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Rezension - Die Gebeine von Avalon

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John Poulsen | Anke Brandt

Phil Rickman
Die Gebeine von Avalon

Historischer Roman, Hardcover
Rowohlt Polaris, Reinbek, Oktober 2011
640 Seiten / Preis 18,95 €
ISBN: 9783862520015

Dr. John Dee ist einer der engsten Vertrauten der jungen Königin Elisabeth I. Die Königin plagen schwere Sorgen. Zum Einen trachten die katholischen Nachbarländer danach, sie von ihrem Thron zu stoßen. Zum Anderen sind da noch ihre nächtlichen Albträume. Dabei vertraut sie selbst sich kaum jemandem an. Um all ihre Probleme mit einem Schlag zu lösen, versucht sie die Gebeine des legendären Königs Artus zu finden; wurde ihr doch geweissagt, dass ihre Herrschaft von kurzer Dauer wäre, wenn sie die Knochen ihres Ahnherrn nicht finden würde. Und wer wäre besser geeignet, sich auf die Suche nach den verschollenen Gebeinen zu machen, als Dr Dee, Hofastrologe und Meister aller verborgenen und dunklen Wissenschaften. Also wird John nach Glastonbury geschickt, dorthin wo das Grab des berühmten Königs einst gewesen sein soll. Doch die Suche erweist sich als schwieriger als erwartet. Da ist die Tochter des Wundarztes, die John restlos den Kopf verdreht. Da sind die Männer, die einst Mönche im Kloster von Glastonbury waren, ehe dieses der Vernichtung anheimgefallen ist und schließlich bricht eine neue Welle der Hexenverfolgung in dem kleinen Städtchen aus. Zwischen Mord, dunkler Magie und dem Wunsch, seiner großen Liebe das Leben zu retten, muss John Dee all seine Fähigkeiten einsetzen, um den Befehlen seiner Herrscherin gerecht werden zu können.

Rickman erzählt die Geschichte des Dr. John Dee, der nach Glastonbury geschickt wird, um die Gebeine des legendären Königs Artus zu suchen, aus der Ich-Perspektive. Der kauzige Doktor schafft es dabei schnell, das Herz der Leser für sich zu gewinnen. Ob in den Dialogen mit seiner an Jahren fortgeschrittenen Mutter, die sich ständig zu fragen scheint, was sie bei der Erziehung ihres Sohnes falsch gemacht hat, oder bei seinen kläglichen Versuchen mit anderen Menschen Konversation zu betreiben, die mäßigen sozialen Fähigkeiten des jungen Dr. Dee sorgen für manchen Schmunzler. Und so ist es nicht zuletzt der tiefe Einblick in die Psyche und das Seelenleben der Hauptfigur, der diesem Buch seinen ganz eigenen Charme verleiht.

Das Buch kommt als Hardcover mit einem ebenso interessanten wie atmosphärischem Cover daher. Abgebildet ist der in schummriges Licht eingetauchte Eingang zu einem altehrwürdigen Gebäude. Das Dämmerlicht und die Inszenierung des Bildes an sich schaffen ein Flair von Geheimnissen und Rätseln.

Fazit:
Meiner Meinung nach einer der besten historischen Romane des Jahres 2011, nicht nur aufgrund der interessanten und gut durchdachten Story sondern insbesondere durch die ausgereiften und absolut glaubwürdigen Charaktere. Für Freunde historischer Romane ein absolutes Muss.

Bewertung:




Copyright © 2011 by John Poulsen
 
Phil Rickman
Die Gebeine von Avalon

Historischer Roman, Hardcover
Rowohlt Polaris, Oktober 2011
654 Seiten / 15,95 €
ISBN: 9783862520015

Panik am Hofe von Elisabeth I.: Der Astrologe Nostradamus hat den Sturz der jungen Königin vorhergesagt, sollte es ihr nicht gelingen, »die Knochen ihres Ahnherrn zu finden«. Gleichzeitig wird ruchbar, in der gewaltigen Ruine des Klosters von Glastonbury sei das Grab von König Artus entdeckt worden. Sofort schickt Elisabeth den fähigsten Mann auf die Suche: Dr. John Dee, Hofastrologe und aller verborgenen Wissenschaften kundig. Doch Glastonbury ist eine Stadt voller Geheimnisse. Bald verliebt sich der junge Gelehrte in die Tochter des Wundarztes. Erst spät erfährt er, dass ihre Mutter als Hexe starb. Wieder flammt der Hexenwahn auf in Glastonbury, grausame Morde geschehen, und am Ende steht John Dee tief in den Gewölben des Klosters einem stummen Feind gegenüber …

Dieser Roman vereint in sich Historie, Kriminalfall und Mystery. Dabei ist es Phil Rickman gelungen, die Handlung sehr authentisch wirken zu lassen, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Geschichte aus der Sicht von John Dee erzählt wird. Des noch jungen John Dee, in dessen Charakterisierung sich aber schon sein späterer Werdegang abzeichnet. Er ist nicht der strahlende Held, sondern eher verklemmt und sonderbar. Manchmal lässt sich sein Tun kaum nachvollziehen, wäre da nicht noch Lord Dudley. Diese beiden unterschiedlichen Charaktere machen den Roman aus, denn es dauert eine ganze Weile, bis die Handlung in Fahrt kommt. Das Buch lebt nicht von Action, sondern von den Charakteren, von den Schauplätzen und der englischen Geschichte. Und dennoch baut Rickman gekonnt einen Spannungsbogen auf, dem man sich nicht entziehen kann. Dabei ist es meiner Meinung nach allerdings von Vorteil, wenn man sich ein wenig mit der englischen Geschichte des Tudor-Zeitalters auskennt, was der Autor wohl voraussetzt, denn er nennt eine Fülle von Namen, deren Wirken er aber nicht direkt erläutert.
Die Authentizität macht diesen Roman so besonders, denn Rickman begrenzt sie nicht nur auf die Handlung, sondern auch insbesondere auf die Sprache. So kann sich der Leser direkt in das Geschehen hineinversetzen. Auch die einzigartigen Beschreibungen der Schauplätze unterstützen dies.

Die Gebeine von Avalon ist endlich mal wieder ein historischer Roman, der all das in sich vereint, was ich als Leser von diesem Genre erwarte. Gut recherchiert verpackt der Autor eine Kriminalgeschichte in die Zeit der Tudors, vermischt diese mit dem Arthus-Mythos, ohne dabei ins Phantastische abzudriften, dazu authentische Charaktere und Schauplätze … so macht Geschichte Spaß!

Bewertung:


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