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Rezension - Portal des Vergessens

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Anke Brandt | Florian Hilleberg | Gunter Arentzen

Stephan R. Bellem
Portal des Vergessens

Fantasy, Paperback
Otherworld Verlag, Wien, Januar 2011
285 Seiten/ 14,95 €
ISBN: 9783800095339

Der Geschichtsstudent Peter hat bei einem Autounfall nicht nur seine Eltern, sondern auch seine Erinnerungen verloren. Geblieben sind ihm eine große Wohnung und das Vermögen seiner Familie.
Um mit dem Verlust klarzukommen, erhält er Hilfe von der Psychologin Frau Dr. Wünschler. Ihr vertraut er auch seine seltsamen Träume an, die ihn seit geraumer Zeit Nacht für Nacht heimsuchen und immer realer erscheinen.
Bei den Vorbereitungen zu einem Studentenstreik lernt Peter Nora kennen. Mit ihr erlebt er einige Tage so etwas wie ein normales Leben, denn die Träume ergreifen unterdessen immer mehr Besitz von ihm. Er vermag es nicht, sich ihnen zu entziehen und kann die Realität kaum mehr von der Traumwelt unterscheiden. Er hält sich bald selbst für Vryn, den jungen Mann aus seinen Träumen, der gegen seinen eigenen Bruder kämpfen muss. Und dann taucht dieses seltsam gekleidete Mädchen auf und bittet Peter um Hilfe ...
Peters Situation wird immer verworrener und nur eine Person kann ihm noch helfen. Doch diese Hilfe entpuppt sich als der größte Verrat …

Als ich das Buch erhielt, war ich überrascht, dass es nur knapp 300 Seiten umfasste. Konnte die angekündigte Story darin wirklich genug Platz finden, um sich zu entwickeln?
Nach den ersten Seiten war ich mir noch nicht sicher, doch nachdem ich die Hälfte gelesen hatte, fiel mir auf, dass nicht eine Szene, nicht ein einziger Satz überflüssig war. Stephan Bellem zieht die Handlung durch, ohne den Leser mit nebensächlichen Details zu langweilen. Der stete Wechsel zwischen Realität und Peters Träumen erweckt zunächst den Eindruck, als würde man parallel sogar zwei Bücher lesen. Der Zusammenhang wird dabei aber schnell deutlich, und auch worauf es zum Ende hin hinauslaufen wird. Das wurde leider nur allzu schnell klar, aber der Autor vermag es dennoch, die Handlung selbst spannend weiterzuführen.
Wie in all seinen Büchern experimentiert Stephan Bellem nicht mit wilden Ideen, sondern greift auf, was Lesern schon immer gefallen hat. Traum- bzw. Parallelwelten faszinieren seit vielen Jahren und im Grunde sind alle diese Romane vom Aufbau her gleich. Stephan Bellem schreibt seine Geschichte nun in seinem gewohnt eigenen, unverbrauchten und frischen Stil, sodass diese Story dadurch wieder einen großen Unterhaltungswert birgt.

Fazit:
Mit diesem Roman beweist Stephan Bellem, dass er mehr kann als Fantasy im Stil von R.A. Salvatore zu schreiben. Dies hat er schon bravourös gemeistert, doch mit Portal des Vergessens überrascht er seine Leser mit einer temporeichen und dabei spannenden Geschichte und kann sich damit hoffentlich eine weitere Leserschaft erobern.

Bewertung:


Copyright © 2011 by Anke Brandt

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Stephan R. Bellem
Portal des Vergessens

Fantasy, Paperback
Otherworld Verlag, Wien, Januar 2011
285 Seiten/ 14,95 €
ISBN: 9783800095339

Der Student Peter, dessen Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen, wird immer wieder von heftigen Albträumen geplagt. In einer mittelalterlichen, fantastischen Welt lebt er als Vryn, dem jüngeren von zwei Brüdern, auf dem Bauernhof seines Vaters. Sein Bruder Vorlokk träumt davon ein großer Krieger zu werden, und dieser Traum scheint in Erfüllung zu gehen, als fremde Männer auf dem Hof des Vaters erscheinen und die beiden Brüder auffordern, gegeneinander zu kämpfen. Der Sieger soll mit ihnen kommen und zum Krieger ausgebildet werden. Volokk gewinnt den Zweikampf. Der gebrochene Vater, der die Fremden offenbar kennt, fängt an auch Vryn das Kämpfen zu lehren. Dieser macht sich Jahre später auf den Weg zu König Barvhan, um ihn um Hilfe zu bitten, denn Vorlokk hat sich Rhulfar angeschlossen, der nach der absoluten Macht strebt.
Peter wendet sich mit seinen Träumen an seine Therapeutin Dr. Wünschler, die sich sehr besorgt zeigt. Sie verschreibt Peter Tabletten, mit denen die Träume unterdrückt werden sollen. Doch Peter muss feststellen, dass die Träume viel mehr als bloße Gedanken des Unterbewusstseins sind. Und als Traum und Realität verschmelzen schweben Peter und seine Freundin Nora plötzlich in Lebensgefahr ...

