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Rezension - Seelenfänger

Veronika Mauel
Seelenfänger
Deine Liebe raubt dir deinen Verstand

Fantasy, Paperback
Spielberg Verlag, Regensburg-Lappersdorf, Juli 2011
305 Seiten / 13,90 €
ISBN: 9783940609502

www.spielberg-verlag.de
www.veronika-mauel.de

Mia ist eine bekennende Berliner Punkgöre – und mitten in der Pubertät. Entsprechend groß ist die Begeisterung, als sie mit ihrer Familie vom hippen Berlin in eine bayrische Kleinstadt ziehen muss, weil ihr Vater dort eine neue Arbeit beginnt. In dem malerischen Kaff angekommen, beginnen schon die Probleme: Die Eltern haben das Zimmer Mias bereits eingerichtet – und das nicht gerade nach Mias Vorstellungen, sondern eher so, wie sie es von ihrer Tochter gerne sehen würden. In der Stadt ist nichts los, und gleich am ersten Schultag verscherzt es sich Mia mit ihrer schnoddrigen Art bei den Le Vrai Zwillingen, den unbestrittenen Königen der Schule, die sämtliche Mädchenherzen höher schlagen lassen. Doch Mia gibt nicht auf – auf einer Freizeit versucht sie, Anschluss zu finden. Doch ein düsteres Geheimnis, dass sich um die Le Vrai Zwillinge dreht, scheint mit auf die Fahrt zu gehen. Vor allem die Gegenwart Aleksanders macht nun auch Mia zusehends nervös – ob vor Unbehagen oder Verliebtheit, bleibt anfangs schwer für sie zu sagen. Haben die beiden (zugegebenermaßen heißen) Zwillinge etwas damit zu tun, dass in der Stadt immer mehr Mädchen verschwinden und wahnsinnig aufgefunden werden? Mia hegt einen grausigen Verdacht – der sich bestätigt, aber noch fantastischer und unglaublicher, als sie sich das in ihren schwärzesten Träumen ausgemalt hat.

Das Buch liest sich auf für jemanden, der dem Teenageralter entwachsen ist, ohne Schwierigkeiten in einem Rutsch. Ich fand Mia als Teenager sehr glaubhaft dargestellt, ihre Rotzigkeit, die Rebellion gegen die Eltern und die Reaktionen auf die bescheuerte Gesamtsituation sind nachvollziehbar und gut dargestellt – sogar die ersten Anflüge von heftiger Verliebtheit mit aller Verwirrtheit und komischem Verhalten im Ferienlager fand ich gut erkannt und in Szene gesetzt. Manchmal musste ich auch innerlich schmunzeln. So ist es halt manchmal in der Pubertät!
Angesichts dessen bleiben die Le Vrai Zwillinge aber recht eindimensional und kommen mir weniger ausgearbeitet vor. Da auch die Namen betont speziell klingen, wird der Eindruck eher noch unterstützt, weil die klingenden Namen unter den Aktionen und Beschreibungen der Zwillinge zurückbleiben. Nathan klingt schon ein bisschen wie Satan, aber Aleksander will als brüderliches Pendant dazu so gar nicht passen. Und dann das französische Le Vrai? Auch wenn der Höllenfürst alle Sprachen spricht und die Brüder sehr ungleich sind, wirkt die Tatsache, alle Sprachen gleichzeitig zu verwenden, zu sperrig und auffällig für ein Undercover-Seelenfängerpaar in einem Provinzkaff. Auch der Plot ist nicht gerade komplex. Der eine Zwilling ist gut, der andere böse, beide wollen Mia - das ist schon sehr klischeehaft angelegt. Natürlich ist am Ende die große Liebe gefunden, der Liebste gerettet und gegen alle höllischen Gefahren wahr gemacht, weil Mia wie erwartet etwas ganz Besonderes ist. Das ist nun wiederum für Nicht-Teenager schwer zu schlucken, weil es sich halt nicht unbedingt mit der eigenen Sicht auf die Welt vereinbaren lässt. Aber verstiegene Errettungsfantasien junger Mädchen hin oder her, vielleicht will man es in der romantischen Jugendliteratur genauso haben, und dann muss es halt so sein. Wenn nicht im Roman, wo sonst? Immerhin wird es am Ende noch einmal richtig ernst, und unsere Heldin Mia muss ernsthaft um ihre Seele besorgt sein. Hier schwächelt der Roman allerdings im Spannungsaufbau, denn man kann ziemlich schnell vorhersehen, dass Mia und ihr Liebster heil aus der Sache herauskommen. Da fehlt am Ende leider eine gewitzte Wendung, die den Leser überrascht und so die Vorhersehbarkeit des Endes ein wenig mit Ideenreichtum abfedert.

Fazit:
Alles in allem trieft dieser Roman nur so vor Klischees. Wer sich daran aber nicht stört, kann ein romantisches Abenteuer erleben, das sich vom vampirischen Blutsaugereinheitsbrei abhebt.
Mia hat mir gut gefallen, auch die Gefühlsschwankungen bei Teenagern finde ich gut beobachtet. Der Plot aber ist sehr vorhersehbar und recht stromlinienförmig gezeichnet.

Bewertung:



Copyright © 2011 by Rebecca Hagelmoser

 

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