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Rezension - Sturmträume

Nicole Schuhmacher
Sturmträume

Fantasy, Paperback
Heyne, München, Oktober 2009
496 Seiten/ 15,00 €
ISBN: 9783453525726

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Klosterschülerin Rika Robertstochter. Mit dem Ende der Schulzeit des Jahres ändert sich Rikas Leben, als sie mit ansehen muss, wie ihre Familie durch die gefürchteten Jixur ausgelöscht wird. Fortan muss sich die 16jährige allein durchs Leben schlagen, was ihr irgendwie auch zu gelingen scheint. Rika ahnt, dass nur die Mauern einer Stadt ihr Sicherheit gewähren können, deshalb macht sie sich auf den Weg und lernt, dort angekommen, den etwas jüngeren Micael Ivarssohn kennen. Durch Micaels Hilfe wird der weitere Weg der jungen Frau vorbestimmt, doch ihr Ziel behält sie dabei stets im Auge: Rache. Der Gedanke daran weckt in Rika eine Kraft, von der sie bis dahin nicht wusste, dass sie überhaupt in ihr schlummert: die Kraft des Sturmgottes.
Die Suche nach dem Mörder ihres Vaters offenbart Rika politische Konflikte, in deren Zentrum sie sich irgendwann wiederfindet. Dennoch verliert sie ihr Ziel nicht aus den Augen …

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Heldin, die ungewollt in diese Rolle gebannt wird, aber sie muss ihren Weg nicht allein gehen. Rika hat unterschiedliche Gefährten an ihrer Seite, die immer soweit in die Handlung eingreifen, dass diese, aber auch die Protagonistin in ihrem Handeln, glaubhaft bleiben. Keiner der handelnden Personen ist perfekt, aber Nicole Schuhmacher schafft es, sie alle in ihrer Art liebenswert darzustellen. Das gelingt ihr, indem sie die Geschichte immer aus dem Blickwinkel der jeweils Handelnden erzählt. Die Jixur beispielsweise sind in Rikas Augen Ungeheuer, der Leser lernt diese Ungeheuer aber von ihrem eigenen Standpunkt aus kennen und bekommt damit einen Einblick in die Motive ihres Handelns.
Grautöne bestimmen seit einiger Zeit die Fantasy, Gut und Böse lassen sich in vielen Romanen kaum noch voneinander unterscheiden, doch in diesem Roman halte ich die Darstellung dessen für überaus gelungen.
Der Roman besticht während des Lesens durch eine flüssige Sprache. Leider stehen dazu im Gegensatz teilweise die Namen einzelner Protagonisten. Bei den Menschen benutzt die Autorin sehr einfache Namen, die wie im wirklichen Leben auf Berufe oder Abstammung verweisen. Je exotischer die Figuren, umso exotischer wurden leider auch die Namen. Ich hatte anfangs etwas Mühe, gerade die Jixur auseinanderzuhalten, ein paar Konsonanten weniger in den Namen wären für meinen Geschmack dienlicher gewesen.

Sturmträume ist ein Roman, der sich insgesamt erfreulich abhebt von vielen anderen Fantasyromanen, denn die Autorin verzichtet auf vieles, was die Fantasy eigentlich ausmacht. Der Roman kommt ohne all die Völker aus, die der Leser normalerweise gewohnt ist, er kommt ohne Magie (im herkömmlichen Sinn) aus und er enthält dennoch alles, was gute Fantasy ausmacht.

Bewertung:



© Anke Brandt

Ein Interview mit der Autorin Nicole Schuhmacher gibt es HIER

 

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