Stephan R. Bellem ist der junge deutsche Fantasy-Autor, der sich mit Bluttrinker und den Chroniken des Paladins einen Namen gemacht hat. Sein Metier ist die klassische Fantasy-Kost, in der Gut gegen Böse kämpft. Mit den Grautönen hingegen geht Bellem, wie so viele seiner Kollegen, weitaus sparsamer um. So ist es für den Leser nicht sonderlich schwer, seine Sympathien zu verteilen. Für den geübten Leser des Genres ist der Plot auch nicht sonderlich überraschend. Bellem hat das Rad nicht neu erfunden, sondern lediglich versucht, ihm weiteren Schwung zu verleihen, was ihm nur unzureichend gelungen ist. Zu einseitig und oberflächlich ist die Charakterisierung der Protagonisten, um wirklich mit Peter alias Vryn und seinen Gefährten mit zu fiebern. Gerade die ersten Kapitel lesen sich eher wie ein Jugendroman: äußerst unterhaltsam und kurzweilig, aber nicht besonders anspruchsvoll. Erst in der zweiten Hälfte des Buches werden die Kämpfe brutaler und die Sexualität eindeutiger. Nichtsdestotrotz fehlt dem Roman das gewisse Etwas, und wenn man den Eindruck bekommt, dass die Story richtig an Fahrt aufgenommen hat, ist das Buch bereits zu Ende. Hinzu kommt ein sehr zurückhaltendes Lektorat. Dialoge werden gelacht, gelächelt und genickt:
»Dann nehmen wir das einfach in unsere Liste mit Forderungen auf«, lachte Frank.
Sicherlich kein Beinbruch, aber es klingt einfach unelegant und albern.
Die kitschige Liebesgeschichte, die gerade am Ende des Romans deutlich zum Tragen kommt, dürfte lediglich die Romantiker unter den LeserInnen ansprechen. Ein Buch, an dem nur eingefleischte Genre-Fans ihre Freude haben werden.

Das Cover des Romans ist ein echter Augenschmaus und das Paperback, inklusive Klappenbroschur, liegt wunderbar in der Hand. Papierqualität und Satzspiegel sind hervorragend und gestalten das Lesen sehr angenehm. Die Titelillustration ist äußerst kunstvoll, hat mit dem Inhalt des Romans aber, bis auf das kreisrunde Portal, kaum etwas zu tun.

Fazit:
Solide High-Fantasy, die geschickt mit der Realität verknüpft wurde. Stil, Handlungsaufbau und Charakterisierung sind auf eine jugendliche Zielgruppe zugeschnitten. Ein unterhaltsamer Roman, der ein wenig hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Copyriht © 2011 by Florian Hilleberg

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Stephan R. Bellem
Portal des Vergessens

Fantasy, Paperback
Otherworld Verlag, Wien, Januar 2011
285 Seiten/ 14,95 €
ISBN: 9783800095339

Geld macht nicht glücklich!
Das muss der junge Geschichtsstudent Peter erfahren, der bei einem Unfall sowohl seine Erinnerungen als auch seine Eltern verliert, dafür aber deren Vermögen erbt.
Aber nicht nur das macht ihm das Leben zunehmend schwer – obgleich es natürlich schlimm genug wäre. Nein, da sind auch noch die bizarren Albträume, die ihn nahezu Nacht für Nacht heimsuchen.
Träume, die von zwei Brüdern in einem mystischen Land handeln, die gegeneinander kämpfen müssen.
Bald schon fühlt er, als sei er einer der beiden Brüder. Aber das ist unmöglich.
Oder doch nicht?
Hilfe sucht er bei einer Therapeutin und auch bei einer jungen Frau, die er zufällig trifft. Aber welches Geheimnis steckt wirklich hinter den Träumen und wer ist er in Wahrheit? Die Antwort kann mörderisch sein …

Stephan R. Bellem versteht es, Fantasy in Worte zu fassen. Das beweist er auch mit dem vorliegenden, bei Otherworld erschienenen Buch.
Die Story ist geschickt aufgebaut und wechselt zwischen den verschiedenen Welten. Schließlich verschmelzen beide mehr und mehr, ohne dass der Autor den Überblick verliert. Er versteht es, den Leser durch die einzelnen Wendungen zu führen.
Die Charaktere sind ebenfalls glaubwürdig erschaffen. Jedoch ist das Verhalten nicht immer so schlüssig, wie man es sich wünschen würde. An einigen Stellen benehmen sich gestandene Krieger recht kindisch – das passt nicht unbedingt zu der sonstigen Schilderung. Aber dies ist Kritik auf hohem Niveau, denn die Figuren sind durchweg gelungen. Dies zeigt sich vor allem an den inneren Konflikten des Protagonisten, die überaus glaubwürdig und eindringlich geschildert werden.
Bei einem Buch von gerade mal 285 Seiten gelang es Bellem zudem, die Story kompakt zu schildern. Füllmaterial und Längen sucht man vergebens, der Text wirkt gestrafft. Auch das trägt zur Spannung und dem Lesegenuss bei.

Fazit:
Ein gelungenes Fantasy-Abenteuer in zwei Welten.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

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