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Rezension - Tarean - Band 3 - Ritter des ersten Lichts

Bernd Perplies
Tarean Band 3
Ritter des ersten Lichts

Fantasy, Paperback
Lyx (Egmont Verlagsgesellschaften), Köln, November 2009
476 Seiten/ 12,95 €
ISBN: 9783802582462

Nachdem Tarean und seine Gefährten in einem spannenden Abenteuer die Gefangenschaft der Kristalldrachen beenden konnten, obliegt dem jungen Helden nun die Entscheidung zu treffen, ob er in die Fußstapfen seines Vaters treten soll und ein Ritter des wieder auferstandenen Kristalldrachenordens werden will. Doch ehe er diese schwerwiegende Entscheidung treffen kann, muss er noch ein ebenso schwerwiegendes Versprechen einlösen – seine treue Gefährtin Moosbeere soll ihre letzte Ruhe in ihrer Heimat finde.
Tarean bleibt jedoch nicht die Zeit, der es bedarf, solche entscheidenden Dinge in seinem Leben zu regeln, denn es zieht bereits ein Schatten über das Land und droht dieses mit Finsternis und Schrecken zu überziehen, sodass einmal mehr die strahlende Kraft des jungen Helden benötigt wird, um gegen das Böse anzukämpfen.

Mit »Tarean. Ritter des Ersten Lichts« knüpft Bernd Perplies genau dort an den vorhergehenden Band und das Abenteuer seiner Protagonisten an, wo er den Leser mit der Hoffnung und Sehnsucht auf die Fortsetzung des Abenteuers allein gelassen hat.
War der erste Band seiner Trilogie noch in sich kohärenter und nahezu kookonhaft abgeschlossen, so hatte der fulminante und actiongeladene zweite Teil viele Erzählstränge in die Zukunft eines dritten Bandes weisen lassen und damit den Lesedurst zusätzlich geschürt. Genau diese Stränge greift der Autor gekonnt auf, erweckt die Bilder der Vergangenheit zu neuem Leben und vermag es geradezu spielend den Leser in die Fortsetzung der Handlung ohne Einstiegsschwierigkeiten hineinzusaugen. Die Reise in Moosbeerens Heimat, also die Überführung der sterblichen Überreste des treuen Irrlichts, die Suche nach dem dunklen Zwilling des Werbären Bromm, der wohl eine Ausgeburt der schreckenerregenden Stadt Gongathar ist, gehören u. a. zu jenen Erzählfäden, die Perplies aufgreift und entsprechend spannungsreich fortspinnt, um sie mit neuen Fäden zu einem umfassenden lyrisch wohlgestalteten und bunt schillernden Erzählteppich zu verweben.

Wie bereits in den vorhergehenden Teilen bedient sich der Autor bei seiner Erzählung einer Sprache auf höchst elaboriertem Niveau, wobei damit nicht gesagt werden soll, dass es derart lyrisch verkünstelt ist, dass sich die Erzählung nur einem illustren Kreis literaturbeflissener Experten erschließen würde, nein, es ist schlichtweg ein Genuss, seine wohlgeformten Sätze geradezu zart auf der Zunge zergehen zu lassen. Gemessen am Gegenstand seines Buches wirkt dieses Feuerwerk an sprachlichen Kunstgriffen geradezu erratisch, würde man so etwas doch vielmehr in jenen Bereichen vermuten, die allgemeinhin der höheren Literatur zugeschrieben werden. Aber gerade dies macht Perplies' Bücher derart reizvoll, dass man sie in einem Atemzug mit vergleichbar wertvollen literarischen Werken wie beispielsweise »Herr der Ringe« von Tolkien nennen sollte.
Seine Erzählung ist an keiner Stelle überdehnt, will sagen, sie besitzt keine Längen und unnötigen Füllsequenzen, sie ist vielmehr mit heißer Feder gestrickt und wirkt daher von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd. Dennoch gönnt sich der Autor den Luxus ausgeprägt plastischer Natur- und Umgebungs-beschreibungen, die gerade wegen ihrer Genauigkeit das Gesamtbild des Buches nicht nur bereichern, sondern es gar vollends abzurunden vermögen.
Zusätzlich, um das Buch noch lebendiger zu halten, hat Bernd Perplies nicht eine starre Perspektive einreißen lassen, die sich allein auf seinen Helden fokussiert, im Gegenteil er spielt mit den Perspektiven, fliegt mühelos in die Köpfe seiner Protagonisten und lässt den Leser an deren Innenleben teilhaben, als wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre und er vermag dies so gekonnt, dass man sich nicht in einem Wirrwarr von Einstellungswechseln – um diesen cineastischen Ausdruck hier fachfremd anzuwenden – verliert.
Die düstere Grundstimmung, die dem Plot zugrundeliegt, wird nicht allein durch die bereits aus dem vorhergehenden Band dem Leser bekannte Schreckensstadt Gongathar erneut heraufbeschworen, vielmehr wurde vom Autor mit großer Finesse durch die Beschreibungen der Umgebung, der »zwischen-menschlichen« Konfliktsituationen und der Verwendung entsprechender metaphorischer Einwürfe diese Stimmung zusätzlich ausgeschmückt.

Fazit:
Kurzum, Bernd Perplies ist es einmal mehr gelungen, das Leserherz höher schlagen zu lassen. Seine Arbeit nährt die Hoffnung, dass es auch im Zeitalter des Kommerz möglich ist, gute Bücher zu schreiben, die durchdacht und gleichzeitig sprachlich wertvoll sind, ohne sich von der Leserschaft zu entheben. Man kann gespannt sein, was uns dieser Autor noch alles in Zukunft bescheren wird.

Copyright © 2010 by Florian Kayser

 

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