Vater vertreten muss. Doch in dem Jungen stecken ungeahnte Talente und er erwirbt recht schnell die Gunst des Königs. Das führt zu einigen Sonderaufträgen, die Konrad aufgetragen bekommt und der Zufall führt ihn zu Maite und Ermengilda, die er aus höchster Not retten muss. Fortan sind ihre Schicksale miteinander verbunden und ihre Wege kreuzen sich immer wieder.
Als Karl Spanien in aller Eile und unverrichteter Dinge wieder verlassen muss, kommt es für Maite, Ermengilda und Konrad zu einer katastrophalen Wendung. Sie alle träumten von glücklichen und friedlichen Zeiten, doch als das Blatt sich wendet, scheint alle Hoffnung zu sterben.

Ich habe mich bewusst bei der Zusammenfassung des Inhalts kurz gehalten, denn der geschichtliche Hintergrund war für mich das Interessanteste an der Story. Natürlich bedarf ein solcher Hintergrund der Protagonisten, die die Geschichte erst zum Leben erwecken, dennoch halte ich diese im Fall dieses Romans für austauschbar. Die Beschreibung der Zeit König Karls, das beginnende Mittelalter, und insbesondere die Detailliertheit bei der Schilderung dieser Epoche machten den Roman so reizvoll. So macht Geschichte Spaß.

Die Entwicklung der Story war breit und gut durchdacht angelegt. Besonderes Augenmerk haben die Autoren auf die Charakterisierung der beiden weiblichen Hauptpersonen Maite und Ermengilda gelegt. Die beiden Frauen können von ihrer Herkunft, ihrem Charakter aber auch ihrem Werdegang nicht unterschiedlicher sein, dennoch spürt man als Leser sehr schnell, dass der anfängliche Hass, den sie aufeinander spüren, nicht von Dauer sein kann. Und so sehnt man sich beinahe danach, dass sie ihre wahren Gefühle endlich preisgeben. Als sie das Schicksal, welches sie teilen müssen, ereilt, offenbaren sich dann endlich ihre Stärken und Schwächen. Sowohl Maite als auch Ermengilda sind Protagonisten, die mir im Gedächtnis haften bleiben.
Anders die beiden männlichen Hauptpersonen Konrad und Philibert. Bei ihnen war von Anfang an klar, welche Rolle sie letztendlich spielen würden. Und damit komme ich auch zur größten Schwäche des Romans. Mit Einführung der Protagonisten wurde ihr weiterer Werdegang klar abgesteckt und im Lauf der Handlung offenbarte sich viel zu schnell, in welche Richtung sich das Untereinander der handelnden Personen entwickeln würde. So war der Schluss dann auch keine Überraschung, sondern nur noch eine logische Folge.
Insgesamt gleichen sich Stärke und Schwäche des Romans allerdings wieder aus. Mit »Die Rose von Asturien« ist Iny Lorentz ein sehr unterhaltsamer Roman gelungen, dessen geschichtlicher Hintergrund ausreichend zum Tragen kommt, um der eher vorhersehbaren Handlung genügend Spannung zu verleihen, sodass man mit den Protagonisten zusammen auf ein gutes Ende hofft.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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