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Rezension - Schattenwanderer - Die Chroniken von Siala 1

Alexey Pehov
Schattenwanderer - Die Chroniken von Siala 1


Fantasy, Paperback
PIPER Verlag, München, April 2010
560 Seiten / 16,95 €
ISBN: 9783492701860

Noch scheinen die Straßen Awendums in Ruhe und Frieden zu liegen. Noch ahnen die Bewohner dieser Stadt nicht, dass sich ein Unheil über ihnen zusammenbraut, denn in Öden Landen lauert eine dunkle Gefahr, die nach Jahrhunderten des Friedens ihre Kräfte erneuert hat und zusammen mit ihrer Armee unheilvoller Kreaturen einen Teppich aus Angst und Schrecken über das Land ausbreiten will und alles unter ihrer Herrschaft zu bannen trachtet.
Auch Garrett der Schatten, ein Meisterdieb, der in den Straßen Awendums auf Beutezug geht, ahnt noch nicht, welche Gefahr für seine Heimat, aber besonders für ihn selbst, besteht. Doch ist Garrett dazu auserkoren, seine Heimat vor der Gefahr, die in Öden Landen lauert, zu retten. Er wird nicht allein auf seiner Mission sein, ihn begleitet eine ungewöhnliche Truppe von Söldnern, Elfen, Menschen und Schamanen. Sie alle vereint die Suche nach der alles entscheidenden Waffe im Kampf gegen die namenlose Gefahr und diese Suche führt sie in die dunkelsten Geheimnisse und tiefsten Welten von Ogern, Orks, Elfen, Zwergen und Menschen.

Alexey Pehovs Auftaktroman »Schattenwanderer« ist von der ersten Seite an ein packender und fesselnder Roman des Fantasygenres und reiht sich damit in die lange Riege der großartigen Neuerscheinungen der letzten Jahre auf diesem Sektor ein.
Packend geschrieben ist der Plot seiner Quest und anschaulich, präsent und plastisch wirkt die Welt, in der sich seine Figuren bewegen. Garrett, der Hauptprotagonist des Romans, wirkt nicht allein durch die Ich-Erzählerperspektive, die Pehov für seinen Roman gewählt hat, sehr plastisch, sondern auch die Beschreibung seiner Charakters wirkt nicht aufgesetzt, sondern lebendig und gut nachvollziehbar.
Die Übergänge zwischen den sich abwechselnden Erzählebenen, die meist eine zeitliche Rückblende darstellen und dazu dienen, die weit zurückliegende Vorgeschichte gegenwärtiger Ereignisse zu illustrieren, werden durch den gezielt eingesetzten Erzählperspektivenwechsel gut nachvollziehbar gestaltet. Sobald man als Leser erkannt hat, dass die Erzählperspektive immer dann wechselt, wenn ein Ereignis der Vergangenheit geschildert werden soll, ist eine etwaige, durch den Erzählperspektivwechsel ausgelöste Verwirrung ohnehin ausgeräumt und man kann sich genussvoll dem Verlauf der Geschichte zuwenden.
Es gelingt Alexey Pehov, die Spannung innerhalb der unterschiedlichen Erzählstränge, die teilweise sehr dicht und bisweilen auch erst in noch nicht erkennbarer Ferne miteinander verbunden sind, immer wieder zu steigern bzw. aufrechtzuerhalten, sodass nur selten unnötige »Längen« entstehen, die den Leser abschweifen lassen könnten. Dennoch wirken manche seiner Erzählungen ungewöhnlich umfangreich, weshalb man sich bisweilen dazu hingerissen fühlt zu fragen, was dieser Teil seiner Erzählungen wohl für die Gesamtkonzeption der Geschichte für eine wesentliche Bedeutung haben könnte. Will sagen, ohne den zweiten Band seines Werkes zu kennen, erschließt sich im ersten der Sinn mancher langatmigen Beschreibung nicht wirklich, weshalb man aber wiederum nach der Fortsetzung lechzt, in der Hoffnung, dass hier dann diese Ungereimtheiten eine Auflösung erfahren. So mag man dem Autor zugutehalten, dass diese »Langatmigkeit« ein schriftstellerischer Kunstgriff ist, der den Leser auch für den zweiten Band begeistern will. Doch sei dieser Interpretation entgegengehalten, dass so mancher unergründliche Erzählstrang zu wenig Spannungspotential enthält, als dass dies wirklich als ein gewinnbringender schriftstellerischer Kunstgriff gewertet werden könnte.

Fazit:
Wie dem auch sei, rundherum macht Alexey Pehovs »Schattenwanderer« nicht nur einen handwerklich ausgefeilten Eindruck, sondern es handelt sich bei ihm auch um eine wirklich gute und spannende Fantasylektüre. Doch sollte man auch deutlich sagen, dass der Autor, wie viele andere auch, bei all seinen Bemühungen nicht das Rad neu erfunden hat, sondern, auf gute Vorbilder zurückgreifend, eine solide Arbeit abliefert.

Bewertung:



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