| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Hardcover anderer Autoren / Romanhelden Historisches - Der Stein der Wikinger | |||||||||||||||
|
|||||||||||||||
Thomas JeierDer Stein der Wikinger Historischer Jugendroman, Hardcover Hakon, ein junger Wikinger, erbeutet bei einem Überfall auf ein Kloster ein faszinierendes Buch. Die geheimnisvollen Zeichen vermag er nicht zu entziffern, doch das Bild einer schönen Frau lässt ihn nicht mehr los. Er ist davon besessen, dass er sich auf eine gefährliche Reise an den Rand der Welt begibt. Immer auf der Suche nach der mysteriösen Frau muss er gegen scheinbar übermächtige Gegner kämpfen und gelangt auf einer abenteuerlichen Seefahrt in die Neue Welt, in das noch unbekannte Amerika. Dort lebt Ayasha, die in ihren Träumen einen hellhäutigen Mann mit gelben Haaren gesehen hat … Der Autor Thomas Jeier beginnt seinen Roman »Der Stein der Wikinger« im Prolog damit, dass der Farmer James F. Hakon und sein Sohn Scott in den frühen Morgenstunden des 13. März 1899 zufällig beim Ausgraben einer alten Pappel auf einen großen Stein mit Schriftzeichen stoßen, wie ein Jahr zuvor ein Farmer in Kensington, Minnesota. Die damaligen Untersuchungen ergaben, dass diese Schriftzeichen Runen sind, ein Beweis dafür, dass Seefahrer weit vor Christoph Kolumbus die Neue Welt entdeckten. Zwischen 800 und 1100 n. Chr. war das goldene Zeitalter der »Nordmänner«, der Wikinger (abgeleitet aus dem altnordischen Wort vikingr), eine Zeit, in der der Handel blühte und sehr lange Seereisen unternommen wurden. Die von Leif Eriksson, später die seines Bruders Thorwald lassen darauf schließen, dass beide Kontakt mit der Neuen Welt hatten. Es liegt auf der Hand, den Handlungssträngen in »Der Stein der Wikinger« Wahrhaftiges beizumessen. Denn Thomas Jeier ist für seine tiefgründige Recherchearbeit, die er in Vorbereitung seiner Werke leistet, allseits bekannt. Auch er ist ein Weltenbummler, hält sich sehr viel in den USA und in Kanada auf. Da kommt ihm der Kensington Runestone gerade recht, und er schreibt darüber seine Geschichte, wie sie sich zugetragen haben könnte. So dicht liegen Mythos und Wirklichkeit beieinander. In »Der Stein der Wikinger« begibt sich der Leser zusammen mit dem Hauptprotagonisten Hakon, Sohn des Knut aus Eisland (Island), auf eine Odyssee, an deren Anfang ein geheimnisvolles Buch, dass er einem Mönch nach einem Überfall auf Drogheda Abbey abnahm, steht. Hakon kann die Schrift der Glaubensbrüder nicht entziffern, doch das einfach skizzierte Frauenbildnis bleibt so stark in seinem Gedächtnis haften, dass er alles daran setzt, diese Frau in seinen Armen halten zu können. Auf der Suche nach ihr und der Vorsehung Odins folgend durchlebt der junge Hakon manche Gefahrensituation, muss sich starken Gegnern stellen, die er eigentlich nicht töten will, aber dennoch töten muss, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Und findet Freunde und Wohlgesinnte, die ihm dabei helfen, seinem Ziel näher zu kommen. Im gesamten Verlauf der Story baut der Autor geschickt Sitten und Bräuche der Nordmänner und ihrer Sippen ein. So gibt er zum Beispiel der Figur Solveig als weißhaarige Alte eine besondere Stellung, sinnbildlich für die Frau als heiliges Wesen mit seherischem Blick. Zwischenblenden und eigene Kapitel zur 18-jährigen Ayasha spiegeln ein Spezialgebiet von Thomas Jeier wider: die Indianistik. Diese Passagen sind eng verknüpft mit dem eigentlichen Geschehen der Story um Hakon. Ist es doch die Frau, die ihn in seinen zahlreichen Träumen erscheint. Die Umschlaggestaltung von Init, Bielefeld passt hervorragend zur Story: eine voller Sehnsucht und Hoffnung in die Ferne schauende Indianerfrau, weitab von den steinigen und zerklüfteten Fjorden Islands. Fazit:
© Wolfgang Brandt |