Michael Peinkofer
Das Buch von Ascalon
Historischer Roman, Hardcover
Lübbe, Oktober 2011
848 Seiten/ 19,99 €
ISBN: 9783785724323
Dies ist die Geschichte des jungen Angelsachsen Conwulf, der sein Leben als Dieb hinter sich lässt, um den Tod seiner Freundin zu rächen. Doch bevor es dazu kommt, wird Conn ungewollt Mitwisser eines Verschwörungsplans und muss fliehen. Sein Weg führt ihn an der Seite einiger Normannen, die sich seiner annehmen, ins Heilige Land, denn die Normannen gehören zum Kreuzfahrerheer, das gen Jerusalem zieht.
In Köln kommt es, wie in vielen anderen deutschen Städten, zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung. Deshalb wird der Kaufmann Isaac beauftragt, den wertvollsten Besitz der Juden ins Heilige Land zu bringen – das Buch von Ascalon. Chaya, Isaacs Tochter, begleitet ihren Vater auf dieser gefahrvollen Reise.
Die Wege von Conn und Chaya kreuzen sich, aber noch wissen sie nicht, dass ihre Schicksale miteinander verbunden sind. Denn da ist auch noch Guillaume de Rein, der Mörder, der es nun ebenfalls auf das Buch abgesehen hat ...
Michael Peinkofer legt mit Das Buch von Ascalon einen historischen Roman vor, dessen Größenordnung seine bisherigen Bücher aus diesem Bereich weit übersteigt. Er hat eine sehr komplexe Handlung aufgebaut, die den Vergleich mit den großen historischen Sagas nicht scheuen braucht. Michael Peinkofer hält nicht an einem Stück Geschichte fest, sondern begleitet seine Protagonisten über mehrere Jahre. Der Leser nimmt teil am Wachsen und Reifen der Figuren, an ihren Abenteuern, Freuden und Leiden. Dabei verliert der Autor aber an keiner Stelle das eigentliche Ziel der Reise aus den Augen.
Die religiösen Hintergründe für den 1. Kreuzzug, der die Kulisse für diesen Roman bildet, haben in all den Jahren nicht an Aktualität verloren und bilden bis heute die Grundlage für Kriege, für Hass, Angst und Terror. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Aspekt, der die Spannung des Romans ausmacht. Dabei gelingt es dem Autor aber, dies nicht zu vordergründig werden zu lassen, sondern das Hauptaugenmerk auf Conns und Chayas Abenteuer zu richten. Er untermalt die Story mit viel Action und Spannung. Der Leser ist durch diese beiden Figuren immer am jeweiligen Geschehen beteiligt und erfährt die ganze Geschichte aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen.
Sehr gelungen empfand ich beim Lesen, wie authentisch Michael Peinkofer das Leben zur Zeit der Handlung beschreibt. Ob es so gewesen ist, lässt sich heute sicher nicht mehr genau feststellen, aber der Autor schafft es, dass man es sich eben so vorstellen könnte.
Was die Ausstattung des Buches angeht, so muss man dem Verlag ein großes Lob aussprechen. Allein an der Optik des Schutzumschlags, aber auch an der Innengestaltung am Anfang jedes Kapitels und an der Karte von Helmut W. Pesch erkennt man die Wertschätzung dieses Romans. Es ist ein wunderschönes Buch geworden, das den Abenteuern von Conn und Chaya mehr als gerecht wird.
Mit Das Buch von Ascalon gelingt Michael Peinkofer meines Erachtens der Sprung in die Liga der ganz großen Autoren historischer Romane. Aufgrund der Komplexität erscheinen einige Elemente bzw. Handlungsrichtungen vorhersehbar, doch ist dies in einer solchen Größenordnung von Raum und Zeit im Vergleich zu den relativ wenigen aktiven Figuren wohl nicht zu vermeiden.
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