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Rezension - Die Gefährten der Halblinge

Mel Odom
Die Gefährten der Halblinge
Originaltitel: Rover 03. Lord of the Libraries
Originalverlag: Tor, New York 2005
Aus dem Amerikanischen von Hans Link

Fantasy, Paperback
Blanvalet, München, Oktober 2008
540 Seiten / 14,00 €
ISBN: 9783442369591

Der Halbling Kruk begibt sich auf die Suche nach dem Großmagister des Gewölbe Allen Bekannten Wissens Edeltocht Lampenzünder, welcher sich freiwillig in die Fänge der Kobolde begeben hat, um seinen Lehrling zu retten. Doch nicht nur die Suche und Rettung des Großmagisters ist Kruks Aufgabe, nebenbei muss er auch noch die Teile des Buches der Zeit finden. Hin- und hergerissen zwischen beiden Aufgaben macht sich der Halbling auf den Weg. Doch er ist nicht allein. Sein Menschenfreund Raisho, die Elfe Jassamyn, der Zwerg Kobner und der Zauberer Kray begleiten ihn und helfen ihm so manches Mal, seine Haut zu retten. Aber auch andere »alte Bekannte« aus den ersten Bänden wie die Kapitäne Attikus oder Hallekk tun das Ihrige, um Kruk bei seinen Aufgaben zu helfen.
Die Reise gestaltet sich dramatisch und führt an unwirtliche Orte, doch wieder einmal zeigt sich, was Freundschaft und Vertrauen alles bewirken können.

Der 3. Teil der»Halblinge« erinnert mit vielen Details an ein anderes großes Werk der Fantasy, wie man schon an der Konstellation der Gefährten erkennen kann. Mel Odom macht sich nicht die Mühe, hier etwas neu erfinden zu wollen, doch er erzählt die Geschichte so herzerfrischend und unbedarft, dass es einfach nur Spaß macht, diese Gefährten auf ihrem Abenteuer zu begleiten. Nicht nur Kruk wird liebevoll und detailliert charakterisiert, auch bei dem Zwerg Kobner gelingt ihm das sehr gut. Und endlich wird auch das Geheimnis um den Zauberer gelüftet, dem bisher die Rolle des Geheimniskrämers zukam.
Einzig Jassamyn verblasst nach der Lektüre zu einer beliebigen Elfe, die mit Pfeil und Bogen umgehen kann und leider kann der Autor auch in diesem Band Raisho nicht die nötige Tiefe verleihen, die diese Figur meines Erachtens nach der wunderbaren Einführung im 2. Teil verdient hat.
Die Einführung eines ganz neuen Charakters gleich zu Beginn des Buches lässt hoffen, dass die Abenteuer um die Halblinge mit diesem Band noch lange nicht vorbei sind, denn eines habe ich beim Lesen aller drei Bücher gemerkt, auch wenn mir beim Lesen vieles irgendwie bekannt vorkam, es war wieder mal ein Genuss, Fantasy in einer ursprünglichen Form zu lesen. Und die Steigerung, die der Autor vom 2. zum 3. Buch geschafft hat, bekommt man auch nicht alle Tage zu lesen. Die Handlung beginnt spannend und abgesehen von einigen Passagen, in denen Mel Odom den Akteuren aber auch den Lesern eine Ruhepause gönnt, steigert er sie bis zu einem – nun vielleicht nicht unbedingt überraschenden – aber doch zum Teil unerwarteten Ende.
Was mich nun unerwartet überrascht hat, ist tatsächlich, dass ein Autor mich erst mit dem 3. Buch wirklich überzeugen konnte. Teil 1 und 2 fand ich gut, es war nett gemachte Fantasy mit einigen Dingen, die ich bemängelt habe, aber dieses 3. Buch war seit langer Zeit mal wieder eins, was meine Erwartungen fast vollständig erfüllt hat. Es hat unglaublich Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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