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Wolfgang HohlbeinWir sind die Nacht Dark Fantasy, Paperback Im Oktober 2010 erreichte der Vampirhype mit Wir sind die Nacht auch die deutsche Kinowelt. Basierend auf dem Drehbuch von Dennis Gansel und Jan Berger schrieb Wolfgang Hohlbein einen gleichnamigen Roman, der in seiner Erstveröffentlichung bereits im Juni in den Regalen der Buchläden stand. Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf ebendiesen Roman. Im Zentrum der Handlung steht die Berliner Diebin Lena, aus deren Sicht der Leser die Ereignisse erlebt. Von der ebenso schönen wie kalten Louise zu einer Vampirin gemacht, lernt sie mit Louise und ihren Freundinnen Nora und Charlotte das gleichzeitig luxuriöse und entbehrungsreiche Leben in ewiger Nacht kennen. So weit zur erstmal nicht allzu innovativen Story. Insgesamt ist das Vampirbild in diesem Roman ziemlich klassisch. Gut, die Vampire kiffen und saufen, was das Zeug hält und Knoblauch macht ihnen nichts aus, aber sie verkörpern gleichzeitig die erotische, wie auch die animalische und tragische Seite des Vampirs, wie man ihn aus zahlreichen Medien kennt. Nach all den Neuerungen, die das Vampirbild in den letzten Jahren erfahren hat, ist das eigentlich mal wieder ganz angenehm. Außerdem wird beispielsweise die Spiegelproblematik ziemlich anschaulich dargestellt. Bemerkenswert, wie häufig man im Alltag seinem Spiegelbild begegnet, dessen Fehlen die Vampire auf allerhand mal mehr, mal weniger kreative Art im Roman kaschieren müssen. Ab und zu hätten die Vampire ruhig auch noch ein bisschen fieser ausfallen dürfen. Sie werden zwar schon ziemlich brutal beschrieben und einige Szenen geizen nicht mit ekligen Beschreibungen von zerfetzten Eingeweiden und ähnlichem. Dennoch wirken diese Sequenzen irgendwie passiv. Möglicherweise wäre hier gelegentlich doch ein anderer Autor angebrachter gewesen, denn ein richtiges Horrorgefühl kommt so eigentlich nicht auf. Hohlbeins Chronik der Unsterblichen lässt hier mit ihrer düsteren, aber selten wirklich gruselig-horrorhaften Atmosphäre grüßen. Während es dort aber auch eher unpassend wäre, hat es der vielmehr an klassischen Vampirgeschichten orientierten Atmosphäre von Wir sind die Nacht schon gelegentlich gefehlt. Die Vampircharaktere selbst bieten keine großen Überraschungen und sind recht stereotyp aufgebaut. Man erfährt wenig über ihre Hintergründe, auch wenn einzelne Details zu zentralen Handlungselementen werden und dadurch auch für einige Überraschungen gesorgt wird. Es bleiben vor allem Louise und Nora sehr blass, wobei ich mir eigentlich besonders zu letzterer mehr Informationen erhofft hätte. Aber vielleicht kommt da ja auch noch mehr raus – schließlich ist das Ende ziemlich offen gehalten und eine Fortsetzung zumindest im literarischen Rahmen wäre nicht verwunderlich. Fazit:
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