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Rezension - Die Feder folgt dem Wind

Kerstin Groeper
Die Feder folgt dem Wind
Vorwort von Leonhard Little Finger
Titelbild: Marion und Doris Arnemann

Historischer Roman, Hardcover
TraumFänger Verlag, Hohenthann, Februar 2010
518 Seiten / 24,50 €
ISBN: 9783941485037

Die Familie Bruckner lebt ein bescheidenes, aber durchaus zufriedenes Leben in Deutschland. So folgt Theresa ihrem Mann mit eher gemischten Gefühlen, als dieser 1863 nach Amerika auswandert. Nach dem Massaker an einem friedlichen Cheyennedorf am Sand-Creek durch weiße Soldaten überfallen die nach Rache sinnenden Cheyenne und verbündeten Lakota die abgelegene Farm der deutschen Familie. Schrecklich bemalte Indianer zerren Theresa aus dem Haus und entführen sie in eine Welt, die ihr völlig unbekannt und bedrohlich erscheint. Gestrandet in einem fortwährenden Alptraum, lehnt sie jede Annäherung ab und weigert sich die andere Sprache zu lernen. Auch Wakinyan-gleschka, der Mann, der sie eher aus Mitleid vor der Rache der Cheyenne bewahrt hat, weiß nichts mit der Frau anzufangen. In seinen Augen ist sie dumm und ungebildet, kaum in der Lage ein Tipi zu führen oder ihn im Bett zu erfreuen. Doch dann erreicht der Krieg der weißen Soldaten das Dorf der Brulé-Lakota, mit einer Brutalität, die Theresas Leben für immer verändern wird. Basierend auf wahren Begebenheiten beschreibt das Buch diese Geschichte abwechselnd aus dem Blickwinkel von Theresa und Wakinyan-gleschka.

Wer sich für Amerikanistik und Indianistik im Allgemeinen und für die Thematik Frontier im Besonderen interessiert, findet in Die Feder folgt dem Wind eine auf historische Fakten beruhende Storyline. Der Autorin Kerstin Groeper ist es durch tiefgründige Recherche gelungen, einen glaubhaft wirkenden und mitreißenden Roman zu offerieren.
Schon der Opener lässt den Leser in die vorherrschenden Verhältnisse, welchen die Auswanderer zu jener Zeit ausgesetzt waren, eintauchen. Es war nicht einfach, seinem bisherigen Leben den Rücken zu kehren und in eine ungewisse Zukunft zu blicken.
Es ist nicht die Thematik der Auswanderer, auf welche die Autorin ihren Focus richtet. Vielmehr ist es Theresas Überlebenskampf in einer ihr fremden Welt, der von Kapitel zu Kapitel immer mehr in den Vordergrund rückt. Die Feder folgt dem Wind ist voll von Dramatik und Zuversicht, von Ängsten und Gewalt, von Wut und Verzweiflung, von Liebe und Glück.
Stilistisch gekonnt vermittelt Kerstin Groeper dem Leser eine Welt, in der die Hauptprotagonisten Theresa und Wakinyan-gleschka nach und nach voneinander lernen, sich zu akzeptieren und zu verstehen. Dies kommt besonders in der sich abwechselnden Perspektive zum Ausdruck.

Fazit:
Die Feder folgt dem Wind wartet brillant mit historischen Fakten und Detailtreue auf und gibt gleichzeitig einen interessanten Einblick in indianische Lebensgewohnheiten. Der Roman als Lebens- und Überlebensgeschichte der Theresa Bruckner steht stellvertretend für die vielen gleichartigen menschlichen Schicksale jener Zeit. Es ist ein Denkanstoß der Autorin, dass es auch heute darauf ankommen muss, trotz unterschiedlicher Herkunft und Lebensweise in Harmonie miteinander zu leben.

Bewertung:



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